Aber im Uebrigen dominiert in den oberelsässischen Ge-bieten durchaus das Haus Habsburg .
Wir wissen, wie mächtig dieses Haus schon frühe gewesenist. Rudolf bringt dann die wichtige Erweiterung durch dasWeilertal; unter ihm auch schon kommt es zur einheitlichenVerwaltung des ganzen Landes, mit dem in Ensisheim residie-renden Vogt.
Rudolfs Sohn sodann, voll Tatkraft und Einsicht, KönigAlbrecht, stärkt und entwickelt die habsburgische Territorial-macht in hohem Masse. In seinem Streben, die argauischenGebiete mit den sundgauischen zu verbinden, stösst er auf dieGegnerschaft des Bischofs von Basel ; doch gelingt ihm der Er-werb der Herrschaft Wartenberg hart vor den Toren Basels. Erorganisiert überall die Vogteien; um die Verwaltung gut zuführen, lässt er in den Jahren 1303—1308 ein genaues Inventaraller seiner herrschaftlichen Rechte aufnehmen; es ist eineCodification der Einkünfte, wie sie damals auch in den Bistü-mern Strassburg und Konstanz, wenig später in den BistümernBasel und Speyer ausgeführt wurde.
Das Wichtigste aber geschieht dann durch den Herzog Al-brecht, den Sohn des Königs: die Vermählung mit der pfirtischenErbtochter Johanna.
Die von Leidenschaft und Gewalttat erfüllte Geschichte desHauses Pfirt ist uns bekannt. Auch die Söhne des Vatermörderslebten in wildem Hader. Von diesem Fluche und von finanziellerNot gedrückt überliess dann Graf Ulrich im Jahre 1271 seineschöne Herrschaft kaufweise dem Bischof Heinrich, dem gross-artigen Mehrer des bischöflichbaselischen Territoriums. Kaum170 Jahre hatte die Pfirtische Herrlichkeit gewährt, und ein hal-bes Jahrhundert später war es auch mit der Familie zu Ende.Im Jahre 1318 stand ihr baldiges Erlöschen zu erwarten; GrafUlrich hatte nur Töchter, und diesen erteilte Bischof Gerhardvon Basel als Lehnsherr die Fähigkeit, ihrem Vater im Lehenzu succedieren. Am 11. März 1324 starb dieser Vater; derSchwiegersohn Herzog Albrecht von Oesterreich nahm die Graf-schaft sofort in Besitz, als Vasall der Kirche Basel .
Aber der alte Graf Ulrich hatte s. Zt. durch Verheiratungmit Johanna von Miimpelgart-Belfort auch noch diese westlichen
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