Diese Mümpelgarter kommen für das Eisass in Betracht alsgrosse Gebietsherren im Sundgau. Sie besassen wohl den grösstenTeil des Hügellandes zwischen Vogesen und Jura, des Quell-gebietes der Allaine, der Doller, der Jll und der Larg, das hydro-graphisch zum Teil der Nordsee, zum Teil dem Mittelmeere zu*gehört. Wir haben Anlass, zu vermuten, dass dieses Gebiet, trotz-dem es seit alters durch eine grosse Heerstrasse durchschnittenwurde, lange Zeit nur schwach bewohnt und kultiviert war. Diesämtlichen Elsässerklöster der ältern Zeit liegen im Gebiete nörd-lich dieser Landschaft, ihr südlichstes ist Masmünster . Erst imzwölften Jahrhundert begann auch hier die klösterliche Nieder-lassung, durch Cluniacenser und Zisterzienser .
Dieses Mümpelgartische Land im Süden des Elsasses, wahr-scheinlich arrondiert durch Egisheimer Erbgut, ist später dieGrafschaft Pfirt. Der jüngste Sohn des Grafen Dietrich vonMümpelgart, Graf Friedrich, hat bei der Teilung dieses Sund-gauer Gebiet übernommen. Noch im Jahre 1105 nannte er sichnur Sohn des Grafen Dietrich, zwanzig Jahre später erscheint erzum ersten Male als comes de Ferretis, als Graf von Pfirt.
Aber auch bei ihm noch bezeugen sich Abkunft und fort-dauernde westfränkische Beziehungen durch seinen Titel einesComes Amancie (Graf von Amance in Lothringen ); auch zeigtsich das Burgundische in ihm durch seine Stiftung der Clunia-censerpriorate St. Morand und Feldbach . Aber er heiratet in el-sässische Beziehungen hinein durch Vermählung mit Stephanievon Egisheim, und sein Sohn Ludwig, der im Jahre 1189 auf demKreuzzuge stirbt, hat die Richenza von Habsburg zur Frau.
Die Geschichte dieses Grafenhauses Pfirt ist erfüllt von Lei-denschaft und Gewalttat. Sie währt wenig mehr als zwei Jahr-hunderte. Aber wie zu Beginn grosse Traditionen durch Erbgangund Heirat von zwei Seiten her in diesem Geschlechte Zusammen-treffen, so wirkt es bei seinem Ausgange durch reich dotierteErbtöchter auf die künftigen Schicksale des Landes.
In dieses Haus Pfirt mündet zu Beginn des zwölften Jahr-hunderts die gräfliche Familie von Egisheim, durch Stephania,die von ihrer Mutter, der mit Graf Gerhard von Vaudemont ver-mählten letzten Egisheimerin Hedwig, Gut und Namen der Fa-