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Geschichte des Elsasses / von Rudolf Wackernagel
Entstehung
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Irmengard Gemahlin Kaiser Lothars I. wurde. Auch mit spä-tem Herrschern des Reiches war das Geschlecht verschwägert:des Grafen Gerhard im Eisass Gemahlin Eva war eine Schwesterder Kunigunde , Gemahlin Kaiser Heinrichs II., und Adelheid,Gräfin im Eisass, war Mutter Konrads II .

Von diesem mächtigen Hause ging Kraft aus nach verschie-denen Seiten. Albrecht, Sohn des Nordgaugrafen Eberhard, er-scheint zu Beginn des elften Jahrhunderts als Markgraf in Loth­ ringen ; seinem Enkel Gerhard übertrug dann Kaiser Heinrich III.im Jahre 1048 das oberlothringische Herzogtum. Von seinenNachkommen führten auch die Grafen von Flandern den Bei-namen «von Eisass».

Auch mit den Grafen von Metz , den Grafen von Hunenburg,den Grafen von Lützelburg , sind diese Nordgaugrafen verwandt.Auch sind sowohl die Zähringer als die Habsburger schon vonihnen abgeleitet worden. Im Eisass selbst lebt ihr Blut weiter inden Häusern Egisheim und Dagsburg.

In Reichsdingen ist das Haus namentlich hervorgetretendurch den vielgenannten Grafen Gerhard, der erst ein AnhängerHeinrichs II. war, dann im Bunde mit den Lützelburgern desseneifrigster Gegner. Auch unter Konrad II. ist er in lothringischenAngelegenheiten vielfach tätig; sein gleichnamiger Sohn erhieltdann, wie gesagt, das dortige Herzogtum. Als elsässisches Fak-tum der Familiengeschichte mag die Gründung des KlostersAltdorf genannt werden, namentlich aber die Verwaltung derLandgrafschaft des Nordgaus bis zum Jahre 1089; in diesemJahre, dem Todesjahre des Grafen Hugo, ging sie an die Grafenvon Hunenburg über.

Einen andern grossen Komplex finden wir im Süden desLandes. Ihn bilden von der einen Seite her die Mümpelgarter,von der andern Seite her die Habsburger .

Die Grafen von Mümpelgart als solche gehören nicht in denelsässischen Bereich, sondern in den burgundischen und loth-ringischen. Sie führen ihr Geschlecht zurück auf den GrafenLudwig von Mousson ; in der ersten Hälfte des elften Jahrhun-derts heisst er Graf von Mümpelgart. Zu Beginn des zwölftenJahrhunderts sodann geht der Besitz auseinander, durch Teilungunter mehrere Söhne.

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