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Geschichte des Elsasses / von Rudolf Wackernagel
Entstehung
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keit Columbas zeigt sich überhaupt im Entstehen zahlreicherKlöster, auch ohne dass im Einzelnen der Einfluss Luxeuilsnachzuweisen ist.

Es ist die denkwürdige Zeit, da das Kloster Vorposten derKirche und Station der Christianisierung ist. Noch fehlen diespäter das ganze Land bedeckenden Pfarreien.

Damals, im siebenten Jahrhundert und zu Beginn des achten,entstehen im Eisass die Klöster Münster im Gregoriental, Has-lach, Maursmünster, Ebersheimmünster, Niedermünster , Hohen-burg, Honau, Surburg, Weissenburg .

Es sind die Abteien, die dann die Jahrhunderte entlang,allerdings unter starken Schwankungen ihres Wesens und ihresAnsehens, aber jedenfalls mit dem Ruhme der Ehrwürdigkeit,an der Spitze der elsässischen Klosterwelt stehen. Die Vor-stellung des in dieser Schar von Niederlassungen zusammen-gefassten Lebens, des inmitten aller Verderbtheit und Gewalttatder Zeit sich hier bekundenden idealen Willens, der sich hin-gebenden Kraft und Leidenschaft hat etwas Gewaltiges.

Wie die Wende des sechsten zum siebenten Jahrhundertdurch Columba repräsentiert ist, so in ähnlicher Weise dasachteJahrhundert durch den heiligen Pirmin . Dieser war ein Angel-sachse und wirkte als Missionar in Alamannien . Im Jahre 724gründete er das Kloster auf der Reichenau . Dann im Jahre 727,durch Herzog Theutbald vertrieben, floh er ins Eisass. Hier über-nahm er die Leitung des von Graf Eberhard gegründeten KlostersMurbach; gleiches soll er für Neuweiler, eine Gründung desMetzer Bischofs, getan haben.

Aber diese Zeit gewährte noch mehr. Dem Columba unddem Pirmin folgte der Angelsachse Bonifatius. Ihn unterschiedseine Verbindung mit dem Papsttum in Rom . Zur Bekehrungs-tätigkeit der bisherigen Glaubensboten fügte er die Arbeit kirch-licher Organisation, die Wiederherstellung der Zucht im Prie-sterstande.

Durch ihn kommt daher auch in das elsässische Kirchen-wesen eine Kraft grossartigen universalen Wesens. Schon dieZeitgenossen hatten die Empfindung, dass Bonifatius dieser el-sässischen Kirche durch Pirmin und Heddo «die Wege gewiesenhabe». Heddo ist der schon erwähnte Strassburger Bischof (731

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