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Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
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Th.i. B.i-C.l l von denen Lehrern / und ihren verrichtungett/wie auch

Ihre

Pflicht.

Jahr i. dersosehrerzeigete. Unterdessen aber erhubenbis c. sich solche erwehlte PersonenkemeswegesüberDemurh ihre brüder/ daß sie sie als layen oder gar alsdadcy Uud^^tzen von sich abgesondert/und einen bcson-fyls' dem Orde oderPriesterthuM gemachet/und da-hcro von nötigen dingen ausgeschlossenhärten.Gestalt anderswo augenscheinlich erwiesen /das diese dinge mit dem Wieder-Christ gleich-kam einengcbmtstag gehabt haben.

s. Solche manner nahmen nein in allen stü-cken ihre pflichten genau in acht dcmApostoli-fthen unterricht und crmahnungen zur folge.«Die hielten so wol sich selber als dieandemingenauer zucht/und wiesen vornemlich alle auffdie regierung des H. Geistes und das wort sei-ner gnaden. Gegen die/ welche es erwanwoversahen /brauchten sie ruthen/oder ernst undeiffer/ jedoch mit verstand / gegen andere liebeund den geist der sanffcmuth. i. Cor. IV. 21.Die Verbrecher strafften die Apostel geistlichcap. V. 2. und auch wol leiblich / Ap. Gesch. V.1. 10. Xlix.2. Wo etwas inihren Versamm-lungen einzurichten oder zu bessern war / erin-nerten sie es mir erweisung des Göttlichen wil-lens/ i- Cor.Xi V. gaben ihnen guten rath andie Hand mit Vorstellung des heylsamennutzens/n.Cor.liX. 10. und theilten auch im Privat-leben einem jeden seine nötige inltruction mit.Keines weges aber bunden sie die gewissen mitsatzungen/oder drungenauff deren unaussetzli-che odservanß. Sie wüsten wol/daß auchnach der natur ein jeder das äusserliche seines

Freyheitder glau-

Gottesdiensts so anstellen dürffre/wie er wisse /es ihm heylsam zu seyn/ und wie ein jeder dieNothwendigkeit der Verehrung GOttes erken-net. Daß man alsovielwenigcr im Christen-thum durch den gehorsam der warheit einemandern die herffchafft überfein gewissen gebenkönne oder wolle. Zumal da ihre versiimm-Ihrever- langen solche freye collegia und gesellschaffcensammlum waren/die zu solchen Übungen sich einstimmig3 °"' und freywillig vereiniget harten. Derglei-chen denn auch die Römer damals noch in ih-ren gesetzen vergönneten. Diesem nach wardwol dann und wannetwas heylsames besthlos-sen/als l.Vor. vil.u.f. in Mitteldingen aberward den gläubigen ihre freyheit folgends vonGOtt und rechtswegen ungekranckr gelassen /weil sie auff das inwendige reich GOrtes ge-wiesen waren. Nach beschaffenyeit derzeiren /örter/ Personen u. s. f. ward etwas bald ange-nommen und beliebet / bald wiederum abge-than. Jnsummaalles muste zur befferungge-schehen/und zwar aus ungefärbtem glauben inder warhafftigen liebe. Von welchem allem dieAposiolisthenschrifften durchgehends zeugen.Ihr < 8 >oU 6. Jnmassen man damals und weiter hinteshienst. vondemgermgstenzusatzingeistlichenübungennichts wüste. Manversammlere sich mir ein-ander/wste und wo man nur konte/und hielte ortund zeit / eine so gut als die andere. Da warkein gesetzlicher zwang ober andere mißbrauchezu spären/worinne dieAeltisten undLehrer einenzutrirtzurherffchaffr oder andern Vortheilenge-Ihr bctensucht hatten. Ihr singen und beten unterein-und sin- ander geschahe im glauben mit der höchsten ein-sen. falt/und zwar durch eingeben und trieb dcsH.

Geistes. 1. Cor.xiv. CoUü. Nach der-Ihr lcsin.den gewohnheit läse und erklärte man sonder-lich in ihrenSynagogö dieSchrifft.Ap.Gesch.

Xlli. XV. XVn. Wann einer weissagte/so ^ f, jhöreten die andern zu/ und richteten/ fiengen bis c.darauff auch nach der reihe an zu reden/nach-dem der Geist ihnen gab auszusprechen. i. Vor.

Xi v. Die Tauffe wurde aus den ehemahligengewohnhciten behalten / und denen erwachse-nen nach der arr gereichet /wie sie in der abbtl-dung der ersten Christen nach der wacheit be-schrieben ist. Von denen / welche in die ge-meine aussgmommen wurden/sind inderApo-stel geschichten epempcl gnug/vonden kindcrnaber kein ausdrückliches / und also auch nichtvon dem exorcismo , der beylegung des na-mens/gevattem und dergleichen. DasAbend- Abend-mahl hielten sie täglich bey der Mahlzeit / und mahl.sonderlich bey ihren gemeinen liebes-mcchlen.

Dabey ihr haubtzweek bloß auff die gedacht-nüßdesHErmund Verkündigung seines todesgieng / kein aberglaube aber oder abgöttereystattfunde. JndemdieHeiligeneinengaran-dern und lauterem begriff davon hatten /alshernach bey einschleichender heucheleyundver-fallauffdasäusserliche werekauffkam. Vonihren liebesmahien insonderheit wollen wir imfolgenden jahrhunderr hören.

7. Unterben übrigenübungen des Christen- Jhrran.thums bestund bey den gläubigen alles auff der dere übun-führung und trafst des H. Geistes/nach wel-sm dcschem ihr beten/fasten und alles andere gescha-he/wormne sie niemand als GOrr in seinem 9willen zum mcister erkanten. Wolken gleichdie aus der beschneidung offt auff äusserlicheCeremonien fstilm / und den heyden hierinne^^,nichts nachgeben / Ap. Gesch. X!. 2.18.6ai. i 1.

11 .so ward ihnen doch von reinenLehrem durchdie krafft des H. Geistes allerscrupel undunzei-tiger nffer benommen. Von dem Sonntag Keinkönnen insgemein die Gelehrten zu dieser zeitSontag.nichts finden. DennderragdcsHErm/auffwelchem Johannes im geist war/ ist gar was , randers gewesen. So wüste man auch von Keine ,y>keinem Feste noch/ausser/was etwa noch denenJüden zu gefallen gleichsam von ihren ftyerra-gen gehalten wurde. Sonsten aber verwie-sens die Apostel den Christen/ wenn sie in ande-rer absichr feste/jahrzeiten und scchbather hiebten/und sich eingewissen drüber machten/ Gal.

IV. 1 o. Col.ll. 16. Das machre/sie harren dencörpcr/CHristum selbst: was solle ihnen nochder schatten ? gesetzt / daß man hie und da nach-mals die gcdächmüß der aufferstehung CHristi zu ftyren anfieng/so bliebe es doch der Christli­ chen freyhcrr heimgestellet. Noch vielweni-gerwuste man in diesen und folgenden zeiren einworrvomBeichrstuhl. Weilsich die gemeinen Keineunter den rrübsalen so baueren / daß murhwilli- Dcichbge fünden ferne von ihnen waren / und dieschwachheiren in täglicher absterbung dcs altenbösenwesens abgethan wurden/auch ein bruder

demandem im fall der noch bey den reichen ga-ben des Geistes genug tröst einsprechen kome/und die ihm etwa geschehene beleidigung nachMatch. XiiX. >8. erlassen. Das amr der Ver-söhnung bestünde damals in lautererankundi-gung und zueignung des Evangelii/ und in kei-ner herffchafft ofcfrjurisdictionübei- die gewißten. Am allerwenigsten ist um diese und viel .folgende 100.jähre an eine priesterliche copula- lrichbc-,tion>an sonderliche leichbegangnüsse und pre-gangnüsstdigten / oder andere lange hernach unter dem und dcr.

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