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Geschichte des Elsasses / von Rudolf Wackernagel
Entstehung
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Verteidigung des Rheines mitbestimmend; die alten Provinzenwurden in kleinere Bezirke zerlegt und wahrscheinlich in Ver-bindung hiemit die Truppenkörper verkleinert.

Von den acht Provinzen, in die nunmehr die dioecesis Gal-liarum zerfiel, kommen für uns in Betracht die Germania primamit der Hauptstadt Mainz und die Maxima Sequanorum mit derHauptstadt Besangon. Auf diese beiden Provinzen zerteiltesich nun das Eisass. Die Provinzgrenze zerriss das Land. Seinnördlicher Teil, in der Hauptsache durch Mediomatriker undTriboker bewohnt, wurde als civitas Tribocorum der Germania prima zugeschlagen; der südliche Sequaner der MaximaSequanorum. Die Grenze soll gebildet gewesen sein durch den«Landgraben», der das Eisass südlich von Schlettstadt durch-querend seitdem die entscheidende Binnengrenze geblieben ist.

Innerhalb dieser Umschreibungen haben wir das Leben desrömischen Elsasses zu suchen.

Es steht von vorneherein unter der Wirkung militärischerNotwendigkeiten und Institutionen, da es Grenzland gegen dieBarbaren und ein Teil der Rheinarmee in ihm stationiert ist.

Daher die Militärstrassen, die durchs Land gehen und ihreVerbindungen haben mit den Städten Galliens und dessen Meer-häfen, aber auch ihre Fortsetzungen über den Rhein ins rechts-ufrige Okkupationsgebiet, an die obere Donau .

Daher namentlich die castra, die Militärlager, mit ständigkriegsbereiten Garnisonen.

Das wichtigste Castrum der Provinz neben Mainz war Strass­ burg , wenn es auch nach Einrichtung des Limes zu Zeiten nurschwach belegt und mehr administratives als militärisches Zen-trum war.

Höchst wahrscheinlich befand sich an dieser Stelle schon inkeltischer Zeit eine Niederlassung. Keltischen Ursprungs war derName der Stadt: Argentorate, später Argentoratum.

In früher römischer Zeit entstand bei diesem keltischen Ortedas Castrum . Ausserhalb der heutigen Stadt, an der Breusch beiKönigshofen, als Lager der II., seit Kaiser Claudius (4154) derIV. Legion. Erst später, zur Zeit des Vespasian (6979), wurdedas Kastell an der 111 angelegt, dessen Mauerreste noch heuteim Innern Strassburgs nachzuweisen sind; es wurde das Stand-

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