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Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
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vo n dcr MU. Regler. und Übungen de r Christenim erftenJahchundert. z;

Jahr i. schrifften hat man nach dem N. Testam, nichtsbiß c. mehr übrig/das vor richtig erkannt würde / alsLIcmen» die Epistel Llemenns an die <Zoxmtbexl»'sepiM. welche man neben den Apostolischen schrifftenauch in den versamlungen gelesen hat. Und wirdselbige/ wie man sie noch/ auch nunmehro in un-serer spräche hat/ von den verständigen denen A-postalischen zeiten gemäß und sehr werth gehal-Dcirnabü ten: Von Barnaba dem gefehlten Pauli zei-rpistcl. gef man gleichfals eine Epistel/ welche jenernicht beykömt / und dahero von vielen einemmann aus folgenden zeiten zugeschrieben wer-denwill/davon anderswo mit mehrern gesagetwerden soll/wie auch von desHermäund an-dern büchem.

2. Bey den Verrichtungen und andern din-DerLehrer gen der lehrer zu zeiten der Apostel und ihrerverhalten nächsten Jünger ist folgendes kürtzlich zu mel-den: Sie suchten in ihrer arbeit keine ehre oderVortheile dieses lebens / viel weniger nur eineungereimte eigensinnige behaubtung ihrer eige-nen Meinungen/ wie die ungläubigen wol den-cken möchten. Massen sie nichts als elend/fchimpffund schaden von aller ihrer lehrezuvor

Unser, sahen und würcklich erlitten. Ihr unterscheidscheid. UNO Eintheilung war diese nach Pauli Worten :Etliche waren zuAposteln gesttzt/etliche zuPro-pheren/erliche zu Evangelisten/ etliche zuHir-renundLehrem. Lpliei.i v.n. Nun hiessenWelche nichtnur die zwölfte neben Paulo Apostel/son-Äiri dem auch andere / als Barnabas / Epaphrodi-ßepeilfcn- tu ^ Junius/Andronicus/ Apost. G esch. XI V.14. Phil. 11.2;. Rom . X VI.7. Daß also jeneZwölfte mit diesem titul nicht neidisch waren/und wolwusten/ daß es hier/ wie in allen geist-lichen pstichten/allein austreue arbeit und leidenankäme. Wie sie sich denn einander alle gleichachteren/und nicht mehr umb die überstelle be-kümmert waren/ nachdem sie Christus einmalüber ihren Hochmuth so hart angelassen hatte.Sie waren aber eigentlich an keine gewisse ge-meine gebunden/sonderngiengenumbher/leh-reten und verrichteten überall/was nöthig war.Dahero denn die fabeln von sich selbst wcgfal-len/wenn man nachmals aufdie artderschonsehr geänderten kirchen-verfassungen Petrumzum BischoffvonRom oder Anriochien/Jaco-bum zu einem von Jerusalem / J ohannem vonEphew machen wollen ; gerade als wenn diesemänner an statt der ernstlichen Verkündigungdes Evangelii in allerweltnichts nöthigers zuthun gehabt hätten/ als so zu reden eigene kirch-spiele anzurichten / Pfarren zu bauen und sichalso feste einzusetzen / wo es ihnen am bequem-sten gewesen. Denn gesetzt/daß sie etwa woeine weileverblieben/so erwartetensie doch alle-zeit denwinck des Herrn/wcnn sie von bannenaus und weiter gehen sollen/den andern stadtendas Evangelium zu verkündigen.

3. Von Propheten weiß man um diese zeitProphe. aus demN.'Testam.und sonst vieles/und ist ver-m i 1 mmhlich/ daß sie theils das volck mit gelehret /

theils auch wol damit inne gehalten/ und ihreigentl. Propheten- amr werden abgewartethaben. Dergestalt / daß sie/ wo sie den triebdes prophetischen Geistes in ihren hertzen ge-fühlet / so dann von den andern zu keiner an-dern verrichrung aufgefordert worden. UndProphe, war dieses amr sogar auch oenenweibs-perso-tmncn. uruaemein/Lipost.Gesch.XXl.I. denen her-

nqch Paulus bedencken hatte das reden in dergemeine weiter zu vergönnen. Beyden Evan- bißchgellstm aber darffman ja nicht an diejenigen Evangeli«viere allem gedencken/ von denenwir die Historie stm.des lebens Christi haben ; sondern es warenmeistens feute / die sich brauchen liessen an allenorten das Evangeliumzuverkündigen/und denAposteln treulich zu helffen. Apost. Gesch. vXi.

8.2. Tim. iv. z. So verrichteten auch gemei-niglich die ältesten / als Hirten und lehrer einer- AeWen/ley/und blieben nach und nach bey dieser und Lehrer/jener gemeine beständig nach dem gutachrenHüten.der Apostel. -Oder auch / wie schon damalsoffte geschehen ist/sie wurden von den andernChristen dazu erweylet/wenn gleich dieApostel/so nicht überall seyn konten/ nichts drum wü-sten ; die aber doch deswegen vom H. Geistgesetzet waren. Wie denn auch zum erempel inRom mögen Lehrer gewesen seyn / ehe Petrus und Paulus dahin kommen sind. Rom. x vi.Vornehmlich aber ist offenbahr / daß sie baldAelristen / bald Auffseher oder Bischöffe geheis-sen haben/ und nach dem amt so wol als andempflichten einerley gewesen seyn (siehe Apost.Gesch.XX.17. i8.Ttf.I. f.7. i.Pet, v. 1. 2.i.Tim. in. 28.) Ja es werden in einer ge-meine mehr Bischöffe als einer gedacht. Phil.

1. r-Ap.Gesch.xx.28. Alfodaßesdamitersthernach eine unglückliche anderung gegebenhat/nach dem unter den Lehrern derneid/Hoch-muth und herschsucht einrisse. Wiewohl an-fänglich nur in den grossen stäoten einer den an-dern ältisien allein vorgesetzet wurde/biß end-lich dieses übel in der gantzen welk einrisse. Da-von anderswo mit mehrern.

Hieronymus Epist. ad Eragr, Sc Comm. adEpist. Tic.

4. Die 7. Diaconi aus Ap. Gesch. VI. wa-ren umzeitlicherbedienung willen verordnet/ob viaco»,,sie gleich hiernachst auch ausser dem lehreten/ Diener.wiePhilippus undStephanus that.GleichwiedieDiaconiüen und Dienerinnen vornehmlich Dkconis-zu dergleichen nothdurfft bestimmet/und doch si/ Diene,dabey auch zu geistlichen dingen gelassen wur-"Eu.den. Ein anders aber waren die diener/welchemit den Aposteln herum zogen / und zugleich ih-re mit-arbeiter / mitknechte/ und Mitstreiter amwort waren. Apost. Gesch. Xin. 2s. XrX.22.

Phil. II. 2 5. iv. 3. u.f.f. c Und diese alle nunhatten einen warhafftig-göttlichen beruff/ wieBeruffberes die grosse lauterkeit selbiger zeiten von selbsten Lehrer,weiset. Zugeschweigen der exempel/ da manmit eiffrigem gebet des Herren mund fragete/und die wähl allein auf Gottes purlautern aus-spruch ankam. Ap. Gesch. 1.26. Und dahero/weil sie ihre vollmacht zu lehren von GOtt sel-ber halten / 'und sie auch durch so grosse krasstJhredes Worts wircklich erwiesen : so wurden diemenschen freylich auch verbunden und bewo-gen / alles mit gehorsam anzunehmen. Dakonte nun keine menschliche regirung hindernoder auch etwas beytragen / weil das Evan-gelium durch solche verkündiget wurde/ die vonGOtt unmittelbahr ausgerüstet und abgeschi-cket waren. Weßwegen ihm niemand hier-bey gewalt oder regirung mochte anmaffen/daes fachen gab / die er erstlich lernen muste. Eskonte ihnen auch keiner hierinnen einreden oderverbot thun / wolte er nicht Göttliche autori -tät beleidigen/diesich auch über dieß durch wun-