Allgemeine Anmercknngen
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hen ? DieZipostel warenbettlet wir abermd?t also / nur jutb Herren und wollenHerren bleiben/bie mit güldenen netzenfischen/ trotz Apostel /troy warheit/ werda wieder saget/l)ua!csr eko, das ist einfund/ der nicht mit geldezubezahlen/undden die Statisten jährlich nicht um 1002Dueaten missen (Ölten: es t(i aber nichtgnug/daß man allein an einem ihre diewarheit verjaget / man muß auch zumschein/daß alles um der religio n willengeschehen/anandereorterschrelben/mitbeweglichen Worten und eomettirung fei-ner condolent i man habe vernommen tdaß auch daselbst Emacker seyn (dasist/rechtschaffene fromme Christen - lente/dann es sind nicht alle G.uacker/ die mannothhalben Guacker nennen muß) manmöge doch zusthen/daßman ste da aus-rotte / alsdenn bekomt unser xroceciereüberall einen guten schein. 00
(a) In Arcanis Politico- Atheilt. p. 196.
z.Ich sonst über dieses noch viele anführen/wo ich nicht den engen räum beobachten müste/wiewol die beschreibung solches Processes ohnedem durch tägliche erfahrung bestätiget wird.Doch woilcnwir nurnoch einen aus unsern sc-culo hören/der aus ebensolcher erfahrung de-sto gründlicher davon zeugen können: DasWort katzerey/schreibt er/lst leider in solchenmißbrauch keinen/ daß man heute zu ta-ge nichts öffter aus dem munde der gott-losen gehen hört/als dieses donner-wort:Lätzer ! wenn man einen nicht füglichdurch verleumbdungen und Verfolgun-gen unterdrücken Lan/oder sonst ingefahrleibes/ehrl.namens oder standes bringen:so ist die Zuflucht zu diesem verfluchten»amen des karzers / welches sonderlichnach dem buchstaben bey unsern gelehr-ten/und im habit dem Geist GGttes wi-dersprechenden in gebrauch ist/ da dochkeiner fast verstehet / was die sthrrfftdurch dieses wort andeute, (b)
(b) Joh. Angeüus Weidenbage* synops in Remp.
Bodini Lib. I. cap. 9. §. 22, p. 327.
4. Ob nun wol aus denen Historien undstempeln gewiß ist / daß viele in der that böseund schädliche Lebrer/secten und rotten zu al-len Zeiten entstanden/die auch gemeiniglich dengrössesten Haussen in der so genanten Christen-heit ausgemacht. Ob auch ferner ebenfallsnicht zu laugnen stehet/daß bey denen/die vondem grösseren und mächtigem theil vor kätzerunschuldig gehalten worden / gleichwol vielschlacken/schwachheitenundsehler/so wol alsbey ihren gcgnern/ die sich vor rein und recht-gläubig gehalten /zu finden gewesen. Als danoch immerdar auch unter denen scheinbarstenHaussen viel eigene liebe uud selbstgefalligkeit/erhebung über andere/ weltliche gleichstellungund vermengung in unchrisiliche Handel/oderdoch grosser Mangel an dem rechtschaffenenwachstpum in Christo und besirebung nachdem völligen alter desselben/zu finden seynmochte.
s. Obwohl dieses/sage ich / nicht gar derwarheit entgegen ist: so ist doch anderen theilsauch aus den exempcln offenbahr / (welche!
hier fast ohne zahl anzutreffen seyn) daß ge-meiniglich kein ernstlich-ftomerund gewiffen-haffrer Mann mit etwas sich bücken lassenvürffen/der nicht aus neyd / beysorge der be-schamung und anderen bösen affeclen von derClerisey unter einem kätzernamen verworffenworden wäre. Ein fleißiger Leser kan hier-durch alle secula durch er kennen /wie gemeinig-lich die crllerthemrsten zeugen der warheit nurdiesem tirel belegt / unterdrückt oder sonst inihrem zeugen untüchtig gemacher worden/vor-nehmlich wenn sie die gemeinen mißbrauche /thorheiren / aberglauben und falsche kirchen-diensie verlaugnet und angefochten / dabey dieClerisey sich grossen schadens besorgen müssen.Ja wo auch einige ohne dem nur vor sich in derstille GOtt / und zwar nach der warheit dienenwollen /haben sie nicht können vor den Heuch-lern und gottlosen in frieden bleiben.,
6 . Nur einige klagen hievon mögen über-haubtgenugseyn/wo diedurchgehends befind-liche historiendazugenommenwerden. Nochneulich hac der sel.Scrwer bey uns also hievengeschrieben: jcb sehe nmnefeen preoigctan / bey dem sich die gäbe des Geistes / derfreudige glaube/die brünstrge lüde Got-tes uud desncchstcn/der gottselige erster/und das hettzliche verlangen die ehreGOttes und der kirchenerbauungzube-fodern/ eräuget/ wie ihm der satan unddreweltzusetzct/ er muß verfolget gchaf-stt/verleumdet/und gedrücket werden/solte man auch die ursach vom zqun bre-chen. was andern weltgefinnten freyausgehet/daß wird an ihm mit großerhefftrgkeit geahndet / cr kan es der welknimm er recht machen / er muß ein heuch--ler/em vnzeitiger eifferer/ein - ßnorsnr, rednicht gar cm Phantast / ein Cluacker / einkätzer heißen/er muß armuth und nothleiden mit den (einigen / da doch anderereichlich versorget/ geliebet/ gechrct wer-den etc.
(0 Im Seclcn, Schatz i>, IV. Conc. i.p.sj.
7. Dn anderer neuer Prediger hat denen
sonst verworffenen Ketzern in der Gottse-ligkeit gerne den vorzug zugestanden vor de-nen/die sich des rechten glaubens rühmen/wenn cr geschrieben: wir sm-? Chris .en/und leben guten theils als unchristen/jaleider J welches mit thränen zu U: sä?nm / ärger als Unchristen / als Curckcnund Heyden ; wir finb-vaugelisch/undleben guten theils ärger als vre! rrnevan-gcllfche unter den Papisten / Lerlv/uistenund Widertaustcrn. I/st das N'cht einverkehrtes werck f (d ) I,a es haben schonlangst bescheidene Lehrer angemcrckec und be-tauret / daß fast die wahre Gottseligkeitselber nicht ausser beschuldigung der kätzereyvor ihren Feinden bleiben können. D.Baltha-sat Meisner klagte also : Man könne kaumdes und neuen Gectirer
Lehre unverdächtig bleiben / wenn manmit billigen erffer die gottstligkeit trei-ben /und die Lehre in die Übung bringenwolle. Wozu ein anderer sehet: Ich er-schrecke und schäme mich fast / so offt ichdaran gedencke / daß die Lehre von derernstlichen innerlichen Gottseligkeit etli-