^4 Vierdtev kerioäus. I. Capitel.
Ln. 1700-folge, daß nach der Dionysiamschen Zeit - Rechnung, da man allezeit derOrdnung nach gezehlet, das Jahr 1702. erst das Ende des 17km 8eculisey. Zum andern, sey unlaugbar, daß man alle Lecula der Ordnung nachvon dem ersten biß zu dem letzten zehle, dann 100. wären nicht voll, wannnur 99. vorhanden; daher auch alle Zeit - Rechner einstimmig die völligenl Ov. Jahre zum Beschluß eines Jahr - Hunderts machten. Der Päbstli-che Hof könne mit dem angesetzten Jubel-Jahr der Sache nichts beneh-men, weil dieses nicht auf die 8'eculg, sondern von einem hundert-jähri-gen Raum zu dem andern gerechnet würde, wie derer Kinder Israel Ju-bel Jahr. Alles kommt auf die Entscheidung der Frage an, wann daserste Jahr unsers Heylandes gerechnet worden ? Ob in dessen noch währen-dem Lauste, oder nach desselben gäntzlicher Erfüllung ? Weil dieses abernicht zu entscheiden, so behält die letzte Parthey wahr, welche 1700. zum letztenJahr des 17km 8ecuU machet. Wir aber wollen keinem Theile damitEintrag thun, baß wir des jetzt-lauffenden i8ten 8eculi Geschichte mitdemselben Anfangen.
Zustand Ehe wir diese unsere neue Geschichte anheben, müssen wir sehen, wie
^en^Eu'- ^ Zustand in Europa befunden, als das vorige 8eculum, oder, wie
Apz. ° man will, das vorige Jahr geschlossen. In dem vorhergehenden ganhenLeculo von 1600. biß I7LO. welches zu verwundern , ist kein eintzigesJahr so voller Friede, als dieses, gewetzt; das Kriegs- lüsterne Europa hatgleichsam in diesem Iahn ruhen wollen, damit es in denen künfftigen Zei-len sein eigenes Blut mit desto grossem Kräfften abzapffen könne. Es sindzwar in Lithauen bey Elbingen , Castiglione, und Mondovi einige Irrungenentstanden, welche aber vor keinen Krieg, als durch die folgende Zeit, zuhalten seyn. Hingegen sitzet man in diesem verflossenen glücklichen Jahreden Carlowihischcn Frieden, dergleichen die Türckische Pforte noch niemalseingehen müssen ; und die abgezeichnete Gräntzen zwischen derer Christenund Türcken Gebiete, welche Entscheidung man vor dem sich kaum einbil-den können; Pohlen bekam Caminiec wieder; die Brandenburgische Anfor-derung auf Elbingen wurde beygelegt; die Trublen wegen Neufchatel ver-schwunden so geschwind, als sie entstanden; der Unterscheid in der altenund neuen Jahr - Rechnung war zum theil aufgehoben; Handel und Wan-del florirte an allen Orten, weil Algier, Tunis und Tripolis den Friedenbitten muste; Frankreich und die hoben Mitten stunden in gutem Ver-nehmen ; der König in Spanien machte durch seine Wiedergenesung alleAbsichten auf seine Erb-Folge zu nichte; ja, es schien, als wann durch soviele gute Anordnungen die güldene Zeiten in Europa einbrechen sollen. Daßich Spaniens noch einmal gedericke , so wäre der Chur-Prinh vonBayern gestorben, welchen jener kränckliche Kömg vor einigen Zeiten zumNachfolger bestimmet hatte, daß also die Schickung GOtteö auch hierinncn
etwas