Dritter ?erio6us. VIII. Capitel.
506
§ xvn.
Römische Geschichten.
Jnnocentius X!.
Streit MVAs nun den Römischen Hof anbelanget / so war im Anfang dieses ?e-wegen riocjj seine vornehmste Beschäfftigung mit der Frantzösischen Clerifty,
mit wegen ihres Lynottal-Schlusses/welchen sie so wol wegen der KeZale als auchFranck- der Päbstlichen ^utkorität und Unfehlbarkeit gemacht haben / wie wir im all-reich. bern Capital bereits angeführet, worwrder der Päbstliche Stuhl nachdrück-liche Schreiben und Lrevis an die Frantzösifche Bischöffe ausfertigte. Eswar aber die Eifersucht des Königs in Frankreich dieser Zeit gegen den da-Ln. i68-« mals regierenden Pabst Jnnvcentium XI. noch allzu starck, als daß er denen
Seinigen solte zugelassen haben, von ersagten Schlüssen abzuweichen; blieben !derohalben die Sachen auf beyden Seiten aufzimlichen Verbitterungen, so !gar, daß man auch, als ein gewisser Frantzos nach begangener Missethatsich in die Päbstliche Stadt Avignon (so in Frankreich in der Provence liegt) geflüchtet und von dem ViLe-s.eMten alldorten zur Auslieferung verlan-get , diese aber abgeschlagen worden, man Frantzösifcher Seits alsobald An-stalt machte die Stadt zu bezwingen, und den Fehlbaren mit Gewalt herauszu holen; so auch ohne Zweifel erfolgt seyn würde, wofern der PäbstlicheViae-I^e^r sich nicht bald eines bessern bedacht, und den Fehlbaren aus-geliefert hätte.
Sonsten gieng auch in diesem Jahr eine merckwürdige Wahl von Car-dinälen vor, indeme deren 26. Stellen ledig waren, worzu seine Heiligkeitdißmal scchszchen auf einmal ernannte.
/in. 1684. Die folgende Jahr über bezeugte seine Heiligkeit nicht allein ihren EyferDer jn Beschühung der Rechten ihres Stuhls bey obgedachter noch immer fort-^ickt währender Streitigkeit ob der Frantzösischen keMl?, worzu auch bald Her-grosse nach eine neue wegen der Qvartier Freyheit kam, (davon gleich hier unten8uK<i6ien soll gesagt werden) sondern auch durch die grosse Hülffs-Gelder, die sie Käy-wider serlicher Majestät und deren Alltirten zu dem Tütchen Krieg vorschössen, alscken. denen sie von Zeit zu Zeit viel Tonnen Goldes an baarem Geld zugeschickt,und zu solchem Werch einen grossen Antheil von den Einkünfften der nochledigstehenden Cardinals-Stellen anwendeten, auch gar etliche Klöster undGeistliche Leneticia zu eben diesem Ende einzogen,breit Was aber die erstgemeldte O.vartier Frcyheit anbelanget, so hatte esQEtter mit selbiger diese Bewandtnus, daß von geraumer Zeit die Ausländischem-Freyheit. dMäeurs zu Rom , auch die Cardinäle und andere vornehme Herren her-gebracht , daß in den Häusern wo sie wohnten, und in denen die auf demfel-ben Platz am nächsten herum stunden, kein Scherg oder 8xlrri, noch an-dern