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Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
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1 8 Allgemeine Anmerckungen

und schmücken siehoch auff/ und erfüllendoch aliweg wie die Juden ihrer väternraaß / und wie das lamm vonanfantz istZctödtet worden/ also wird es biß zun»end genretzigt/ wo sich LHristus nur regt/ba finde sich Indas/ Anims/ Laiphas/pllaerts und die ganrze paßion alweg.Es ist die jetzige welk metet bester denn dievorige/daß fiees Nicht auch thue sondernmv arger barinn die warhert auff dashöchste als kätzerey verfolgt muß werden.Darum stehe eben auff/was/wic/wer /und warum man ein ding verschlage/dann gemeiniglich hat man die Christen/die der ketzer nainen tragen / nicht ver-standen/ offf mit willen angelegen/ zu-gesetzet/so ist CHnstuo und das Evange-furrn beider weit irnd Antichrist ailwegeals ketzerey verdammt worden. Der-halben besorge ich/daß viele zu der finsier-nüß vcrstoffene des gerichts warten/diejetzt in der Heiligen calender für heiligwerden ausgerufft. Das sag ich darum/daß ich weiß/daß einen Christen dregan-tze weite weit nicht verstehen kan/viel-weiiigerseinc fache nachreden oderurthei»Xeni wie doch die blinde welt täglich vondieser färbe urtheilt; freylich ihrer artnach nicht baß / dann das fleisch vorngeist / finsternüß vorn licht. Diß alleserscheint klarlich in LHristo/ wiegar ver-steht ihn Niicodemus der Meister in J sta-el nicht/ ^ob. III. wie gar versiegn ihnalle schrisstweisepharister nicht/ wiegar-muß sein ding alles auffeinen hausten ei-ne kindische/ thörichte un greuliche lügenseyn. Da muß er den tevffel haben / undder ärgste kätzer seyn. Also geht es nochauff diesen tag / da alles kätzerey mußseyn / fürnemlich die warheit / das diewelt nicht verstehen noch fasten mag.Das atzen ste es eben nach/wie ste es verste-hen/ und gefast haben/ das den geistli-chen nie geträumt hat/ wie ste ihnen esnachlallen/und wird ihnen also diervar-hert unter dem mund zur lügen/ wie dasHonig der spinnen zugifft wird/ alfokandie welt nicht denn auffdie Christen lü-gen. (m)

(m) Sebastian. grmtefe in der §hron. der Kätzer

p. 8t. It.

12. Andere erinnerungen alter und neuerfcribeneen hievon setze ich hier aus/ und weiseden Leser in diese gantze folgende kctzer-historie/alkwo er an so gar vielen dergleichen Personendie obigen fragen von denen verketzerten leurmin weißlich angestellter berrachrung undapxli.escion vergnüglich antreffen wird. Jetzo ge-hen wir

zudem III punct

von denen mateneu oder kntzereyenselbst,r.

MD Llwo dem nicht eben wiederholet werde«LEcMdarff/was bereits aus unterschiedlichenangeführet worden/wie nemlich die verfalleneClerisey am allermeisten und hefftigsten widerdas innerliche wahre Christenthum/ dessen be-

käntnüß und Übungen mit solchen kätzer-namertSetober habe. Dieexempclwerdensdurch ai#le secula genugsam bestätigen: Wer mögen nurzwey allgemeine klage.; , .von stehen. ei-ne ist eines auffrichrigen predigers/welcher inJoh. ^lrndtens Vertheidigung schmertzlich be-klaget/ daß denen grossen Theologis die lehrevon dem inwendigen streit/eine schwermcrr-sche lehre seyn müssen/ die geistliche geburlhCHristi im hertzen ein Welgetianlscherirr-thum/ die Verewigung der seelen mit GDlt/und die himmlische Würdigkeit eines Christeneine irrige rede u.s.s. (aj

(a) NNnr.VureninLRetkUNg IohclNU Alnds Bücher

in prscl. & paliun.

2. Die andere ist ebenfalls eines offcnhertzi-gen Vertheidigers deswahrenChristernhums/und lauter also: Drepapisten pflegten beya»»sängderrelormanon alle diejcnrgenalskätzer anzuklagen /welche nüchtern / ranund gottselig lebten- I etzund suchen un-sere neue papisten alles / was nur erntgeistliche erkä»rtnüßLHristi mcrcken last/mit der blame einer kätzerey zu bestecken/verdammens von ihren cantzeln / Ver-werfen und verflucheik alles; diese ver-meinte söhne Lutheri vermessen sich auchdie allerbesten schrifften aus blossem haßwider das geistliche leben zu lästern,welches sie gewißlich nicht thun würden/wenn nur em funcke der EvangelischenHelligkeit und die geringste crkäntnüßCHristi und des glaubens/ dessen ste sichthörichter weist rühmen / bey ihnen wä-re. (b)

/b) Mich. BielexuSjAuctor Mysterii Iniquitatis Weit-*do-EvangelicaeprodoctrinaJob.Ärpdii cap.I,p.26.

3. Und anderswo: weil bekannt ist /daß dre beseißrgimg der Heiligkeit undUnschuld von den unsrrgen zu einen; be-weiß der kätzerey angezogen wird/so wilfast nienrand sein leben nachLhristicpem-pel einrichten/ von der zanck-tbeologiszur xraxi treten / von den fünden irr wah,rer bnsstzuGOtt keyren/denn solche Hers-seil alsbald weigcliancr/photinianer/Nlethistcn / paptfjen / Wiedertäutstr /Rosencreutzcr oder Enthusiasten. Alsodaß es fast leidlicher scheinet u»rter denpapister» zu wohncn/alwo man gleich-wohl nienrand vor übel halt / wenn erauch »roch so hcrirtz leben wrl. W n»>aber bey uns einer den .-ndern nur erin-nerte / daß eine grössere anoacht vo»r ki-rrem Lhnstencrfodertwürde, als bey de-nen isi/die msgemein vor gerecht und Hers"9 gehalten werde»»: Item: Es gebe nocheine andere weißheit als die/ womit sichviele brüsten / und daß man nicht aus ci-nenr hisiorist!)en glauben / sondern wiealle gerechten aus einemApostolischen in*Evangelischen leben müsse: dem wirdalsbald geantwortet: du rasest gairy ge-wrßund bist entweder ein ketzer oder me-lanjkfim worden Diese dinge sint)gesetzlich und Unmüglich. Ich bin ei, *armer siinder; deins aber sind mürrchs-aberglauben. Wo wil das anders hin-aus / als daß die schwachen gewlsst»r ent-weder wieder in die clöster laussen/ oder