tung eines Systems von festen Plätzen seine eigene, politischewie wirtschaftliche Macht begründen und zugleich die Machtdes Reiches in diesen Gebieten sichern.
Dieser Vorbereitung künftiger grosser Zustände brachte dieZeit König Lothars (1125—1137) eine vorübergehende Störung:den Kampf des bei der Königswahl unterlegenen Herzogs Fried-rich mit Lothar, in welchem Kampfe der Gegensatz von Staufenund Welfen zum ersten Male sich mächtig offenbarte. Frankenund Schwaben, dazu das Eisass, waren von Krieg erfüllt; auchder Bischof von Strassburg nahm daran Teil; im Sommer 1136traf er bei Gugenheim mit Herzog Friedrich in blutiger Schlachtzusammen. ; ; j -1 &j iS
König Lothar starb im Jahre 1137, und der HohenstaufeKonrad wurde sein Nachfolger. Das Herzogtum Schwaben bliebbei Friedrich, dem Bruder Konrads, bis es im Jahre 1147 anseinen Sohn, den Barbarossa, überging.
Von nun an ein Jahrhundert lang haben wir das imposanteBild einer Konzentration der staufischen Hausmacht und derKönigsmacht in diesen oberrheinischen Landen. Das grosseschon vorhandene Familiengut und das ausgedehnte Reichsgutschufen die Grundlage für diese kombinierte Machtstellung.
Was zu solchen äussern Mitteln des Ansehens hinzutrat,war die Art der Herrscher selbst.
Wie sympathisch ist schon die Erscheinung jenes burgen-bauenden Friedrich, wie ihn der Chronist schildert: tapfer imKampfe, voll Geist in den Geschäften, heitern Antlitzes undGemütes, von höfischer Rede, von freigebiger Hand. Um seinenSohn, den Kaiser Friedrich I., lebte der Zauber einer grossenPersönlichkeit. «Frisch, zuversichtlich, ritterlich, war er einKönig, wie ihn das Volk liebt. Eine auf das Höchste gerichteteAuffassung seiner Stellung und des geschichtlichen Berufes seinerNation erfüllte ihn.»
In diesen Hohenstaufen auch zeigte sich den Elsässern dieprächtige süddeutsch-schwäbische Art, verständlicher und ver-wandter für sie als was andre Kaiser und deren Gefolge etwains Land gebracht hatten.
Und durch Alles hindurch stets ein Bezeugen des Wohl-befindens, der Freude an Land und Leuten. Noch der späte, halb
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