tige Erledigung. Phantasie, dichterische Neigung, Leichtigkeitdes Gestaltens lassen den begabten Grandidier eine Arbeit voll-bringen, zu der sein Fleiss allein nicht genügen würde. Sie be-reiten ihm aber auch Versuchungen. Nach den zahlreichen Fäl-schungen des zwölften Jahrhunderts, die wir kennen gelernthaben und nach den Fälschungen des Lützler Abtes BernhardinBuchinger im siebenzehnten Jahrhundert betreffen wir jetzt aufdenselben Wegen auch unsern Grandidier; er hat sowohl Ur-kunden angefertigt als strassburgische Annalen. Was ihn solchestun lässt, ist wohl die Lust, seine glänzenden Fähigkeiten auchauf diesem Gebiete zu erproben und zu erweisen, dazu vielleichtder Ehrgeiz des gefeierten Forschers, der Quellen entdeckt habenwill, die seinem grossen Vorgänger verborgen geblieben.
Richard Philipp Brunck , im Jahre 1729 in Strassburg ge-boren, kam während des siebenjährigen Krieges als französischerKriegskommissär nach Giessen und wurde hier, bei einem Pro-fessor einquartiert, für das Studium der griechischen Spracheund Literatur gewonnen. Vom Jahre 1760 an lebte er als könig-licher Steuereinnehmer in Strassburg und bildete sich nebendiesem Amte in freier Tätigkeit zu einem hochangesehenen Hel-lenisten, der zu Zeiten Schüler hatte wie Andre Chenier und diealten Griechen, den Anakreon, den Aristophanes , den Sophokles ,die Anthologie usw. edierte. Es waren geschmackvoll ausgestat-tete Ausgaben, «von einem eleganten Sohne des achtzehntenJahrhunderts auch für elegante Hände bestimmt». Sein Ver-dienst aber war, dass er bei diesen Editionen vielfach der bessernhandschriftlichen Ueberlieferung zu ihrem Rechte verhalf, na-mentlich unter Benützung der Codices der Pariser Bibliothek.Und bei aller dieser Arbeit war dem feinsinnigen Manne immergegenwärtig, dass er mit Poesie zu tun hatte.
Es sind uns einige lebensvolle Gestalten gezeigt worden.
Aber wir täuschen uns nicht über den wahren Zustand. Wasuns gewinnt und uns Eindruck macht, ist nicht das Ganze, son-dern da und dort eine solche Einzelerscheinung.
Wie das Eisass in seinem Sonderwesen der Wirkung wach-sender wirtschaftlicher Hemmungen ausgesetzt ist, so offenbartsich auch immer mehr sein Zustand staatlichen Abgeschnitten-