MgelmtmAmmrckungen
,-Heyland selber hat es nicht allein also habenwollen/sondem auch mit seinem exempel be-»-krafftiget / und seine lehre nur mir predigen, forcgepflantzet. Die unterschiedlichen me->
,, nungen auch in der religion können nicht ebendie gemeine ruhe stören/und wassolcher grün-de mehr seyn/ damit auch hin und wieder dietolenmz anderer und vieler religionm bewie-sen und mir denen klaren exempeln derer -Pol-lander und andererlbekraffriget wird: (1) wor-aus denn die ungerechten proceduren erkantwerden können/ womit denen katzern zugesetzetworden / sie mögen nun dem «amen nach / oderin der thar dergleichen gewesen seyn. Ein be-gieriger Leser kan hievon hnuffige aussprücheangesehener Lehrer nachsehen in dem büchleindes Hm philrpps von Zefen unter dem A-tul: Des geiskl. Standes urtheile widerden gewissens - Zwang in glaubens -sa-cken / aus den alten der fürnehmstenkirchen-lehrer schrifsten zustrnnnen ge-famirüct / und den liebhabern der war-herr zum uneerrrckk und weirernr nach-dencken/ auch den gewisie»»s - Verfolger»? i»rnd glaubens-klugern zum lehr - spiegelans licht gegeben durchFrlipp vonZescn/zu Amsterdam gedruckt bey RristoffRunraden »66 s.
^I) Idem. ib. & p. 2i6. 232, &c: it. de Stat. Imp.Germ. Cap. 1 IX. p. 416. Conf. Conringius deOffic. Maj. Civ. circa sacra. Weidenhagen adRemp. Bodini. p. 554. Occius prsef. Jur. Publ,x. jr, & plvues.
Von dem IV punct/denen absichten und würckungensolcher verketzerungen»
t ^ Ieft sind zwar theils aus denen schon >^gedachten anmcrckungen / theils ausdenen lebendigen exempeln schon ziemlich ab-zunehmen. Doch wird dieses von einigen in-sonderheit angemercket/daß man gemeinig-lich bey denen gewöhnlichen verurthei-lungen derer distemircnde»» entweder fei-nen refpect und creclit oder ehren - stellen/oder andere vorthcrle zverhalten gefu-cket (a) Davon aber bereits oben beym er-sten punct Meldung geschehen. Inzwischendemercket man abermah! sehr wohl: Dassö gar keine wahre frucht von dem ver-kehrten kayermachen zu hoffen sey/ daßviel mehr viel kätzereyen ohne gewaltundhülste eines solchen richters durch blossekraffr der warheit gänylich verschwun^der»-oder doch unbekmie worden, (b)
(a) Pusendorüus de 8rat, Imp. p, 418. (b) Idew
dcHab. Relig. p. 1 6(.
2 . Hingegen haben viele nicht gnugsam zubedaurengewustdenunbeschreiblichenschadeu/welcher aus dergleichen vroceciuren jederzeit er-wachsen. Wir haben schon gesehen/was einttfsrigeiTheologus geschrieben: Die unruhi-gen Pfirfstnköpfst find eine Ursache altesÜbels, (cj Dem denn andere hauffig bey-pflichten : Mit drohungen und donnern-den Bannflüchen werde»» die Schaff-lein / jö da irren/ nicht zurücke gebracht/föirderr» erschrecket und in dre fluchtgetrieben ; vielmehr soll man sie
mit sanffcer stimme auf der achs'el mVherum zur Herde tragen. Der verkehr-te erster hak den» schafstall Christi gros-sen schaden gebracht / und ganye ge-meinen zu denen keyern getrieben / wieanders wo augenscheinlrch bewiesenwird. (ü)
(c) Stlneccerus 1 . c. (d) Jo. Frid. Majeras Pro-gramm. inaug. Anno 1684. p. B z. cx Hiijft-manno de corred. trat. p. 299
3 Origenes würde nicht so vielLAeidergehabt haben / und über feiner fache nichtso viel hundert jähr streit gewesen seyn/dieArrianer hätten sich nicht indiegan-»ze welk ausgebreitet / ISiestorius hättenicht eine Secte angerichtet; die strei-tigkciten von den» Osterfest hätten »»ichtden oricnt, dre von der causte nicht Usti-cam gekrennet: wenn m Demetrio, /Ale-xandro , Cyrillo, Victore und Stephano imAnfang Nlehr Moderation gewesen / undsie nicht flugs absetzung/ laikdes Verwei-sung und Verbannung zur artzeneyerweh-let hätte»». Diele würden ihren irrthumentweder verdecket oder wiederrufstnhaben/wenn man sie »richt aljobald alskätzer durchgezogen / dabey Hieronymusgar Beine gevrrlt zulasse»» wollen. Dielewürden ihre sacheverlassen haben / we»»nman sie nur bey ehre und gut gelassen.Ostt hat »nan solche / die neuermrgenangefangen / allzuhart angelassen / ofstnicht widerlege/sondern gleich niederge-schlagen/ nicht bestrafst/ sondern verra-then/ aus zancksücht mehr als aus liebezur warheit den glauben verfochten/und die liebe umgekehret. Die nergungzur strche ist in einen haß der Personenausgeschlagen/ die defension in ewco&n-fion , die federn in ein spitzigen stylum,das Christliche stütz in plaurinisches gc-fpökre/ja aus dem irrthum ei»res einzigen/den man erst härte bedecken können/ei-ne gemeine Secte, (e)
| (c) F. Spanheroius Orat, de Prudentia ap. Maie-
rum J. c.
4. Diesen grossen und unersetzlichen schadenhaben nun die gemeinden unter dem verfallnacheinander empfindlich erfahren/davon ichdie klagen abermal Vorbeygehen / und die exem-pel selber reden lassen / doch aber nur einigeaus denen letzren zeiren beybringen will.Gottselige Lehrer/ klagte einer / werdenbetrübt und geplagt / wen»» sie hörenmüßen/daß sich die Theologi ,{u'c Lehrer»nd Prediger/greulich und erschrecklichuntereiirander Zancken und bcrssen / da-durch denn mancher feü»er merrsch vondem studio der warheit kan abgeschrecketwerden. ( 5 ) Das ist noch das schädlich-ste übel/daß wir selbst/die wir das Ev-angelium bekennen / untereinander souneins sind / und einer den andernfeindlich verfolgt. Ach diese wu»»dc / dicuns der satan geschlagen/ist allzugroß:wenn wir sie nur mir solchem Fleiss zuheilen suchten/als wir sie täglich grössermachen- (g)
(f ) Micron. Wellerus Ailaled. p. 174, (g)Preslerus praf. d« Part- Hum. Corp,
5. Wetttt