Bischof Ortlieb von Basel ; auch er zieht wiederholt mit Fried-rich über die Alpen ; beim grossen Reichstag auf dem ron-kalischen Felde, im Jahre 1158, ist er anwesend, ebenso im Juli1167 bei der Eroberung Roms. Wenige Tage später erlag er gleichvielen andern Fürsten der furchtbaren Seuche, die in der römi-schen Campagna das kaiserliche Heer beinahe ganz vernichtete.
In der treuen Anhänglichkeit und Opferbereitschaft derbeiden Bischöfe von Basel und Strassburg sehen wir überhauptdas mächtigste Stück Elsässer Leben an den Gesta Friderici be-teiligt. Es ist die dieser Zeit eigene enge Verbindung von König-tum und Bistum. Auch im Kampfe mit der römischen Kurie;beide Fürsten sind anwesend am Konzil zu Pavia im Jahre 1160und sind Wähler des Gegenpapstes; auch die Bannung und Amts-entsetzung durch den Papst lassen sie sich gefallen.
Jenen Bischof Ortlieb, auf dessen kräftige Gestalt das meisteLicht von diesen Reichsbeziehungen her fällt, lernen wir schonin früherer Zeit als Begleiter des Staufenkönigs Konrad kennen.Beim unglücklichen Kreuzzuge des Jahres 1147 nämlich, für dender grosse Bernhard von Clairvaux in den Münstern zu Basel und Strassburg geworben hatte. Nach der Heimkehr weiss KönigKonrad nicht genug den Ortlieb zu preisen, der in allen Gefah-ren, bis zu Einsetzung des eigenen Lebens, ihm und dem Reichegedient habe.
Vierzig Jahre später handelt es sich wieder um einen Kreuz-zug. Es war der Zug, den Kaiser Friedrich anführte und vondem er nicht mehr nach Hause kommen sollte; auch BischofHeinrich von Basel, der mit ausgezogen war, fand im Ostenden Tod.
In dem hellen Glanze, den Persönliches und Nationales zu-sammen mit dem Universalsten der Regierung Kaiser Friedrichsverleihen, steht die staufische Administration des Elsasses vor uns.
In diesem Bilde darf vorerst die eine allgemeine Vorstellungnicht fehlen, dass das elsässische Gebiet als ein aus dem übrigenDeutschland herausgehobenes erschien. Nicht nur, dass diemaxima vis regni, die Hauptkraft des Reiches hier zu Hause sei,konstatierte der grosse Geschichtschreiber dieser Periode. Er nahmauch Anderes wahr: den Wert des Landes als eines bevorzugtenGeländes. Wenn schon der moderne norddeutsche Historiker
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