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Sommer und Winter in Südamerika : Reiseskizzen / von Alfred Stähelin
Entstehung
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wellte es war aber auch die höchste Zeit zum Uebergang

schon stiegen Nebel auf und begann es zu regnen,sobald wir in niedrigere Regionen gelangten. Ich -ver-spürte in dieser Höhe von über 14,000 Fuss keinerleiSymptome der Bergkrankheit (soroche), die sich durch Ath-mungsbeschwerden, Uebelkeit, allgemeines Unbehagen etc.äussert und der manche Reisende, besonders die Küsten-bewohner, unterworfen sind.

Der Chimborazo -Pass -wird täglich stark begangen.Reisende in dichten Ponchos, das Gesicht bis an die Augenmit Tüchern und Mofandas (Cachenez) eingehüllt, blaueBrillen zum Schutz gegen Staub und Sonne tragend, rittengravitätisch an uns vorbei. Indianer gingen im Laufschritt

um sich zu erwärmen über die Passhöhe dahin;ab und zu begegneten wir solchen, welche Lama-Herdenführten und, bis wir vorbei waren, mit dem Hut in derHand demüthigst zur Seite des Weges stehen blieben,um ein Almosen flehend:Un realito, Senor patron . .

Etwa eine halbe Stunde vom Arenal entfernt liegtam Fusse des Chimborazo das Tambo Totorillas, 3910 mü. H., wo man etwas zu essen findet und die erstarrtenGlieder am Feuer wärmen kann. Als wir ankamen,waren noch einige ecuadorianische Herren dort, die nachGuaranda hinunter wollten; sie trugen vollständige Sierra-Ausrüstung: Poncho, Polainas u. s. w. Ich liess demMahl, das aus Locro (Kartoffelsuppe) und Chocolade be-stand, alle Ehre angedeihen, denn etwas Anderes undBesseres war nicht erhältlich. Die Leute vom Tambo,eine arme, aber ehrliche Indianerfamilie, verlangten dafürdas bescheidene Sümmchen von 1 Real (ca. 50 Cts.).Für die Thiere findet sich hier bloss Luzerneklee (alfalfa)vor. Das Tambo ist von einem Steinwall umgeben;