stützt, naturnotwendig zu entarten und stets neuer Selbstbesin-nung und Aufrüttelung zu bedürfen. Das sind die Erscheinungender Klosterreform; von ihnen sehen wir nun auch die ElsässerKlöster dieser früheren Zeit berührt.
Zuerst zu Beginn des neunten Jahrhunderts, in der Zeit Be-nedikts von Aniane. Dieser will die geltende Mönchsregel ver-schärfen und die Klöster wieder mehr zu Stätten asketischenLebens machen, nachdem sie allzusehr an der Kulturarbeit be-teiligt gewesen. Durch Kaiser Ludwig den Frommen begünstigt,wird er zum Abt von Maursmünster gemacht. Dann baut ihmLudwig das Kloster Cornelimünster bei Aachen .
Hundert Jahre später erhob sich eine neue Reformanstren-gung, da das Leben in den meisten Klöstern den geltendenSatzungen schon wieder nicht entsprach. Die Bewegung nahmihren Ausgang, zu Beginn des zehnten Jahrhunderts, im burgun-dischen Kloster Cluny ; bald fand sie ein zweites Zentrum inlothringischen Klöstern, und von diesen aus ging ihre Wirkungauf die Nachbargebiete. Im Eisass wurden Andlau, Weissenburg ,wohl auch Münster im Gregoriental reformiert.
Zur gleichen Zeit aber wirkte von der andern Seite her derähnlichen Zielen dienende Einfluss Einsiedeins. Hierher hattesich der Strassburger Domherr Benno geflüchtet, Gott in derEinsamkeit zu dienen; auf Befehl König Heinrichs musste erBischof von Metz werden, folgte dem Rufe, fand aber Streit undwilde Feindschaft. Nach kurzer Frist wurde er verjagt, misshan-delt, geblendet. Als blinder Mann kehrte er im Jahre 929 in dieZelle St. Meinrads zurück, und nun wurde unter ihm und seinemGenossen, dem ehemaligen Strassburger Dompropst Eberhard,Einsiedeln eine Heimat neuer streng asketischer Gesinnung. Vonhier aus wirkte die Reform nach Hirsau, aber auch an den Ober-rhein ; die Schenkung der elsässischen Herrschaft Sierenz anEinsiedeln durch den mit Benno befreundeten Basler BischofAdelbero gehört in diesen Zusammenhang.
Noch immer war das Mönchtum «der wichtigste Träger derallgemeinen Kultur». Und umso bedeutender erscheint dieseFunktion seit Karls des Grossen Hingang, da der Hof nicht mehrdas Zentrum geistigen Lebens war und die Pflege der Literatursich in die zahlreichen Klöster verzettelte. In Fulda, St. Gallen ,
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