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Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
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Ty.n. B.X VII. C. XV. Von der Griechischen Religion/

JahtNve.biß MDCLXXXVIII.

Art UndWeise-

im §nrhol. Khrijkenthum oder Kitchen-Gesch.

Parte V. cap.6. p.U5.& c. Ij.p.i 43 - c 2Z - P-^ 9 -(m) Arnoldus Montanus l.c. p.l6p. 19O. i{) 2 -Varenius l.c. p.226.

17. Die ai't und weise dieser Verfolgungenwird sonderlich sehr grausam beschrieben / undmit fast unzähligen invemioncn der matterabgedrucket/welche man wegen der emsiim-mungsovieler Scribentennichtgantz inzweif-Grausam-fel ziehen kan. Darunter war sonderlich ge-krit der mein/daß man dieC husten in eine siedend-heisseMarter/ j- cc/n)e j c fy t bieIaponescr Singok nennen/sturtz-te/oder sie daselbsten tag und nacht Mit solchemMit sie- siedenden wasser übergoß/und also z.und mehr^"L-tage auffs äusserste quälet:. (n) Mchst dem^ ^wird eine sonderliche art des gefangnisses be-schrieben ; Sie stehet unter freyem Himmel inGelang- gestalt eincsgrossen kafigsoderrhier-kastcns/an/ der öffentlichen land-strassen mit psalen einge-sthrenckt/wclche ?.finger breitvoneinander ent-schieden/ zur sommer-zeit der unerträgliche Hitze/im winrer aber deräusserstc kälte/scharffen lasst/schnee und Hagel allerseits den eingang machen.Die lange erstreckt sich auf 24/ die breite auf,6/die höhe auf ,2 kleine spannen oder hand-breiten. Sie sind Mit einer engen thür oder fen-sterleinwohlverwahret (dadurch man den ge-fangenen ein wenig reiß und wasser langer / da-mit sie nur nicht durch Hunger sterben und derMarter abkommen mögen.) In solch gefängnißwerden so viel hinein gepeest als es möglich/daßkeiner darinnen sich niederlegen noch äußstre-cken kan/die nöthige ruh: zugemessen. Zumalsowoldiedeckealswandemitschmffen stachelnversehen/daß niemand sich anlehnen / oder auff-gericht stehen kan. (0) Man hat ferner denenZerreißen Christen mit zangen die nägel und glieder an,der Glic- Handen uNd füssen abgerissen / sie auf spitzigeltr ' höltzer gcsetztt / in löcher oder gefasse gestecket/diemitgifftigen schlangen angesülletgewesen.Hcncken/ Man hienge sie an schnell-galgen oder nageltesie an creutze/oder auch hienge sie bey den deinenin eine tieffe grübe/schnitte ihnen oben die hautaufder Hirn-schale Miss/darinnen sie wol 8. undmehrtagenochlebten. Viele wurden auch lc-Verdren» bendigvcrbrant/ undsonstcngewaltsam hinge-«m/ richtet/darunter auch viel kleine kinder warc.(P)

(u) Hazartus Parte VI. C.7.& n. Montanus l.c. p.z.u.Valcn6l c.fi.11i.219. (o) Hazart. l.c. c,4.p,io7.seqq. p.ciauäms im Histo» .Bericht pon etlichenMärtyrern in sapan.p.iz. Montan.p.iz«. (p) li-dem passitrij & Erasmus Francisci ilN Trauer-(Sslsll Parte IV.

j 8 . Vsim schlöffe etliche zusammeniit euren enger» sack /der kopssward freygelassen/dcrübrige leib aber dermaßenZcrquei- eingequetscht/ daß er sich nicht im ge-sehen undxürgsien bewegen kunte. Dcrgesialteinpressen preste man ste als mehl-sacke auff ein-ander/daß der innerste leicht erstickenkönnen. Älsd wurde,» sie unter freyenHimmel gesetzet / des tages dem spott unschlage,» derleute /des rrachts demfrostunterworffen/und diß geschahe etlichetage nacheinander. Etliche wurden

Schlagen auff die erde geworssen/ mitfussen ge-und pru» creren/und rnik steckenunnrenschlichge-grln/ schlagen / bißnrarr fast kein lebens-zei-

chc,» an ihnei» verspüren konte. Die ar-me der fitzenden wurde,» an die zwerch-höltzerfest gemacht und außgestreckk.

Zwey dicke breter/ ringsweifeschnitten/umbgaben den halß / derve-d>?u vcstalt/daß der kopff unbeweglich oben^^^'"^

aufffaß/darnachbegunremandenhalß/

der feste angema cht/mrk scharf-gczähn- uotgeis?/ken röhr - staben zu feilen / und saltz mdie wunden zu streuen. Fünff tagelangwahrte dieses fcilcn/unkerdcffenman diegebundene nicht einnral loß machte/0,der die geringste ruhe haben ließ. Diehenckers-knechre löseren einander ab /und die artzte waren stets beyderhandmit den herrlichsten ercjmckungen. (r)Zuweilen m achten sie f.stricke an q.ecke Folt-rader folrcrbanck/ denn rollten sie dcnlerb Rs-indenstrickenrund umb/ und drehctm^^an den 4>ecfcn so lange / biß er oben diedecke rührte/darauff liessen sie die stri-cke zugleich loß/alsö/daß der gepeinigteplötzlich auff die erde herunter und inohnmacht fiel; geschwinde liessen diehenckerzu / gössen einen hery-starcken-den tranck cin/biß er wieder;» sich selbstkam/alßdenngicngdiemarrervon neu-en» an. ( s) Man setzte sie auf eine bauch Äußren,überschlug ihrearmecreutzwelst aufdieckcn krbrüst zusannncn / verstrickte dieselbenrückwcrrs a,»eien pfal/und trieb alsosehr spitzige eisen mit gewalk zwischenfleisch und naget anhand und füffcn/nndsolche Marter coniinulrtem.m sechsundMehr tage nacheinander. (0

(q) Hazardus l.c. Parte V. p 164. (r) Idem & Mon.

ranusl.c.p.219.257. (s) Ibidi». 238. (t) Haiatd.

Parte VI. c.2 St ct 4. Varcnius p. 211.

Man bunde ihnen Hände und füsse^u-uiid Md-.saminen auf den rücken / ,nit einem un- | tst Süu-geheuren grossen steine beschweret/und lic * ,tn l!1 :hengte sie also ausf daß alle glieder vo>,"""°"'ihrem natürlichen orr bcwegt/und mitgrausamen schmcrtzenaußgckcgclrwor-den.(u) Man hatte 2. scharstgeschnit-tene brekter oder höltz cr/dare in ricsse ker-ben geschnitten/zwischen diese csuerschte»andre schicnbeinc und wadendcrLhri-sten/ hernach schlug man mit schwerenhammern/oder trat mit füffcn auff diehöltzer / welches unsägliche schmcrtzeNVerursächt.(x) Man füllteeinrohrmitschwcfel und stinckendem zeuge/bundedcnmund der LhristeNfestezuund steck-te ihnen das eine ende des rohrs in dienase/ indessen zündete man das anderean/da von nicht allein die haut vom lei-be/de»» sie entblöffet Hatten / abgicng/sondern das Haupt ward auch von imicNverbrannt, (y) Man n,achte ein vonrohrund stroh geflochtenes dach auf 8 .holtz-stulengelegt/das gantze werck <1*ber mit starckcn in das erdreich geschla-genen pfalen ün,ringet und eilige-<chranckr von dannen nemlich das fcuerallgemach brennen / lctzlich aber dieChristen (welche d.rrinncnandicscvlci»gebunden) sarnt den» dach und gantzcmHause verzehren muste. 2) Die henckers-kncchte schlugen dcrklcinen krndcr an-

gesich terwide, ihrermütterangesichkcr

gatz grausam / so daß die kinder ja",-merlich schryen. Zuweilen nah,neu sie

auch