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Die Pestepidemien im Fürstbisthume Basel / von Dr. Schenker in Pruntrut
(Schweiz)
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Abstrassen brauchen oder über die erforderliche Zeit sieh im Land aufhaltenthäten, solche gleich den muthwilligen Landläufern abgestraft werden sollen.

Im Fahl aber die im Land herumstreifenden Biittler von unsern benach-barten Orten, wie auch die Aussreisser, Juden und Andere, denen der Eintrittin unser Land verbotten, sich dadurch nicht zuriickhalten, sondern durch Ab-wegen oder bei unerlaubten Fahrten in unser Land sich einzuschleichen uuder-stehen thäten, sollen dieselbigen auf Betretten durch die Profosen der Ge-meinden dem Herrn Oberambtmann zugeführt und auf dessen Befehl solchemit Buthen ausgesehmeitzet und zum Land aus alsobald geschickt, wenn sieaber wiederumb im Land betretten würden, an Leib und Leben gestraft undinSonderheit bei den Klöstern und Spitählern, dahin sie gemeiniglich tringen,eine scharfe Aufsicht und Execution beobachtet werden.

Und auf dass solche Widerspänstige sicherlich entdeckt und gestraftwerden mögend, als langet unser ernstliche Befehl an alle und jede unsereDnderlhanen, sonderlich aber an die Haussväter, dass im Fahl dergleichen Hier und Landstreicher von benachbarten Orten wie auch Aussreisser sichbei ihren Häusern anmelden, sie solche alsbald oder wenn sie bei ihnen über-nachtet sind, am Morgen dem Profosen der Gemeinde sollind zuführen lassen,welcher sich täglich aulf dem gewohnten Sammelplatz als beim Wirlhshaus,Kirchen, etc. einfinden soll, bei lt) Pfunden unnachlässiger Buss von jedem,so solches unterlassen würde, davon dem Verleyder der halbige Theil undder Ueberrest den Armen selbiger Gemeinde aussgerichtet werden soll, da erim Uebrigcn die Meinung hat, dass dem Profosen, wenn des Büttels Gesindelsviel wäre so er seinen Amtmann zuführen thäte, von der Gemeinde die ge-nügsamme HüllfT soll zugegeben werden, der beyläufigen Hoffnung, dass sinlen-malen das Herumschweifeu der Bättlern bei diesen gefährlichen Zeilen leicht-licli ein grosser Schaden (davor Gott weiteres wie bisher gnädig sein wolle)über das Land bringen könnte, dass eine jede Gemeind in unserer Boltmässig-keit sich desto mehr werde angelegen sein lassen, ihre Armen zu versorgenund innert der Gemeinde zu behalten.

Eine Verordnung der Kiinigs von Frankreich aus der näm-lichen Zeit spricht sich in Betreff der Posten und des brieflichenVerkehrs noch genauer und detaillirter aus und befiehlt unterAnderem:

Les courriers rjni apporteront les lettres des pays cy-dessus designez(diejenigen welche als gesperrt erklärt worden) ne pourronl premlre dautreroute rjue celles, il y aura des barrieres, ni passer les dites barrieres pouruntrer dans le royaume ä peine de mort.

Article X. Seront lenus les dits courriers de jetter leurs paquets a 30pas des distance des barrieres, l'officier qui y commamlera les fera prendreavec des pincettes, Irempcr dans le vinaigre et parfumer ensuite chaque lettreä la maniere accoutumee en pareil cas, pour apres les avoir fait secher etavoir donnc au courrier la decharge de son paquet, les envoyer au plus pro-chain bureau de la poste, il en fera donncr decharge: et ä tegard deslettres qui seront ecrites du royaume pour les pays etraugers, lofficier com-mandaut aux barrieres les fera jetter pareillement ä 30 pas de distance audein des barrieres, elles seront reprises par le courrier, ensorte que l'of-ficier ni les gens du corps de garde ne puissenl avoir aucune autre commu-nicatiori avec le courrier. Et quant ä la forme des envoys remis et de Chargedes dits paquets et lettres, il y sera pourvu par les dits sieurs intendants etcommissaires, ainsi quau payement des frais de lestablissement et entretiendes barrieres et corps de garde et autres depenses necessaires pour lexecu-tion de la presente ordonnance.

Wir fügen an dieser Stelle noch das Formular eines gedruckten Gesund-