Frantzösische Geschichten.
;yr
und durch die eingefallene strenge Kalte viel Volcks verlohren, ohne wei-8.xvn.tere Verrichtung, als daß er theils Häuser und Kirchen in der Stadt rui-nirt/ wieder abziehen.
Jndeme nun der König in Frankreich und seine Mmkri gegen Nor - Todderden und Süden, in Niederland und Aftica, mit Feuer also wüteten, wurden Wranck.sie in ihrem eigenen Hause durch einen noch weit subtilem Feind, und dene reich,man noch weniger als die Bomben abhalten kan, nemlich den unüber-Den-o.windlichsten Menschen - Würger, angegriffen und in Trauer- Stand gesetzt, 2 »l'als welcher die Königin von Frankreich aus dieser Welt hinweg riß, undihr bald hernach noch dazu des Königs natürlichen und sehr geliebten Sohnvon der Valiere, den Duo 6s Vcrmandois (welcher in seiner blühendenJugend, nemlich im 17. Jahr seines Alters, verstorben, an einem Fieber,das er in der Belagerung vor Courtray von einer Bestürtzung, ob demTod eines Cavalliers, der ihm an der Seite erschossen worden, überkom-men) wie auch den berühmtesten Staats-Mnilier und RenntmeisterHlonlieur 6e Colbert gleichsam als zu Geleitsmännern zugab.
Diß aber schröckte Frankreich nicht ab, daß es nicht nach wie vorLn.rLZ«.fein Vorhaben gegen Spanien solte ausgeführt haben : Dann nachdemSpanien an Frankreich den Krieg angekündet, in der Meynung, seine Al-liirte dadurch zu nöthigen, ein gleiches zu thun, diese aber deßhalben sich ineinen neuen Krieg einzulassen gar nicht vor rathsam befanden, weil dasRömische Reich mit dem Türcken noch gar zu enge verwickelt, Engellandes öffentlich mit Frankreich hielt, Holland aber, bevorab bey Spaniens vor Augen liegender Schwäche, das Merck hinaus zu führen allein auchnicht im Stand war, und mit eigenen innerlichen Unruhen genug zu thunhatte, so bekam Frankreich dadurch desto mehr Gelegenheit alle seine MachtgegenSpanien anzuwende.Es führe derohalben nicht allein mit seinen angefan- Luxem.genen feindlichen Verfahren gegen das platte Land fort, da es etliche hun- Aurgdert Dörffer in die Asche legte, und über s. Millionen an Brandschatzungohxrterpressete, sondern griff auch dißmal die Stadt Lurembourg, wornach denFrantzosen das Maul so lang gewässert, mit einer förmlichen Belagerungunter dem Marschall 6e Crequy an. Der Gouverneur Printz von Chi-may wehrte sich zwar tapffer, daß ihm auch die Frantzosen selbst das Lobsprechen musten, weil er aber mit nicht mehr als 1800. Soldaten undetwan iooo. bewehrten Bürgern zur Besatzung versehen war, (da Hinge-nen die weitläufige Vestung wohl viermal so viel erfordert hätte) auchkeinen Entsatz zu hoffen hatte, so muste er nach vier wöchigem Wider-stand diese Haupt - Vestung, so allezeit vor das Thor, wodurch man ausTeutschland die Spanische Niederlande unterstützen können, geachtet wor-den, den Frantzosen einräumen. Bey dieser Belagerung hatte sich unterandern! diese Merkwürdigkeit zugetragen, daß zwey Bomben, eine aus der
Stadt