Die Geschichte des Elsasses wächst hervor aus Anfangszu-ständen, die nur als ein Allgemeines, Umfassendes vor uns stehen.Genaueres Erkennen des Einzelnen ist nicht möglich.
Dieses Grosse und nur wenig Bestimmte ist zunächst dasVolk der Kelten.
Im zweiten vorchristlichen Jahrhundert bildeten die Gebirgs-züge Mitteldeutschlands die Nordgrenze des keltischen Gebietes,das sich von der mittleren Donau bis zum britannischen Meerüber Süddeutschland und Gallien erstreckte. Im Norden diesesKeltenlandes und in den Ufergebieten der Ostsee waren die Ger-manen gesessen.
Aber in diesen breiten Massen ist unaufhörliche Bewegung.Der ungeheure Zug von Ost nach West, der vor Zeiten schon dieKelten herangebracht hat, treibt nun auch die Germanen überihre Grenzen hinaus. Die keltischen Helvetier zwischen dem obernRhein und dem Maine weichen vor diesem Drucke aus, südwärts,über den Rhein . In die von ihnen verlassenen Landstriche strömendie Germanen ein.
Noch ist der Oberrhein Grenze und das Eisass keltisches Grenz-land. Sein nördlicher Teil gehört zum Gebiete der Mediomatriker,deren Name noch heute im Namen Metz lebt. Das übrige Eisassist ein Teil des Gebietes der keltischen Sequaner, die vom Rheine bis zur Rhone wohnen. Angrenzende keltische Völkerschaftensind im Süden die Rauriker und die Helvetier, im Westen undSüdwesten die Suessionen und die Häduer.
Doch sind die Kelten nicht die ältesten Elsässer . Vor ihnenhat eine Urbevölkerung das Land inne gehabt. Ein geheimnis-volles Menschentum, möglicherweise ligurischen Stammes. Durchdie Kelten ist es verscheucht und vernichtet worden; vielleichtlebt es auch in Resten noch neben ihnen aus.
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