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Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
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voll denen Kätzer-Geschichten.

chensogarverborgenoderunbekantsöllesey»/daß wer dieselbe mik erster treibet /Baum bey einigen den verdacht einesheimlichen Papisten/ weigelianers oderLwäckers vermeiden kan. (e)

(d) Elenr. Eubbercus VVM KÜchenbüNN dedic. (e)

In Explicat. Evang, apudSpencrum pior. Defid.

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8. Diesen darff ich wohl einen koliricumbeysetzen / welcher am gemeldteten Ort also jfortfahret: Die menschen legen denen mit iunrecht denkätzer-nahmen bey/welchensie feind find nach ihrer hochmütigenfreyheit und mukhwille». Also wurdePaulus selbst von den Juden ein kätzergeheißen/ Act. XVIII. 22. und erinnerteste / daß sie den weg Christi vor eine steteoder kätzereyhielten/^ct.XXl V. 14. Nach-dem nun unter denen Christen so viel st-eten entstanden stnd / hat sich eine jedegewisse grantzen und schrancken ihrer»Wickel vorgesetzet / womit sie sich alsmit mauren einzuschließen und zubefestigen getrachtet, welche nunsich unterfangen haben zu leugnen/daß der Geist Gottes und der glaubeChristi solches einschränckungen nachdenen ins gehirn gcfästen mensch-lichen Meynungen nicht leiden könne:dieselben sind bald von dieser bald vonjener fecte mit dem Lite! der katzerey be-ehret davon gegangen / ja auch wohldie grausamsten Verfolgungen erlit-ten. (f) .

('s) NVeidenbageil l.c. p. $2§.

9. Vomemlich weisen durchgehmds dieHistorien der verfallenen Clerisey aus / wiedieselbe sich am allerheffrigsten und bestandig-digsten denenjenigen mit solchen Waffen ent-gegen gesetzet/ welche auch nur das geringstein der kirche bessern wollen. Dahero die al-ten eMmpel und klagen zugrschweigen 1 einnoch berühmter Juriste bey einer solchen HistorieWohl angemercket/ daß solchem löblichenVorsatz allezeit viel Hindernisse entgegengeworffe» worden: (g) Und ein anderer:daß diebefleissigung der gotrstligkeitbeyUnsern Theologis meistentheils hindatt-gesttzet worden. Und wenn gelehrte undrechtschaffene männer erwecket worden/welche die fast erloschene gottstligkeitwiederum in schwang bringen wolle» /so wären sie von andern mit dem ver-dacht fanatischer Meynungen beleget, (h)Dergleichen glück nächst denen neuern war-'heits-zeugen auch hutherus selbst gehabt/ vonwelchem ein Papiste zu seiner zeit gesaget: mankönne zwar sein leben nicht radeln / aberder teufstl betrüge eben die leute unterdem schein der frömmigkeit. Hieronymushätte gesagt : die kätzer wären die aller-grösten Heuchler. Wenn nun Lutherfömm wäre / so würde er ja nichtvon den Meinungen der kirche» abge-hen (0

(g) Joii. Schilterus Libcrt. Eccl. Germ. Üb. II.

cap, 12. p. 247. (h) Brunnemannus Jur.Eccl.

JLib. I. c. \.§. 7. p. (i)Aleandet ap. Seckcndorfi.

Um Cortnm. deLutheran. Lib I. p. 149.

. Deßwegen ein eifriger und redlicherMn mit axgrobLäonderRostockischen Theol.

Tacultät solche gewöhnliche einwürffe also be-antwortet hat: Esistzuverwundern/wregenau es gesucht wird / etwas zu erha-schen/damie das gewündsthte und hoch-nöthige werck einiger reformation mögeverhindert werde». 3 xan man nun inder sache stlbst nichts Mehr finden / sowill mans suchen in der Intention undMeinung derjenigen / die davon reden, und schreiben r da doch GGTC alleinein hertzenkündiger ist ; sie aber steigenhinunter in den abgrund des menschli-chen hertzens / pfale und steine herauf zuholen / damit sie biß heilsame werck stem-men mögen. Es Muß gewiß ein großerzorn GDttes dahinden siyn / daß manhelle klare dinge mik bösem ungewissenargwohn hintertreibe» will. Wannaber ja diest Herren etwas löbliches undernstliches um Gottes willen in diesemhochnöthigen wercke zu verrichten ge-sonnen waren / was könten sie bessrsthun/damit durch unser fürhaben (wel-ches sie an ihm selbst nrc straffen können)Nicht eine kätzerey eingeführet werde»möchte / als daß sie sich aussmachen/und noch größer» ernst / mühe und weiß-heit gebrauchen/Gottes kirchezu bester«/und stch nebenst uns zustelle» ? Den» fdkönten diese für die reine Lehre eifrigeHerren die andere/die etwa eine böse in-teiition haben / nicht allein gar leichtlichauf dem fahle» Pferde ertappe» / undsie Überwegen und verhindern/ daß keineheterodoiaä einschlLicho/ sondern sie kött-ten auch hiedurch rühm und ehre destomehr erlange»/und GGktes siegen überdie kirche / der sie fürgesitzt sind / brin-gen. Aber was soll man sagen ? DieHerre» / die so mächtig über der reine»lehre halten ( die ich auch herylich lie-be) und der krrchen Wohlstand suchen/habe» ihnen noch nie in de» sinn genom-men/ die verwüstete kirche durch alle ge-bührliche Mittel zu bessern / sondern ha-ben diesilbe vielmehr schlecht abgefer-tiget / Und an die feite geschoben. Dar-aus dann nicht undunckel zu ersehen/büß diese Herren in dem innersten gründihres hertzens weder sinn noch verlan-ge» gehabt / das heilsame werck der er-bauung zu fördern / darüber GGtt undihr gewissen urtheilen wird. (I)

(1) GroßgMucr Wächierstimm. Gap.xvii.P- 576. ...

ii. Die übrigen hierbey vorkommendenumstände hat einer sehr wohl in folgende Wor-te zusammen gefasset / welche ein gescheuterLeser an sich selbst und Nicht eben Mit refle-xion auf den auctorem ansehen wird / nach-demsie in der gantzen zusammenstimmung al-ler geschichte fest genug gegründet sind : esist zu fürchten / daß vrel fromme Lhri-»sten Unter donketzer» stnd hingegangen/wie von Propheten / Christo Und Apo-steln wissentlich ist/und Christus uns er»exempel billig gebe» solte-Alsö gefchichtes gemeiniglich »och heut und biß zumend. Allnachkommen baue» de» Pro-pheten/ Christo/ den Aposteln graber/

Ä.R.H. Erster Theil»

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