Buch 
Geschichte des Elsasses / von Rudolf Wackernagel
Entstehung
JPEG-Download
 

besondere Leistungen hinweist; hiebei ist am ehesten an eineWiederaufrichtung oder Neubegründung des Bistums Basel zudenken, und in Verbindung hiemit würde dann auch die Frageder Abgrenzung gegenüber Strassburg geordnet und die Diözesein der seither geltenden Weise umschrieben worden sein.

Nach den Bistümern die Klöster.

Die Macht des kirchlichen Wesens im Frankenreiche, vonder wir geredet, war auch von Bedeutung für die christianisie-rende Tätigkeit.

Für die Kirche gab es und gibt es, dem Wesen des Christen-tums gemäss, keine Möglichkeit des Stehenbleibens. Auch diefränkische Kirche musste missionieren; es war eine Aufgabe, dievor allem dem Mönchtum zufiel.

Bei Behandlung dieser Anfänge des elsässischen Kloster-wesens steht im Vordergründe die grosse ernste Gestalt des IrenColumba.

Aus der keltischen Kirche seiner Heimat brachte er demMönchtum im Frankenlande den Begriff eines nicht auf Askeseund Fürbitte beschränkten Lebens, sondern aktiver Einwirkungauf Kirche und Volk. Im irischen Kirchengebiet «nahmen dieMönche in jeder Hinsicht die führende Stellung ein»; die reli-giöse Leitung des Volkes ging von den Klöstern aus.

Um das Jahr 580 kam Columba ins Frankenreich. Er ver-brachte einige Jahre als Wanderprediger. Dann gründete er dieKlöster Anegray, Fontaines und Luxeuil, alle drei beisammenam Südwestabhange der Vogesen , in der Nähe des Elsasses. Siewuchsen rasch. Aber Columba, der ohne Menschenscheu seineLehre und seine strenge Bussforderung vertrat, machte sich auchFeinde unter den Bischöfen und vor allem an dem sittenlosenHofe Theuderichs. Er floh in das Reich Theudeberts II., zu demdas Eisass sowie die rechtsrheinischen alamannischen Lande ge-hörten. Wir finden noch Spuren seiner Anwesenheit im süd-lichen Eisass, in Steinbronn und Blotzheim; dann in Bregenz am Bodensee . Im Jahre 615 starb er in Italien .

Columbas Schöpfung Luxeuil galt bald als eines der erstenKlöster des fränkischen Reiches. Zu seinen Tochterklöstern ge-hören z. B. Münster und St. Ursitz im Jura. Aber die Wirksam-