liehen Sache. Wie sie dabei tätig sind, wie sie kämpfen, wie siebald triumphieren, bald leiden, zeigt uns in lebendiger WeiseBischof Burchard von Basel . Er wurde im Jahre 1072 Bischof.Unaufhörlich ist er am Kaiserhofe in nächster Nähe Heinrichs IV.zu treffen. Im Jahre 1076 gehört er zu den in Worms versam-melten Bischöfen, die den Hildebrand-Gregor seines Papst-tums verlustig erklären; er bringt diese Erklärung nach Italien .An der Seite Heinrichs finden wir ihn in Oppenheim , den in Tribur versammelten Feinden Heinrichs gegenüber. Aber auch im fol-genden Jahre, 1077, in Canossa. Er nimmt teil am sächsischenFeldzuge wider den Gegenkönig Rudolf 1080, am Einzuge Hein-richs in Rom 1084. Im Jahre 1107 stirbt er. Wiederholt hat ihnsein Kaiser ausgezeichnet und mit grossen Vergabungen an dasBistum belohnt. Wiederholt trägt er den Bann des Papstes.
Was von diesem Burchard zu sagen ist, gilt in der Haupt-sache auch von den Strassburger Bischöfen der Periode. Siestehen zur Sache des Kaisers.
Aber wie war die Haltung des Elsasses überhaupt?
Das Strassburger Domkapitel hält zum Papste, ist seinemeigenen Bischof entgegen. So in den Jahren 1078, 1084, 1106.
Unter den weltlichen Grossen des Landes erscheint GrafFriedrich von Mümpelgart als Vorkämpfer der Kurie; Graf Hugovon Dagsburg hat das Lob eines indefessus miles s. Petri. Abersein Oheim Graf Gerhard ist Anhänger Heinrichs IV. Ebenso deutetdie Begabung des Klosters Otmarsheim durch Heinrich im Jahre1063 auf Zugehörigkeit der Habsburger zu seiner Partei, wasdann auch von den Staufern gilt.
Im Kloster Ebersheimmünster aber wird die Krone ge-schmiedet, mit der im Jahre 1077 Rudolf von Rheinfelden inMainz feierlich als Gegenkönig gekrönt wird. Auch die Reform-klöster, die wir genannt, haben als Stützen der päpstlichen Sachezu gelten. Namentlich aber kommt das Augustiner-Chorherren-stift Lautenbach in Betracht. Hier ist Mönch jener Manegold,von dem wir wissen, dass er gegen die Neuerer in der Theologieopponiert und jede Philosophie bekämpft, der aber namentlichauch als kirchenpolitischer Autor sich einen Namen gemachthat. Den Namen eines schrankenlosen Fanatikers. Alle päpst-lichen Ansprüche gelten ihm als unantastbares Recht, Gehorsam
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