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Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
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Allgemeine Anmercknngen

wegen des grossen mißbrauchs des katzer-na-mens wol erfteuen/und hingegen des namensder orr^o^oxre fast schämen und entschüttenmuffen?

2 s. Und da einige wircklich in gewissen irr-thurnem des Verstandes oder willens gesiecket /ob nicht solch ftuer der tröbsalen dieftstoppelngründlich ausgcbmnt/dasgold desglaubensaber desto reiner und bewahrter gemacht l>abe?

26. Dagegen ob ihre Verfolger und lästeretsich drßfali's vorGOtt in seinemgerichte einesnurenwercks rühmen/und den geringsten gna-den-lohn zugewarten / oder nicht vielmehr zu-frieden seyn werden muffen/wo der geringsteerster der auch nur mit Unverstand verübet wor-den / ohnt,harre straffe vergeben und abgethanwerdtn möchte?

27. Obdannenheroalle diejenigen bestehenwerden / welche sich darauff verlassen /daß siezu CHristo HErr/HErr^ gesagt/in dessen na-men geweiffager / die katzer und andere bösegei-sierausgetneben/ undsolche heuchel-rhatenge-rhan? Oder ob sie nichr von CHristo werdenweichen müssen / weil sie den willen GOttesnicht/wol aber Übels gethan haben?

28. Ob nicht Ämhaubt einunbarmhertziggeeicht gehen werdeüberalle/die auch an wirck-lich irrenden keine barMhertzigkeir in liebe/sianffcmuthund bescheidenheir/ und tolerans er-wiesen haben? Und ob es nichr / wie sich diebarmhertzigkeit wider das gerichte rühmete / al-so die unbarmhertzigkeit das gerichte Hausse undbeschleunige?

29. Ob nicht mancher von der welk verdam-tcv katzer in der Herrlichkeit mit allen ehemalsverworffenen und getödteten zeugen GOttesttriumphirm/öte hochangesehenen kätzermeisieraber mit allen tyrannen/ abgöttischen / blutgie-rigen/ falschen / lügnem/ todtschlagern unddergleichen draussen seyn müssen?

zo. Ja ob nicht endlich derHErr dareinse-hen / und wer msgefangnüßführet/selberhin-ein kommm/wer die erde verderbet/selberver-derbet werden müsse? undobnichtdie/welcheden gerechten vor ein verachtetes lichtlein/undsein leben vor unsinnig gehalten/ sich endlichhier oder dort nach erkantnüß ihrer blindheitselbst narren / des rechten weges verfehlende/und des lichts beraubte/ d. i. vor rechte eigent-liche und tormsie katzer halten und bekennen

Beautworruug.

dertt vorgesetzten fragen aus der klarenbeyftimmung unverwersslichcr

icrit>enrC£l UCttOfUfUCU.

tvuiqvyueu macym mochtm/daß die/mit inrereiLkt gewestn/selbstauffsolchemäßige Untersuchung antworteten: soistgehender bericht aus UomelUgum oder esiunverwerfflichen amLoribus (soviel die lsccula betrifft) angefüget worden. Derwol die antwort au st jene fragen schon in iselbst steckt/und von einem gefcheidengenleichtlich sormirt/ auch sonderlich aus dk

bildung der ersten Christen/ und hier aus denkatzer-registern nacheinander in fast unzehlichenexempeln ersehen werden kan: so mag doch dieeigene bekäntnüß den besten ausschlag geben.Diese aber ist nach erforderung der umständealso eingerichtet / daß er nicht zwar auff aile und

jedefragennachderzahl/dochaberauffviema-

terieuselbst ordentlich und deutlich antwortet,.Womit man denn nachmals alles dem verstän-digen und erleuchteten augenmaß eines redli-chen von vorurrheilm nicht gefesselten Leserswilligst überlast / Mit auffrichtigem wünsch/daß er sich weder dieser erzehlten erschrecklichenund unverantwortlichen/noch anderer fündentheilhafftig machen / sondern sein gewissen inlauterer liebe und warheit unbefleckt erhaltenmöge. In erwegungdaßes hur GOttesundseiner heiligen fache selbst betreste/welcher vonallen undjeden dingen ein rechtes gerichr gehal-ten wissen will: und in ausbleibung dessengantz gewiß nach enrziehung nötiger gnadeauch alle freveler rind treulose zu finden weiß.So ist nun die antwort der berühmtesten Tht*-oiogm und anderer -Scribenten

auff den I punck/.von denen kätzcrmachern seilstfolgende.

bekennen zuförderst gerne / daß nichtÄW?nur in denen alten zelten/sondern auchunter Protestanten und Lutheranern/ vieles/ jadas meiste bey dem kätzermachen und verdatn-men aus aNe^en geschehen. XOir wollen/schreibet einer (a) eben nicht allen nachkom-menden polemicis scriptoribus und prebt*gern in allen stücken das wort thun undVersähen/man habe nicmain zu der Mb-ttantz der ackeren eine und dieanderesünd-liche sthwachhercaus der bösen guelldererbsünde miteinftiesten lasten: und (wienoch einer redet (b) )man habe auch unserstieallezeit das reineste Farn gestsoncn.Sdn-dern wir gestehen gerne/ es sey manchmalvon einem und dem ändern die kunckelsolcher gestalt gezogen worden / daß an-dere moderate und sattsame gemükher esbester hatten wünschen mögen. Ja/wienoch em Theologus redet/daß der reltgions-streit u,n Vieler hochbedencklrchen ursa-i chen willen / und sonderlich auch deßwe-! gen von Vielen nicht recht geführet wor-den/ weil man nicht einig und allein beyHandlung der zwistischen fachen geblie-ben/sondern KHB. allenthalben dieunge-bührlichen asseüen mit unterlaufen las-sen- (c) Und noch ein bekanter Lcribeute: Esist kein streit noch krreg/ der mit grössererhesttigkeit Und Hitze geführet wird / alsder der religion wegen angefangen wird.(d) Oderwie es ein anderergiebt: Kein kriegentstehet geschwinder und hört langsiumer aussals der theologische, (e)

(aj Danrihauerus inReform.Salvep i6ä. sh) Dot-

schscus in Schriffkmass. Betracht. D. Zwing.

Pred. V0M AbendM. p. 1S. (c) Dann!\auer. 1. c.

( d) Drdierus Orat. FuU. in Christianum p. 6«ö.

(e) Bucholcenis Ind.Chron. A. 1,24. p.zo».

i Insonderheit wird auch nicht gelaugnet/daß viele so genannte katzer so wol im ansang