Türckische Geschichten-
Türckifthe Käyser hätte gerne seinen Groß - Vezier erhalten, weil aber sein 8. XM.eigener Kopff nicht allzu sicher war, so muste er jenen, um den seinen zu ret-ten, der schwängen Militz überlassen, und ihren aufgeworffenen Osman zumGroß- Vezier bestätigen. Dem unglückseligen alten Vezier Solyman, mu-sten auch Gesellschafft leisten sein Schwäher-Vatter, der vormalige Groß-Vezier Kara Ibrahim, der in Rhodis bißher ein krivst-Leben geführt, undwas sonst von seinem Anhang in Ansehen war.
Der Sultan vermeynte durch diese Mllücre dem Volck ein Genügen Widergethan zu haben, weil aber dieses dem Sultan selbst die gröste Schuld aller Sul.bißherigen Unglücke zuschrieb, nicht allein weil er den Frieden mit dem Rö- »ehebei-mischen Käyser, der dessen Verlängerung so eiferig gesucht, unzeitig, und noch ne grossedazu vor Ausgang der Stillstands-Jahre, gebrochen, sondern auch weil er Lonhi.selbsten sich seines Staats gar nichts angenommen, da er alle seine Zeit bloßmit Jagen und beym Frauenzimmer zugebracht, so ward durch obiges Ver-fahren die Sache nicht besser, sondern die Militz in ihrem Trotz und bösenVorsatz nur behertzter. Der Sultan merckte die gefährliche Anschlage, Dieserdie wider ihn geschmiedet würden, gar bald , begäbe sich derohalben von A will stinedrianopel nach Constantinopel ', und weil er kein Mittel sahe sich zu erhalten,so verfiel er auf das im Ottomannischen Reich gewöhnliche äusserste Mittel, gen.nemlich seine Brüder umzubringen, damit ausser ihm und seinen Kindernniemand vom Ottomannischen Stammen vorhanden seyn möchte den manauf den Thron sehen könte: Wie er aber wohl wüste, daß das Volck mehrZuneigung zu seinen Brüdern als zu ihm hatte, so durffte er sein Vorhabenöffentlich nicht mercken lassen, sondern gab dem Chislar Aga, oder Obri-sten Hofmeister, allein zu verstehen, daß er gerne seine Brüder besuchen wol-le, um sie zu bitten, im Fall einer aus ihnen auf den Thron kommen solte,daß er ihm und seinen Kindern nichts Leids thun wolte; dieser Officier aber,der wohl begriff was unter dieser VMe verborgen war, benachrichtigte dasVorhaben andern Bassen, und endlich dem neuen Groß - Vezier, von wel-chen allen ohne Zeit - Verlurst beschlossen ward, daß man die Brüder in darüberdas alte 8eraZio retten, und den Sultan gar vom Thron sehen wolte. So abgesetzt,gesagt, so gethan. Der Vezier schickte eine gute Anzahl Janitscharen nachder Stadt, die in einer kurhen Lonlerentr mit dem Muffti, oder ObristenPriester, Caimacan, oder Statthalter, und andern Bassen die Sache aus-machten , darauf in das alte 8ergZIlo gierigen, und dem Käyserlichen älte-sten Bruder Solyman die Regierung auftrugen. Als dieser solche ange und setztnommen, giengen sie in den Käyserlichen Pallast, und kündeten dem Käyser »ch ver.Mahometh I V. der von allem dem, was vorgegangen war, noch das gering üblichste nicht wüste, den Errett an : Dieser entstellte sich sehr darüber, und wol-^A>evr.te sich gegen dieAnkünder mit einem Messer zur Wehre setzen , die Umste-
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