Band 
[Dritter Theil]
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deutsche Geschichten.

^ fem hatte auch der König in Frankreich ^nno i66z. mit denen Cantonenein Bündnuß gemacht, wodurch sie gehalten sind, daß, wenn Franckreich

> sich des Mayländischen Staats bemächtiget, und in ruhigem Besitz diese-

^ Hertzogthums wäre, wie selbiges dabey zu erhalten und zu schützen, ihre«

^ Beystand anwenden sollen. Der in der Schweih sich befindliche Kayserli«

che Lmbgllsäeur, der Graf von Trautmansdorff, stellte denen Cantone«

- bey allem diesem Anbringen vor, daß Philippus IV. in Spanien diese«

^ Tractat mit ihnen zwar eingegangen, allein es beziehe sich dasganhe Wersk

^ auf ihn und seine Nachfolger. Nun hätte er aber in seinem Testament ab

': lein die Oesterreichische Linie, mit Ausschliessung aller andern, vor seine

Nachfolger erkannt, weswegen sie auch Oesterreich , nicht aber dem Her-hog von Anjou, wegen Mayland Beystand zu leisten schckdig wären. Der^ mit Franckreich gemachte Tractat fände hier deswegen keine Statt, weil

k Oesterreich dem Hertzog von Anjou keine Einsetzung über Mayland gege«

O den, und er also vor keinen Besitzer dieser Länder zu achten seye. Allein

A die Frantzösische Parthey hatte viel kräfftigere Beweißthümer, denn weil

M. sowol Franckreich als Spanien rückständige kenstones zu zahlen hatten,

k r trugen diese Minister einen Theil davon ab, und versprachen, das übrige,

r so sich noch auf drey Millionen erstreckt, in gewisser Zeit zu liefern. Die-

r- fts brachte die Cantons gleich zu- einer Entschließung, deswegen eine Tag-

' Satzung nach Baaden anzustellen, welche auch im Julio gehalten ward,

und beschlossen die Cathdlifchen Cantons, Lucern, Schweitz , Unterwal«den, Freyburg, Catholisch Appenzell und Zug, das Mayländische Lspitu-L Ist anzunehmen, Uri aber und der Abt von 8r. Gallen, wollen die Sachennoch zu einer Überlegung nehmen. Dieses geschahe also unter der Ver-sprechung , die drey Millionen richtig zu machen. Welches auch der Spa-nische Abgeordnete Cafati zu thun gelobte. Die von Franckreich verlangte6oc>o. Mann kamen deswegen noch zu keinem Schluß , weil die Refor-

- mierten Cantons ihre Einwilligung darzu ertheilen musten, welches mehrereMühe erforderte. Damit man auch den Kayser einiger Massen vergnügte,wurden die zwey schon ehemahls verwilligten Regimenter nunmehro zu

> Stande gebracht. Es war aber in dieser Tag-Satzung vor des Vatter Stehe»

r lands Wohlfarth Sorge zu wagen vergessen worden- Also stellete managenih.

. den z. Sept. eine andere an, welche bloß das Absehen vor der RepublicU Lan»

Wohlfarth hatte- Die wegen der zweyen Religionen öffters uneinige Can-7 tons traten in eine solche genaue Verbündnus , daß dergleichen von Anbe- alle für

- ginn der Republic nicht bey ihnen gesehen worden. Man schloß erstlich da einenbey, daß, wofern eine von den kriegenden Partheyen den Staat in Unruh

^ sehen solte, man durch den allgemeinen Land Sturm Gewalt mit Gewalt7 vertreiben wolle. Zum andern sötte Franckreich, wegen der schon veru»

: ruhigten Schweitzerischen Herrschafft, 8gtj8f3Äion geben. Zum dritten,

ül. Theil. Mmmm m trüge