nerin der neuen Wissenschaft; Schürer ist doctor artium, Ge-nosse der Sodalitäten von Strassburg und Schlettstadt, Freunddes Beatus Rhenanus . Dem entspricht seine Produktion; er istauch der erste Strassburger , der mit griechischen Lettern druckt.Endlich Grüninger und Hupfuff sind, nicht ausschliesslich, Dru-cker von populärer Literatur, von deutschen Werken, Erzählun-gen, Liedern, Kalendern, Traumbüchern usw. Aber auch bei Jo-hann Prüss ist Derartiges erschienen, um das Jahr 1480 dieeditio princeps der Schwanksammlung des Pfaffen Amis. Undauch sonst haben sich diese alten Strassburger Druckereien derVolksliteratur angenommen; in Strassburg sind «die Erstausga-ben von Parzival, Titurel, dem Heldenbuch, dem Ritter vonStaufenberg, Laurin, Freidank etc.» erschienen. Um diese «Rit-terbücher» durch Erzählung «wahrer» Abenteuer zu bekämpfen,publiziert der Humanist Ringmann im Jahre 1507 seine Ueber-setzung des Julius Caesar .
Neben der Eigenart und Fülle dieser profanen Welt stehtdie Kirche. Sie steht daneben, nachdem früher ihr Wesen soVieles geschaffen und erfüllt hat.
Um innerhalb des universalen Kirchenwesens das dem EisassEigene, das in die Landesgeschichte Gehörende zeigen zukönnen, bedarf es des Heranziehens unzähliger Einzelheiten. Dasist hier unmöglich. Einiges Wenige muss uns den Verlauf desGanzen während der Jahrhunderte vor der Reformation dartun.
Der kirchlichen Grösse der frühem Zeit gegenüber ver-kündet sich uns durchweg eine Abnahme. Die geistige Kraft desPapsttums erlahmt, und zugleich begibt es sich in dauernde Ab-hängigkeit von der französischen Politik. Wie es mit der Arbeits-frische und Fähigkeit der Kirche steht, zeigt die Tatsache, dassdie Mendikantenorden die letzte Gründung dieser Art für Jahr-hunderte gewesen sind. Im weltweiten Gebiete der Kirche, auchim Eisass, sehen wir eine zunehmende Zersetzung kirchlichenLebens. Gleich allen Städten erleben die Einwohnerschaften vonStrassburg usw. das hässliche Schauspiel des Kampfes von Pfarr-klerus und Mönchen um die Seelsorge.
Sodann erschüttert das grosse Schisma von 1378 die Rechts-ordnung der Kirche aufs tiefste; es vernichtet den Begriff des