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Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
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inden ttftenhundertjahttnmsonderbett.

Jahr i.»ißc.

sem haß wider Cerinthum gethan/daß er davongeeilet/welches doch Irenreu« der blossen bey-forge schuld giebt. Weiter sagt man/ er seyauff anreihen des H.Geistes ins bad gegangen/weil er sonst dergleichen nicht zu thun pflegen,(u) irem, das hauß sey gleich über den katzer zu-sammen gefallen / und hab ihn erfchlagen/un-geachtet ernoch soll mitten im andernJahrhun-dertgelebet haben. Zugcschweigen/daß etli-che gar denLKionem davor nennen / oder/ derfache zurathen/vonallen beyden zugleichversi-chern wollen / da doch dieser gedachter MassenwolniemalsinrsrumnÄtursgewesen. (x) Undmit dieser erzehlung haben sich die unzeitigen ei-fererund kätzermacher wol zu behelffen gewust /indem sie alle ihre ungerechteund lieblose Händeldamir zudecken wollen. Deswegen sie auchdem liebesvollen Johannihiebey einensolchengrimm und verbitterten sinn zuschreibm/ob wolbey dem ersten 8cribenten nur angedeutet wird/Johannes habe besorget/ er mächte seiner straf-fetheilhafftigwerden/das abernoch lange kei-nen haß gegen die person anzeiget / ob er gleichseine boßheitnichtgeliebet hat.

(r) Irena-us üb, 111. c. 3. Eusebius lib.lll. c.2$. &IV. c. 14. Timotheus presbyter de Recept. Haer-ap. Cotelerium Tom. 111 . Monum. Eccl. Gixc,

( a) Epiphan. ha:r. 30. Hieronymus Dial- adv.Lucifer, (x) Epiphan.Hieron. l.c. ßaronius.

Seioelch' 20. Noch einen grossen Irrthum schreiben et-revooei, liche demLerincliozu/davon doch dieältestenmm irrdi-und viele neuerenichtsgedencken/diesonst allernck leine lehren aussgezeichnet haben. ..Etliche,, aber eignen ihme nun diese lehre zu: CHri-,-stuswüroeeinirwisches reich anrichten/und»dieses würde/ nach seiner Meinung/ (weil er»sehr fleischlich gewesen seyn soll) bestehen in»fressen/ sauffenund rmzucht / dabey er zum»schein vonfesttagen/ opffern und schlachten»gelnhret hatte. (7) Dieses/sagen die neuernferner/ füllen nun IrenLUL , Tertullianus undandere Übergängen haben / weil sie in gleichemmthum mit ihm gestecket. (z) Welches abereine grobe und unverschämte beschuldigungdieser theuren männer ist/ nachdem diese ausder Offenbarung JEsu CHristi / wie sie Jo-hann! gegeben worden/von gar einem andernreich desselben geschrieben haben / als diejenigeetwaglauben und hoffen mochten/welche einsolch irrdisch und fleischlich reich auff erden lie-beren/und bey ihren fetten Pfründen oderpfar-rm unter dem verfall besassen. Zu dergleichenUnverstand oder auch murhwilligen verdrehun

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stus nemlich) sey bey seiner tauffe in gestalt ei--Mr 1.ner taube auff ihn kommen/aber bey seinem lei- biß c.den wiederum gewichen/so daß JEsus alleingestorben sey. (b) Und dieser Christus müssenun noch einmal herrschen/weil er damals inJEsu noch nicht herrschen können.

(y) Dionysius Alexandrinus ap, Euscb. Ul.c.aS. Au-gustinusha:r.8.&lib.XX.deCiv.Dei e.7. The-

odoritus Üb. I. Haer. Fab. c. 3. (z) Pamelius adTertull. de praefer, c.48. (a) Euseb. 11 . c. a*.

(bj Irenaeus l.c.

21 . Zu den nachfolgem Cerinthi wird Ta- pap.-asIo,pias, einaufffeherderGemeinezu htierapsli.derhanmsunter Tra)ano gelebet/ auch unschuldiger weise Jünger,gerechnet / als wenn er ein erfinder des durch

den Lerintbum zum anfänger derer gemachetbat / die doch dieses letzterenurvorgewiß erkant'haben. Eben wie man mit Verwunderung lie-fet/daß schon damals einige die OffenbarungJohannis deswegen verworffen haben/ in mei-nung/Lerintbus habe sie/sonderlich das 20. ca-pitel/erdichtet, (a) So gar pflegen blinde ge-mäther böses und gutes untereinander zu men-gen/daß sie sich nicht heraus finden/und dasrechte allein behalten tnögen. In; übrigenwenn man ja diese erzehlung vor bekant anneh-men wolte/so scheinet dieses Cerinthum auffsolche thörichte gedancken gebracht zu haben/weit er von JEsu vorgegeben / er sey etwas be-sonVersvonCHristoLewesm. Dieser (Chri-

dencken tragen/und entweder ihn bey erzehlungdieser dinge verschweigen/oder lieber gar einesecttf der ManLclixei aus dem Papianisteit ma-chen. Dieses gestehen aber auch dieältesten/ob wol zum theil parrheyische / Scribemen / daßernoch Johannen; den Evangelisten selbst ge-höret/ und also das von ihm gelernet/was manan ihm hernach sicherer als an Johanne ver-worffen hat. Ungeacht er es nicht aus blossen Dessen»«,mündlichen Traciitionen/VielwMigerausCe- gerechterinthi lehre gefaffet/wie er beschuldiget wird /beschuldi,sonderndem geschriebenen Worte in der Offen-barung Johannis treulich gefolget. Manweiß auch gewiß/daß er mit dem Jünger Jo-hannis/koi/earpo, auffs genauste verbundengewesen / und umgangen. (0 Ja ob er wolhernach von Damaso , dem Römischen Bi-schoff/mit samt dem Apollinari ,(jlö ein katzerverdammet worden/ (d) so setzet ihn doch dasneue Römische Märterbuch unter die Heili-gen. (0 Welches eben eine so ungewisse Mei-nung anzeiget/ die man von ihm gehabt/ alsman beym Lusebto klärlich siehet/bey dem sichdie atfe&m so sehr verrathen. Denn zuvorrühmte er ihn als einen beredten und in derSchrifft erfahrnen mann. GleichwielDero.nymus in seinen schrifften eine vortreffligkeitund Zierlichkeit erkennet: andere auch demselbengrosseautorirät zuschreiben/und ihnselbst einenbeständigen fortpflantzer und Vertheidiger desChristlichen glaubens/ und fleißigen Nachfol-ger der Apostel nennen, (0 Nichts destowe-ntgemllEusebius aus seinen schrifften muth-massen / er sey eben von keinem sonderlichem ju-

ciicio gewesen/weil erdiegeisilichmundmM.

schen lehren der Apostel nach dem buchstabmangenommen hätte. Und gleichwol haben/nach seiner gestandnüß/so viel grosse Lehrer/undunter ihnen der berühmte irenLus, diesem ein-fältigem mann so schlechthin gefolget/welcheaber gewißlich eben die intention, als Papias selber/gehabt/dervonsichbekennet/erffehenichtauff die/welche viel / sondem welche diewar-

die warheit selbst/ gesaget hatte.

(c) Eufebius > 11 . c. ulr. ex Iren seo- (d/ BaroniusAnn.CXllX. n.a.& Bernb. Lüzenburgius Catal.Harec. (e) MartyrologiumRoman. d,22. Febr.(f) Euleb. III. c. Zj. Hieronymus c. 28. ad Lu-cinium. (g) Trikhemius de 5 cripr.Eccl inPa»pia. Euleb. lil. c,z8. Hicephoruslibdü. c.ia.

22. Aus diesen und andern geschichten kanman sehen / wie in den folgenden zelten so bald

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