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Hier fand er einen Os vald Myconius, der daſelbſt lehrte.Plater nûste ſeinen Unterricht, und that, um ſich zu erhal-ten, die Di nſte eines Fan: uius, Boten und Holztraͤgers,mußte aber doch manchen Tag mit gekochtem Salzwaſſervorlieb neh: nn. Indeſſen brachte ers hier fo weit, daß eranfangen konnte, andern Unterricht zu geben. Er glaubte,eine Profeßioꝛ werd. ihn beſſer naͤhren, und gieng bei ei-nem Seiler ti Dienſte. Da dieſer ſelbſt nicht Hanf genughatte, um ei em Gehuͤlfen zu thun zu geben, fo macht Platerſeine ganze muͤtterliche Erbſchaft zu Gelde, die gerade hin-reicht einen Centner Hanf zu kaufen. Unter dem Spinnennimmt der junge Seiler von Zeit zu Zeit ſeinen Homeraus der Taſche, um ein paar Verſe zu leſen. Ein Freundſchenkt ihm einen ungebundenen Plautus, deſſen einz lneBogen Plater auf ein Gaͤbelchen heftet, um ſie unter demAusſpinnen der Seile zu leſen. Weil dies aber doch muͤh-ſam war, und der Meiſter zuweilen daruͤber zankte, foblieb er ganze Naͤchte auf, und nimmt kaltes Waſſer,oder Sand, oder rohe Ruͤben in den Mund, um ſich denSchlaf zu vertreiben. Von Zurich beziebt er ſich nach Baſel,wo er in der Woche einen Bazen Lohn erhaͤlt. Aber dieſerreicht kaum hin, die Kerzen fuͤr die Nacht zu kaufen, nochviel weniger alſo zu Buͤchern. Daher ſchrieb er ſich einehebraͤiſche Grammatik vor der Oefnung des Ofensab. Man iſt verſucht, dieſe Erzaͤhlungen von Platers unſaͤnlicher Geduld und Feſtigkeit des Geiſtes fuͤr romanhaftzu halten.
Endlich erwekten ihm ſeine Kenntniſſe Goͤnner. Eraſmusvon Rotterdam und Beatus Rhenanus von Schlettſtadtbeide damals in Baſel, wollen ihn ganz fuͤr die Wiſeenſchaf-