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Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
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Th.l. B.i- C.iv. vondemn KatzkM

Ichr i. -.der begriff / der schluß und die betrachrung.

Htm «Wia, boyie/uct^ivdu-

itf x»w') (q) Allein ob man wol vonandera ausdcnfolgendenzeiten dergleichen Meinungen lie-fet/so ch doch aus dem stillschweigen der älte-sten Scnbentm klar/ daß sie diesem entwederaus Unwissenheit oder mit fleiß gedachter Mas-sen beygemrffen worden. Dergleichen sonstmehr geschehen ist. Zumal aus allen umstan-den klar wird/daß er sich bey seinem leben umGOrrnichr mag bekümmert haben/ den er auchso ftevemlichverlasterrundverschmahethat.

(p) Gregonus Nazianzenus Orat, in Hieron, Epi-phan. hsr, 2t. n. 4. Theodoritus lib. I. Hxrec.Eab. c. 1. Nicetas Schob ad Gregor. Naz.Or.44.(q) Theodor. & Epiphan. I. c. consentit Larro-quanus. Obscrv.ad Pearsonii Vindic. Ignat.

8. So soll er auch die Verehrung der engelbehauptet haben / (r) hingegen die aufferste-hungdesfleischesdaher gelaugnet/ weil sie dernamr nicht gemäß wäre. (5) Welches letzterezwar desto eher zu glauben stehet/weil sein Hoch-muth und schändliches leben ihme freylich alle

Erim la^^nung eines andern lebens ihm selbst in fei-ster und ss nem gewissen abgesprochen haben wird/und ercbrrma. daheroliebersichundanderesichcrmachenwoi-cheodelebgkn.^. Denn von seinerüppigen boßheitzeugendie ältesten schriffren/wie er allen freyheit gege-ben/ nach allem willen zu leben/ weil sie dochdu.'chseinc gnade/undnicht durch ihre gute wer-kte selig würden. Daherocrdann alle abgöt-terey vor eine schlechte fache ausgegeben / dieman wol bey verfolgungenthunkvnne /und da-hero so viel anhänger bekommen hat. Am-gleichenhat ersonst dmseinigendie allerschand-lichsten dinge zugelassen/und alle seine lehrenauff einsolchessicheres fleischliches leben einge-richtet/wie es die falschen lehrer alle pstegen/und auch selbst ihre lehre mit der that bewei-sen. 0)

(r*> Tertullianus de prascript.C. 37. Epiphan. 1 . c.(s) Augustinus de hier. c. i. Damascenus deHxrcs.c.2i. (t) Irenxus lib. I. c. 10. Orige-nes lib.VI.adv.Cels. Euscb. lib.ll.c.ij. Au-gustinus 1 . c. Damascenus & Epiphanius 1 . c.

9. Jmmassen es freylich nicht ohngefehranzusehen ist / daß dieser mann voreinen urhe-berund Patriarchen aller katzer so einstimmigbry alten und neuen ausgegeben wird. Nach-dem man alle kennzeichenund stücke an ihm fin-det/ welche insgemein zu einem rechten katzererfordert werden/ gesetzt auch/daß man die hierim zweiffel gezogene dinge weglassen wolte.Sein bekäntnüß zur warheit war gleich an-fangs lauter Heuchelei) /und sein glaube mund-und schein-werck. Alle sein thungieng auff ei-gene ehre und xrobr, und die Hoffart brachte ihnzu so grosser Verwegenheit und unverschämterboßheit / diese aberzu greulichen gotreslasterun-gen. Seim lehren richtete er alle nach seinenschändlichen bcgierden ein /und hatte seine sreu-de daran/wenn er andere zu gleichen gewohn-heiten bringen tonte. Daherokamcn dieun,seligen satze von der fleischlichen sicherheit/vonverwerffung alles frommen lebens / von einerthörichten freyheit/ da die lerne nicht verbundenwaren ordentlich und gottsfürchtig zu leben/als welches er eine knechtschaffc und unnötigefache geheißen. Womit er den gründ seineshertzens aufgedecket/ und zugleich imlebener-wiefen hat / wovor man ihn z.u halten habe.

Also daß er billich ein muster und ebrnbild aller M ikätzer heisscn kan/so viel ihrernur mitwarheit bipe.davor erkant werden mögen.

- c. Auffdie übrigen zu kommen/so mag ichnicht einmal Elymam/ den zauberer/ wie erli-ehma».che thun / hier erwehnen. Man weiß auchwenig gewisses von ihm/ ausser was Lucas mel-detApost.Gesch.XUl. 6.u.f.Anderesttzenauch-JDofitheum noch vor dem Simon seinemDoüthm.landsmann/ (") oderwol gar noch vor Chri-sti geburt/ da er uns also hier gar nichts angien-ge. (x) Indessen will man sagen/er habe jichauch vor CHristum ausgegeben / und sonstabergläubische dinge von Haltung dessabbathsvorgebracht.^) I ch will aber diesen mit denenübrige obwuren namen der katzer übergehen/dieman in diese zeiten setzet / als die Em^chimi/Entyciii.

Oimiben/^Nrianitten/^laLbotliLem/Oortbe-tkki/c-lii.ner/ imgleichm den Cleobulum oder Cleobi- sten/ Adri-um,Theodadem oder Theobutum u.s.s. da-von die Nachricht meistens dunckel und dazu we-nig oder nichts nütze ist. Gonhe-

(u) Egelippus ap. EusebiumIV. c. J2. (x) Epipha.nfr/Clco.

niusharp.ij. Hierouymusadv.Lucifer.c *. Ter-hulus,tullianus dc prxser. c. 4j (y) Origcnes Jib. I. Theoda-adv.Ceif p.44.8c lib. VI.p.iüi. & hb. IV. *-f f |dcs.*f%ut c. 2. Epiphan. haer. 22. Irenxus lib,I.c. ai. Theodor. tuslib.I. Hxr. Fab. c. 2.

n. Vomemlich werden unter SimonsNachfolger erzehler Menander , Saturninus , Menan.Carpocrates und andere. Der erste ist ctüeiv tlcr > Satut *dings auch/wie sein Meister/ aus Samarien ^."'^' _bärtig gewesen. Epiphanius will ihm jtt>av tc j rp 'schuld geben/er habe sich noch vor etwas grös-fersausgegeben als Simon. Irenas« hinge-gen bezeuget/dciß er sich unter die höchste undunbekante kraft erniedriget/ wovor sich dochSimon ausgegeben hatte. Ja andere wollenversichern/ er habe sich diesem in allem gleichgemachet/undseinenanhängerndicunsterblig-reit thörichter weise versprochen. Sonst soller rinertz-zauberkr gewesenseyn/dadurcherdcnleuten grosse wissenschafft und sieg über die en-get zuwege bringen wollen. 0) Und sicher manfreylich aus allen umständen / daß er dazu diekünsteseines Meisters angcwandthabe/sich beyden andern in Verwunderung zu seyen. Dabe-ro auch alle feine lehren und Händel auff eitlenrühm und Hochmuth angesehen waren.

(->> Irenxus Lc.

12 . Weiter findet man in den gemeinen F&tzer-registern einen/davon man nicht einmalweiß/ob er jemals auff der welk gewesen seynmag. Sein Name soll Ebion, und er 'Simo-ei-senis schüler gewesen seyn/wie es die Gelehrten

rv sstgteicywvl^yr veoencklich/daßdiceerstenund ältesten Autores durckgehends diestrc

personnichterwchnerhaben/diedochsonstoar-^mnenleichrlich keinen vonsolchen vcrworssemi?leuren ohne censur vorbey gehen lassen. Nunist aber Epiphanius in dem bekamen käberbuchder allererste/ der feiner als einer gewissen Persongedencket. Und zwar thut ers mitso heftigenund hochtrabenden wotten/ daß er ihm selbergleichsam einen schatten bildet / mit dem er ingedanckenfichtund streitet. Wie es dennfebrominös ist/ wenn er ihn der fabelhafften viel-köpfigen schlangen (fj.uSi'jQu.lr, vico) vergleicht/i^^lche eben so wenig in Irrum naruragewesen

wesi

ist.