Band 
Zweyter Jahrgang. Zweytes Vierteljahr. 1782
Entstehung
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trachtliche Anzahl von Stimmen hatte — Escherwar derMann, der sobald er in die Regierung trat, bis an denlczten Augcnblik seines Lebens, der Liebling seiner Mit-bürger, ihnen so theuer wie ihr Augapfel, sowie Heideg-ger das Oracul der Großen war — Escherwar der Mann,deßen Leichenbaar beynahe zwey tausend Mitbürger undMitbürgerinn,, und wenige mit trokenem Auge folgten —Für gewöhnliche Erdensöhne, wie viele Nahrung zumNeide ? und diese herrliche Leichenrede halt ihm sein Neben-buhler noch in den leztcn Zügen?

Wie wol einem bey solchen Handlungen um's HerzWird? IstS mir doch als sah' ich Voltairu, hcy Durchlcsungvon Racrnens Trauerspielen in Wonne hinsinken, mit gie-rigem Ohr den kleinsten Wolklang aufhaschen— SanfteThränen auf sein Buch herab träufeln lassen, sich dennwieder aufraffen , und ganz in Lntzükung verloren ausruf-fen: «Nein, erhabener Mann, deinesgleichen findest du„ nicht! " Ist mir nicht, als hört' ick Bernini, bey'mAr.blik dcs majestätischen Louvre, in tieffe Verwund'rungversenkt, ausruffen : » Wenn Paris in seinen Mauern„ solche Baumeister hat, warum ließ man mich von Rom ,, kommen? " So spricht von großen Männern ein großerMann!

Eben so weit von der Rachsucht, als vvm Neide warHeideggers große Seele entfernt — Im lczten Jahre seinesLebens vertiefte sich, durch verschiedene Unglücksfälle einjunger Handelsmann, sein Mitbürger, Vater einer zahl-reichen Familie so sehr in Schulden, daß er endlich seinVaterland zu meiden, und seine Habschaft seinen Gläubi-gern zu überlassen, genöthigt war — Er ließ seine Gattin,