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Die Pestepidemien im Fürstbisthume Basel / von Dr. Schenker in Pruntrut
(Schweiz)
Entstehung
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andern Stände einzuliolen, oder, wenn diese nicht zustimmten, dieGesandtschaft auf eigene Rechnung zu schicken mit der Instruction,gar keine französischen Waaren durch seinen Kanton ein- unddurchführen zu lassen. Schaffhausen , der Abt und Stadt St. Gallen ertheilten wirklich den consens, die Tagsatzungsgesandten von Bern und Basel aber refüsirten den Beitritt, in der Ueberzeugung, esbleibe von Seiten der Deutschen bei den Drohungen, ohne dasswirklicher Ernst zur Execution der Sperre gemacht werde. Bern blieb fest bei seinem Entschluss, dass gegen die unverdächtigenfranzösischen Provinzen die Sperre nicht anzuwenden sei.

Unterdessen tagte auch der oberrheinische Kreis in Frankfurt am Main , wo es wiederum Baron von Ramschwag war, der sichmit Erfolg für die Schweiz verwandte, so dass die Lösung derFrage einer Commission, bestehend aus einem Delcgirten jeden Kan-tons, von den geistlichen und weltlichen Fürsten und Ständen alsDelegirtem Baron Ramschwag, von der Grafenbank der Reichsgrafvon Eysenburg, von den Städten die Stadt Frankfurt , übertragenwurde. März 1722.

Ferner schlug der Statthalter der vorderösterreichischen Landeim Namen des Kaisers durch Schreiben vom 28. März 1722 deneidgenössischen Ständen eine Conferenz vor, bei welcher Gelegen-heit auch wegen des Elsasses verhandelt werden sollte. Als Tagder Zusammenkunft wurde der 16. April, als Ort Freiburg im Breis-gau oder Lauffenburg bestimmt. Die Sache wäre nun endlich wahr-scheinlich zu einem befriedigenden Ende gediehen, wenn Bern nichtinzwischen die Erlaubniss zur Abhaltung des Zurzacher Marktes ge-geben, was die verschiedenen Länder wieder so erschreckte sogarvon Mailand kamen desshalb drohende Vorstellungen dass sichdie Berathungen verzögerten und die oberrheinische Kreisversamm-lung ihre Sitzung fortsetzte. Inzwischen kamen aus der Provence ,speziell aus Marseille immer bessere Nachrichten über den Nach-lass der Pest; Genf und Bern hatten den Handel mit Lyon trotzKaiser und Reich wieder aufgenommen und der ganze diplomatischeKrieg, der vom Oktober 1720 bis Januar 1723 gedauert, verliefsich endlich auf natürliche Weise durch das Aufhüren der Epidemieim Sande.

Und erst am 22. Januar 1723 war der folgende Beschluss derMeersburger Conferenz zu Stande gekommen:

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