Schwedische Geschichten. _ 4??
vor Schweden selbiger Orten nicht wenig besorgt: Die Moscowiterabcr, 8 . xvn.die die Narvische Belagerung anfiengen , ehe sie noch ihr schwäres Ge-schütz an der Stelle hatten, und solches auch wegen weiter Entfernung undbösen Weegs nicht so bald bekommen kunten, kielten sich vor NarvavonMitte Septembris biß Ends Novembris auf, ohne das geringste auszurich-ten/ und liessen also dem König in Schweden Platz, daß er nicht allein mey«rer Volck aus Schweden und Finnland naher Wand übersetzen, sondemauch in eigener Person dort hinüber gehen kunte, da er indessen die Re-gierung zu Hause seinem Herrn Schwager dem Hertzog von Holstein an-vertrauet. Man schätzte aus das höchste die Schwedische Armee 20020.
Mann starck, und weil man unterschiedliche Posten damit besetzen muste,so kunte man auch diese nicht völlig gegen den Feind anführen; nichts de-stoweniger beschloß der König in Schweden , ungeachtet der bösen Jahrs«
Zeit (es war im November) und seiner Generalen Abrathen, die Mosco-witer in ihrem Lager anzugreiffen: Des Volcks, das er bey sich gehabt, soll Deu;».über 8002. Mann nicht gewesen seyn, (rviewohl man es vor der Schlacht Nov.vor weit stärcker ausgegeben, und mit dieser geringen Macht gieng er derA^a.'grossen Moscowitischen Armee, von welcher der Czaar 2. Tag vorher weg-geschiagr.gereißt, dergestalt auf den Leib, daß er sie nicht allein aus verschiedenen ih-rer Vorposten, sondern auch letztlich ganß und gar in die Flucht trieb, mitZurucklassung ihres gantzen Lagers und aller Artillerie von 126. Canvnenund 42. Mörsern; da dann, weil sie den Fluß bey Narva paßiren musten,deren ein grosser Theil ersoffen. Über 12222. Mann , die sich verspätet,wurden noch in den Hpprocken vor Narva angetroffen, da sie sich aufGnad und Ungnad ergeben musten, die man aber nach Ablegung ihres Ge-wehrs frey abziehen ließ. Sehr viel Officiers aber, und darunter der Her-tzog von Croy sechsten, nebst den meisten Teutschen, wurden gefangen. Man Wahrkan nicht genug beschreiben, mit was vor Verstand und Unerschrockenst„jg/j,der König von Schweden bey dieser Schlacht sich aufgeführt, und wie Schwe.sehr er sich überall gewagt habe, also, daß auch seinem Pferd, darauf er ge-den.ritten, mit einer Stuck-Kugelnder Kopf glatt vvm Leib hinweg geschossenworden.
Stuf diese Weise mn ward Narva glücklich entsetzet, und liZnrlitte sichder junge König in Schweden in diesem letzten 8 ecuIar-Jahr durch diese 2.grosse Thaten, nemlich durch die Hülff, die er dem Hertzog von Hol»stein geleistet, und durch den Entsatz von Narva .
Dähm-