Ion den merkwürdigsten Kirchen - Meschrchten
rn dem ersten Jahrhundert.
Jahr l.biße.
N statt/ daß wir uns inweitläufftiger erzehlungvon dem lebenJohannisund CHristi selbst auf-halten / können wir als-bald zu andern fachenschreiten / so viel zwar da-von m ermangelung genügsamer Nachricht indiesen ersten zeiten gewiß und bekantisi. Dasübrige kan aus der Evangelischen Historie voneinem jeden selbst gefchöpsset werden / wozu esauch an nöthigen anweisungen und Harmoniender Evangelisten in unserer spräche nicht man-gelt. Weswegen wir vor allen dingen nurüberhaupt denzustand selbiger zeit ansehen wol-len /da CHristus aufs die weit gebohrm undbekantworden ist.
Zustand 2. Es gebens aber die Historien insgemein /' 4 er wett wie elend und verderbt alles dazumal in der gan-sllnLHtt- jMt ausgesehen hat. Wovon man dennLndnvar üuch die damahligenJuden nicht ausnebmenbeyden kan/ deren verfall nunmehro desto greulicher"Juden/ war/st höher sie zuvorvor allen volckern warenerhoben worden. Die vornehmste Ursache des-und ihren sin war die verderbte Priesierschaffr/darunter'Priestern, ^oi die meisten rechte srbeiücn und gottloseDerselben feute waren. Denn die Hohenpriester wurdenwffenbahre nicht mehrnach GOttes willen/sondern durch'Gottlo, und andre practicken von heydnischen re^.Pflfeit/ g emen juijiefer stelle gezogen /und waren ihrerdarzu mehr als einer; daher sie auch wechselnmusten. Dir andern wurden von den zeugender warheit/undvornemlichvon CHristo/derallerschrecklichsten greuel öffentlich irnd mirwarheit bezüchtiget. Deswegen sie auch allesgute biß auffden tod verfolgecen/ und EHri-stum selber durch ihren grimm ums leben brach-ten.
so genau» Z. Ihren gottesdienst machten sie selber vor^rGvt» gllerweltzu spott/und durch ihren handgmff-tkswicnit/ ^^En ehr-und geldgeitz warb auch ihr heiiig-thum mit dem ternpel zugleich entheiliget.
tzungenüberscyivemmrt /und diegeboteGOttes anst dem stul Mosis mit ungereimten undrecht leichtfertige!; gloifen versirlschet und un-Gpattun- gültig genracht. Zugeschweigen / daß so vielgmund und parcheyen unter ihnen waren/weiljederman einmal auff blosse Meinungen verfal
andere
E-reml.
fett/ und von dem wahren wege zum leben ab-Jahr ugewichenwar. Daherscholtendiedreyhaubt- dißc.sectm sonderlich einander immer aus/ und sa-hen/wie sie sich allein groß machen/die andernaber niederschlagen könten. Welches von denPharisäern/Sadduceern und Effeem bekanntgnug ist / da bey den.ersten noch die alte Heilig-keit übrig seyn solte/obgleich das scheinbaresteeine pur lautere heucheley war.
4. Solchen führern liess nun das volck Zustandblindhin ins verderben nach / ausgenommen unter demwenige / die auff den Trost Israel warteten. JütaschmWer noch andächtig und gläubig heissen wol- E-te/der machte ein Haussen abergläubische Cere-monien mir/und ließ sich von dcnPriestem wei-sen/wo sie hinwolten. Und diese waren her-nach die engsten / welcheCHristound seiner leh-re wicdersprachen / indem sie sich selbst schon
längst vor fromm und gerecht hielten. Dieandern lederen in der grösten Unordnung nachihrem eigenen gesallen/weil weder in geistlichennoch zeitlichen dingen jemand auff das armevolck treulich achthatte. Ja was das elende-ste war / so wurden sie bey dem ausbruch desEvangelii nur immer verstockter und bitterergegen dassclbe/dazu diePriesterschaffc mitallenkrassren das ihrige beytrug/ nur daß ihr reichnicht möchte schaden leiden.
5. Auch ist dieseszugedencken/daß diese oh- Absonder,ne dem eigensinnige nation jM) auff ihr vor al- lich mters erlangtes Vorrecht vor andemvölckern sehr demJüdNviel einbildete. Das hielte denn dieauswär- ^ttes.tigen von nötiger correlsioncientze mit ihr «b/
und binderte die Vereinigung und harmonie/er-regte hingegen einen heftigen haß bey den welt-klugen/unb dabey viel spotten und lästernderheyden wider alle Göttliche dinge. Niemandglaubte ihnen/daß man nach Jerusalem alleinrn den tempel gehen müsse/ wenn man den wah-ren G-Ott anderen wolte. Die vielen Cere-monien und gesetzliche Verfassungen schrecktendie leutevonsolchem gottesdienft/und auch vonder äusserlichen conversarion mercklich ab.Angesehen sie den meisten zu schwer und ver-drießlich/ andern unnötig / wiederum einigenbey der eingeführten policey dieser oder jenernation nicht dienlich vorkamen. Also bliebnun unter diesem volck alleine/was noch anderJüdischenreligionunverfälscht/und an dem le-ben etlicher aufrichtiger Jstaeliten untadel-hafftig war. Und konte hieraus keine allge-
^.L.H.rLrster Lheü.
E
meme.