Buch 
Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
JPEG-Download
 

72

Th. i. B. ii. C. iv. von den entstandenen aegernüssktt

Jahr c.biß cc.

nichts tbörichters/aber auch vor die angeberge-fährlichers seyn mag.

(o) Epiphamus Haer. XXIV. n. $. Idem harr. 4G.(p) Idem hrer. XXVI. 1». 3 » Augustinus haer. 6 .(ij) Philastnus harr, 7}

führet wurde) nichts gehalten haben. (x) Jahre.Dahero mag es kommen seyn/ daß man von biß cc.etlichenausdiesem Haussen schreibet/sie hätten 8mW, sich der fcevtzert mißbrauche« / undeinFe-^""""I bildet / es köttne sie nichts gefangen neh- '

1 ** t -«. . s- « 1 .M. _ .. .. vv ''

Beschvla 27. Insonderheit istmercklich/daßdie neu-l^'^H'' '.^ .v-

digung dcr ercn 8c>-bentm/die schon unter dem verfall des j mm/ ß? waren Herrn des frbbarhs /und

«nzucht. Christenthums gelebet/ diesen leuten eben die ^unzueht und andere recht erschreckliche und un-glaubliche greuel schuld gegeben/als die Hcy-dmdenersten Christen/wiesie ausdrücklichg er-stehen. (>) Hingegen gedencken die alterenalle vor Epiphani o nicht mit einem Wort da-von. Auch da die /so vor die Christen danralsApologien schreiben musten/so leicht alle laste-rungen auffdiefeGnofticos harren schieben kön-

über alles/ als kinderdes könrges / denenkeingefttzgegeben sty: U.f.f. (y) Welchean sich selbst unschuldige undschrifftmaßige re-den/wennsie ja von einigengebraucht wordenwarm/ etwa in der application einige mögengestoßen haben.

(11) Epiphan. harr XXlü. n.z. (x) Idem hacr.XXVl.n.j. (y) Clemens Alex. II. ström.p. 438.

hrit.

29. Nachdem aber gleichwol die meisten 6a°nici,nen / ja gewissrns halber sollen / schweigen siel undvorsichtcgsten bekennen/daßes emhirngc-cine tu

d-mwch durchg-lMd« stille. SRielmtfir ><h-jsp«>tz r»/w»s tt.ch- WMM

nen sie diese beschuldigungenvon allen Christen der (-notlucorum ausgeben /so fallen

rnogemein ab / darunter doch auch dieGnoftici ^cht «ur öte belcyuidrgungen emes bojen le-

begriffen waren/als welche sichgleichfals Ehrst bens/jondern auch derchnen beygemessenen ich-^ ' - re von selbst weg. Wie denn des Lprphami Epiptoi

anklagen nach einander sich so merckiich verra-^dicht«-then/oaß man wol siehet/aus was vor einemgemüthe sie geflossen. Er spricht die fabeln: oürffren nicht einmal aus der fei)risse oder mirexenrpeln widerleget werden/sondem nuraus

*'vy* r u .v * . - .

sten nenneten / wie die Furores klar bezeugen, !Lpiphanii (s) Daßalsv Epiphaniustüd recht ohne schäm >«nwar- und scheu angefangen hat/solche greuliche ver-

laumdungen aüffdie bahn zu bringen / wie esgelehrte und bewahrte lerne anmcrcken. (r)Dem hernach die andern katzcrmacher das lü-gen und lasiern weidlich abgelernet haben/wiedie armmWaldenser/Picarder/Hußirm undandere zeugen der warheit wol erfahren haben/welche Petavius und andere ausdrücklich mitdiesen Gnosticis deswegen in eine classeffetzen.Ungeacht dieser beymEpiphanio wol halte je.

* *v * ... f ct* i , 4 e i*

der vernunfft. Er giebt auch zu / daß sie dieSchriffc % und N. Testaments angenommenhatten / setzet aber dazu / der Trüffel harre ihnenwiderwärtige reden eingegeben. Sie miß-brauchten die Schl ifft auffs abscheulichste/re-deten rechtgotteslästerlich von CHristo/hatlrn

ffiZ SSES SS ihre eigene bücher / daraüs sie ihre fabeln her-

re!2linn ü kr selbst deralei- nahmen. Unter andern soll dieses ihrekätzereydeziehe/undsemerelanon,dchtt^elbst^

namcv bcoria. harre sich vor der sündflurh/dasie gemercker / daß sie auch umkommen solre / et-lichemal auffden kästen gesetzet/und ihnange-zündet/ daher es mit dem bau des kasiens solange gewähret hätte. Und was dergleichen

chen erfahren/ mit nichts bestarcke/ gleichwolaber durch so virl parrheyische und offenbarlichfalsche berichte seinen glauben bey verständi-gen eingebüsset hat.

(r) Clemens Alex. üb. III. str. p.430. (s) Irensusi. c. 24. Enseb. IV. c. 7. Ep'plianius haer. 17

fr) Heraldus ad Arnobium p. 76. Korcholtus fabklNMthrsittd /Die eiMM schwätzigM Gracu-

J^ c7^ ^ « n . i/C T)f>tn t/iii* A^A>r aA [ i _ ... ... .(a .1^. __.. £T *

de Vita Christ, e 9. x.ns. Petavius dcdic. ftdEpiph. Hieronymus ep. 59.^0- cont. Vigilant.

r8. Und gesttzt/ daß ein solcher hauste in der

«Kklaac» n>elt gewesm wäre/ und einige unter ihnen sicha mir unreinigkeit beflecket hätten / so könnendoch die andern unmenschliche thaten / nimmer-mehr von ihnen dargethan werden/als von wel-chen die alrenmartyrerzu V\ems und Lyon bil-lrch geglaubct habm/daß sie kein mensch bege-hen könne. Was aber etliche nur gethan hat-ten/ (das doch nicht ist) das konre dergantzenparrhey so wenig beygcmessmwerden/als Hie-ronyMUS dem Vissilanriozugestanden/daß allerechtgläubige Unzucht bey ihren zustnnmen-känffren trieben / darum/ weil man etliche bei-den vjßilien also betreten harte. Denn er gabdiese gemeint rege!: die schuld etlicher wenigermachedergantzenreligion keinpr^jueiitz: wel-ches billig von andern auch gelten soll. ObLob dcr nunwolvonden8aturmlianem/ (diemanmitsatuimüa. uncer die Gnofticos rechnet) auch WiderwillenE. gestanden wird / daß sie ein sonderlich heilig le-ben von sich sehen lassen/und damit andere ansich gezogen habcin so will man ihnen dochschuld geben / sie hätten das fasten verachtet.(u)Und daher sollen sie nun auf eine falsche frey-hcit und liederliche lebensart verfallen ftyn/weil

N

ii»

io zu erzchlen eher als einem grossen Bischossidergleichen Epiphanius seyn wolre/ anjtehett.

Die andern wissen nichts gründliches widec-diese erdichtete katzerauffzubringcn/und beheistftn sich gedachter maßen mit lauter kindischenfabeln. Jedoch daß es nicht gar an irrchiVmein/ bey einiger einmal erdachten katzerey feh-le/so sagen sie/die Gnostici harren einen zwie-fachenGOtt geglaubel/einen guten und einenbösen, irem, haß die seelen aus dem wesen- GOttcs herkamen / u. s. f. welches also billigmir den vorigen gedichrcnseinenerfindemheimgegeben und überlassen wird. (?)

(z.) Augustinus baer. 6. llidorus Hi/palenf. lib. 1IX.

Ongc... Kabanus Maurus lib. 11. Instit. Cle-ri c.c. j8.

30. Wir müssen aber zu den übrigen be-schrienen kätzern dieses ftcuft eilen / darunternicht die geringsten sind Cerdon und Marcion, CertoJener soll nicht nur etliche von den Apostoli-schen brieftn in zweiffel gezogen / oder wol gar ^verworffen/sondern auch die Offenbarung Je-hannis vor falsch gehalten haben, (a) Obne^o^nn^-zweiffel/weil er sich mit seiner vernunfft in diegeheimnäste nicht finden können/als worausauch seine übrigen ir.'thümer entsprungen sind.

Ferner soll er zweene einander widrigeGötter er- Vvv g-dichtet haben /einen frommen und einen bösenoder grausamen / welchen lebtmn er zum

Schöpf-