Moscowitische Geschichte«' ;;r
tulstion, und schlosten solche mit dem Moscowitischen General Schein,«. XM.dadurch ihnen ein freyer Abzug verwilliget ward.
Diese Eroberung wie sie von sehr grosser Wichtigkeit, weil sie nicht Einallein den Czaaren zum Herrn vom gantzen Don - Strom machet, sondern Mosca«ihm auch das Schwartze Meer öffnet, daß er mit seinen Schiffen biß vor einenConstantinopel streiften kan, setzte den jungen Czaaren so wol bey seinem E»Volck als den Ausländern in grosses Ansehen, er zog auch mit einem sol-chen Triumph in Moßkau ein, als man vorhin nie gesehen, und mustendie gefangene Türcken sich auf die Erde nieder legen, damit er mit seinenTriumph-Wagen über ihre Leiber fahren kunte: Er ließ auch einen Teut-schen Constabler, der von ihm zu den Türcken über gegangen, und garTürckisch worden war, auch den Moscowitern zimlich Schaden zugefügthatte, an einem Galgen (der auf dem Wagen stunde) hinter seinem Be-folg zum 8peLt3cu1 daher fahren, und hernach radbrechen.
Weil aber dieser Czaar zimlich grausam mit seinen Leuten umgieng,so mochte diese erlangte Ehre ihn doch nicht schützen, daß er nicht immer-fort heimliche Nachstellungen solle auszustehen gehabt haben, gestaltendann um diese Zeit eine solche abermal an Tag kam, die nach des Czaa-ren Leben zielte, worüber aber eine grosse Anzahl so wol vornehmer alsgemeiner Leute erbärmlich hingerichtet wurden.
Es seye nun daß der Czaar vor dergleichen heimlichen Nachstellungen sich an. 1697.hat in mehrere Sicherheit setzen wollen, oder daß es ihm wahrhafftig da-Thut einerum zu thun gewesen, daß er die Welt besehen, in selbiger etwas lernen,und insonderheit in dem Schiff-Bau und der Schiffer-Kunst, zu wel-ropa.cher er ein absonderliches Belieben hatte, sich mehrers geschickt machenwollen, so nahm er eine Sache vor, dergleichen nicht erhört worden weilMoscau stehet. Dann an Statt daß sonsten das Reisen in fremde Lan-der den Moscowitern ohne Erlaubnus des Czaars hoch verbotten, diese Er-laubnus auch gar selten gegeben wird, so entschlösse sich der Czaar dißmal,daß er in Person eine Reise unbekandter weise durch Europam thun wolle,nahm auch viel junge Söhne der vornehmsten Bojaren mit sich, unterdem Vorwand, daß er sie gute Künste wolle lernen lassen, in der Thataber daß sie ihm an Statt der Geiste! dienen möchten währender seinerAbwesenheit. Er hatte einen Wniltrum Franciscum le Fort, einen Genf -fer von Geburt, den er zu seinem General und Admiral gemacht hatte,und gar sehr liebte, diesen schickte er in Gesandtschafft an die mehreste Hö-fe von Europa, und gab deme noch zu seinen General - Kriegs-Lommis -Ibrium und Stadthalter von Siberien, Galowin, und seinen Ober - Canh-ler Woßnicin, als Mit-Gesandte; er sechsten aber begab sich unter seinBefolg gleichsam als ob er heimlich dabey stehen wolle, doch gab er sichan allen Höfen kund, und empfieng die seinem Hohen Stand gebührendeEhren. Auf