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Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
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hon denen Katzek- Geschichten«

5. Wenn man in ankeret Predigerfchrissten oder predigten die fplitter zu-sammen harckev/und hebt damit an/ daspapir theuer machen / uNd unter dresture mit dem druck auszusprengen/undeinander als die bösen Advocaeen mitvergessung der Haupt-jachen aufsschändlichste auszumachen/ zerren undernd drecken sich mit eines andern nah-men /gebehrden/ land schafft/ gebrechen/Lud was man nur erhäschen / und zwaroffcaus derlufft ergreifen kan/dasmußalles Herfür / und nach Cains/ und un-gehaltener böser weiber art / jedermanzu wissen gethan werden. Und damitman solchen Charten ein ansehen mache/wirfst einer dem andern die greulichstenrrrthümer vor/ und wills doch kein theilgestehen/daß man also l ehreke/sondern/dasindct man in etlicher replica, triplica,wie der wunderlichen bücher wunderli-che nahmen mehr heiffen/ hirerelaz, manthue einem für GOrr und aller weit zuviel und unrecht- Und damit man sichräche / fchencket man dem andern wie-der nichts/verkehren einander die worr/legens alles zum ärgsten aus / allegireiteinen andern non considerato scopo stück-weise/ daher kamt denn der greuliche zu-stand und vneinigkert/ auch unter denZuhörern ; denn da heists / deß Brod ichksse / deß lied ich singe; denn dem man ge-wogen ist/ des bücher liefet man / denandern mit feinen fchrrffen hasset undVerdammet man- Ist also in manchesschrifften nichts anders fast zu finden/als wie man einen könne dermaßen auß-richken/ daß/wie man fagt / kein Hundein stück brod von einem"nehme / sol-ches heist denn die kirchen gebauetund gezierek / ja auf Deutsch / diesel-ben mit koch befudelt und beschmie-ret. (h)

(h) joh. Cuno Spiegll attcr Stande p. sf

6. Wenn man von der GottseligkeitVieldisputircns und geschwayes machet/so werden gemeiniglich die gemütherVerwirret und gestoffen / und die leutesind nicht mehr so hurtig und eifrig / dieheilsame lehre ins werck zu sitzen. Dawerden denn bey dem wort-gezanckewol die sacken selbst verkehrt / als auchgute Übungen unterlassen / und die gan-tze zucht fället über den Haussen. (i)Durch die bitteren streit-sihrrffren wrrddie heilsame lehre nicht erhalten/ sondernVielmehr gesihwachet/ und diekirche mirargernüß angefüllet : woraus denn dieEpicurer einen behelffihrer Gottlosig-keit / und die irrigen ihrer Irrthümerund träume nehmen- (k) In solchemgeschwätz und gezäncke wird die war-heit nur verlohren / und die Gott-sillgkerk folgende alle ausgelesiht.Gleich als wenn die Theologie nur inWorten bestünde / wie etwan der waldaus holtz / wie einer VS» denen Philo - 1

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fophis redet / welche mit hindansi-tzung der rügenden nur sophäksr-ken. (1)

(i) jloach. Gimerarius prsef, in Sirae. (k) 8ul.cerus ap. Fechtium Epist. Theol. p. $2. (1)

Chyttseus ibid. p. 755.

7 - Es muß einen brllich der zustandder zerrütteten kirche jammern/und son-derlich derer/ welche durch stetigen streitohne einigen vergleich einen anhalten-den trauer-stand der kirchen / und einfrolocken dem satan erwecken. Undzwar destomehr/ wenn man siehet/ wiejedwede Parthey mehr auffieg und rri-umph auf die andere dencker / als auffbeylegung solcher hesstigen Fluchen. Daman doch beruffen ist die Schaasse Chri-sti zu sammle»/zu weyden/zu erhalten/und in frieden zu erquicken / so schlach-tet / würget / und zerstreuet man so viel-mehr durch verkehrten eyfer/oder viel-mehr durch unaufhörlichen flerß undmuthwillen zu zancken; (m) die Furiender Theologen streuen aus und bestäti-tigen falsche Meinungen / stiffcen lau-ter siindschaffe und rrennung in der kir-chen. Indessen wird das volck gott -loß/und gehet siinen viehischen Wollü-sten nach. Also ist der gröste theil de-rer menschen bewand/ und daraufmüsssin aus gerechtem Gerichte Gottes frey-lich straffen erfolgen- (n)

(in) Apud eundem. P. III. p.155. (n) Tomo III.

Script. Wut. Pull. p. 169.

8. H)as vor anklagen werden an je-nen! Tag gehöret werden/wenn so gros-se Haussen volcks mit schrecklichem ge-fchrey beklagen werden / daß sie von de-nen bekrügern dieser Zeiten durch ihreanctoritast und Überredungen menschli-cher weißheik hintergangen und in fältsche lehren verstricket worden ? N)ieernstlich wird sie Christus anreden ; bi-st» der treffliche Doctor, der aus ehrgeitzund feindschafft in seine lehr-buchet viel und grosse irthümer gesitzee / indre kirche ausgebreiket/Isiael fündigenund lästern gemacht den Heiligen Geistin den hertzen der frominen betrübet/Mit fluchen und teusselisihen spott -re-den /lästerungen / Verleumdungen/ undschelt- Worten / meine knechte / die deinebetrügereyen aus meinem wore bestraf-fev / und deine bekehrung gesüchet ha-ben/ bespeyet / geschändet / gemartert?und getödtet hast? (o) Es wird denenwehe genug werden / wo sie nicht buffethun / welche wegen unfruchtbarer undunnützer dinge die kirche GOTTESohne scheu also trennen / und die zu-höret silbst in unzeikige streitigkeitenstürtzen. (p)

(o) Auctores Centiir. Magdeburg . Tom. VII. prscfiEdir.vet. (p) Sliitexus Propyl. H. E. Append.p, ;oj. Adde infra Lib, XVI. hujus Hiii, cap»XXIV.num.icqq..

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