er herein. Es war die alte Parteiung. Nur dass jetzt die Schwe den zurücktraten, dass Frankreich und der Kaiser die haupt-sächlichen Kämpfer waren. Es war auch noch immer der alteVerlauf mit den Märschen Land auf und ab, mit den Gefechten,den Ueberfällen, den Belagerungen, mit der Qual der Einquar-tierungen und der Requisitionen. Und stets das Hin und Her,das Auf und Nieder des Kriegsglückes, wobei die einzelnenGebiete, die einzelnen Orte aus einer Hand in die andre geworfenwurden.
Von eigentümlichem Glanz umgeben tritt uns aus diesemGewühle die Gestalt des Bernhard von Weimar entgegen. Nachdem Tode des grossen Schwedenkönigs Oberfeldherr der Bundes-armee geworden, schliesst er jetzt, drei Jahre nach dem HingangeGustav Adolfs , mit Frankreich den Vertrag von St. Germain, am27. Oktober 1635: er wird eine Armee aufstellen und Frankreich wird deren Kosten bestreiten; er wird diese Armee «sous l’autoritede Sa Majeste» kommandieren und dem Könige mit dieser Armeedienen «envers et contre tous»; dafür gibt und überlässt, «donneet delaisse» der König dem Herzog die Landgrafschaft Eisassund die Landvogtei Hagenau mit allen dem Haus Oesterreich dort zustehenden Rechten, «Es war ein Vertrag, der beiden TeilenHoffnungen erweckte, die sich widersprachen».
Bernhard erstrebte ein eigenes erbliches Herzogtum im Ei-sass, das er auf dem Grunde der ihm vom König zugestandenen«Landgrafschaft und Landvogtei» errichten konnte; Frankreich rechnete damit, durch diese Etablierung eines von ihm abhän-gigen deutschen Fürsten die Herrschaft Oesterreichs im Eisassauf eine das Reich nicht verletzende und doch dauernd den In-teressen Frankreichs dienliche Weise beseitigen zu können.
Jedenfalls lebt für uns von diesem Tag an in allen TatenBernhards, in seiner ganzen Kriegführung gegen Lothringer undKaiserliche, in seinem Siege bei Rheinfelden , in seiner Erobe-rung Breisachs der tiefere Sinn, dass es Taten Frankreichs sind.Er selbst dachte anders und wollte anders.
Da starb er am 18. Juli 1639, und Frankreich erbte ihn.Durch Vertrag vom 29. Oktober ging die Armee Bernhards inden französischen Dienst über; mit ihr gewann Frankreich dieMacht im Eisass. Er konnte diese Macht nach Wunsch befestigen
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