Teutsche Geschichten.
„ aber auch Versicherung gethan, vor der würcklichen Einführung dassn. r?«-„ Churfü-^liche LoüeZium deßwegen zu vergnügen. Da nun neulich die„ drey noch urück gewesene Churfürsten ihre Stimmen wegen der Frage:
„ Ob es zuthun? ertheilet, hatte solches kein Absehen, die zusammenhal-„ tenden Fürsten zu entblösen, sondern der Kayser würde mit dem Chur -„ fürstlichen EolleZio vielmehr versuchen, auf was Art ihnen ein Genü-„ gen geschehen könte. Wie dann auch der Kayser verspräche die Emsüh-„ rung in das Churfürstlichr Eoile»ium vor derer Fürsten Genehmhnltung„ mehr vorzunehmen. - Es könten diese sich mit Maynß in Tractatcn bege-,, ben, welches dem Reiche viel ersprießlicher seyn würde, als sich der ge-„ fähriichelt Hülffe anderer Potentaten zu bedienen. Es waren aber die^erlan-zusammenhaltenden Fürsten zu Nürnberg mit diesem Entschluß schlechteren vonDings nicht zu frieden, und haben hierauf Franckreich und Schweden , Frmick-als Mittler und Beschützer des Westfälischen Friedens , ersucht, die Fürst-liehen Rechte in Teutschland schützen zu helffen. Dann, es wäre durchdie neu-eingeführte Chur das ihnen in dem Westfälischen FriedensS6)lus Schutz,fe zugestandene Recht, ihre Stimmen frey zu geben, zum höchsten beleidi-get , sie hofften aber doch, die Sache wieder in Stand zu bringen, dafer-ne sie, als welche den Westfälischen Frieden geschloffen, sich ihrentwegenbey dem Kayser ins Mittel schlagen wollen. Welche Ansuchung l 722.den 19. Aug. zu Nürnberg geschlossen ward. Der Franhösische Abgesand-te Chamoy schickte hierauf den 4. Sept. einen 8ecreMrium cle Fremonnach Paris , in welcher Zeit der Eonventjri Nürnberg gäntzlich auseinan-der giengs. Franckreich war es eine gefundene Sache, sich in diese Hän-del zu mischen, und in Teutschland Unruhe anzustifften, wordurch es bei-der jetzigen Erb - Folgs - Sache in Spanien im trüben zu fischen gedachte.
Also kam der ÄLremrius unverzüglich mit des Königs Entschluß wiederumzurück, und Chamoy erböte solche Chur-Mayntz zur Oiümur zu bringen,welche auch, ungeacht der Rakhsgang zu Regenspurg biß anhero fast gantzund gar unterblieben, den zo. Nov. geschahe. Der Znnhalt bestündekürtzlich darinnen: „ Die neunte Chur wäre eine Sache, so wider den„ Westphälischen Frieden liesse, doch hätte Franckreich dabey stille geses-„ sen, weil es vermeinte, der Kayser würde denen Fürsten genügsame St-^ cherheit geben. Indem aber der letzte Käyserliche Entschluß gantz ein an-ders zeigte, könte sich der König der Anruffung derer Reichs - Fürsten„ Md Schuhes des Westfälischen Friedens nicht entziehen, sondern hät-„ te seinem Gesandten zu Regenspurg Befehl ertheilet, denen Fürsten zu„ versichern, daß er ihre Gerechtsame als Bürg schützen wolle, und wolle„ es also weder an Beweißthum, noch an andern Mitteln, ermanglen last„ sen, damit derer Fürsten Recht durch eine unnmhige Chur , welche ge-„ gen die güldene Bullaund Erklärung 1647. nicht möge gekran-
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