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Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
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Urtheilvorn ver»hatten ge^SmdieJuden.Vonih,

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Ihre frey.kett inTeutsch,land.

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Ihr reich,rhum und

Überfluß.

Ihre be,kchrungund

Th.il. B.XVII. C.XV. Vonder Griechischen Religion/.

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. Viel besser hat D. Franzius ju SEBitten* I nach ihrem begnffallerhand anschlämHHdH7,,J^von dem verfahren micungiaubigenJu-l tel vorgebracht / sie zu gewinnen, m Ä>nulc,

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dmgeurtheilet/ derauffdie frage/ LNitwasvor äugen man einen Juten ansehen müs-se/ geantwortet/ erstlich mit ement tetncF*baren äuge / weil ste uns das Göttlichewart erhalten hätten ; zum andern miteinem barmheryigen / als einen spiegeldes Göttlichen zorns; zum dritten mit ei-nem gütigen /als einen feind des Christilichen namens; (nach dem befehl Christi: Lie-bet eure feinde/) zum vierten mit einemfreundlichen / als einen bluts - verwand-ten LHrrsti; und endlich mit einemdienstwilligen / als einen der von der- warheit noch entfernet sty. (u) Aus die-sen und dergleichen Ursachen / sind die Judenauch in diesem leculoan denmeisienorkenLu-roxX nochtoierirck worden / wiewolauchoff-te mehr weltliche und Staats-maximen . alsdie wahren gründe dcrChristlichen pssichten/beysolcher tohranz gssnden werden. In un-serm Teutschlandgebens dirRcichs-Lontlitu-tiones. daß es ein sonderlich reßale und Privi-legium derer Rerchs.'Ständeik!) / die J udenin ihren landen wohnen zu lassen und zu schützen/welches auch in denen vornehmsten ottenTeutschlcmdesgeschiehct / wiewolunt rgewis-ftn und offtmals sehr fcharffcn bedingungen /die doch in Sachsen und im HertzogrhumWürtcnberg auch nicht einmal den Juden ftey-heit geben können. Dieses ist noch merckwür-diger / daßinSpanienundPortugallzwar/wie in vorigen bücherngemeldet / die Judensich öffentlich nicht durfften hervor thun/gleichwol aber gar viele heimlich noch in bey-den Königreichen wohnen / ja auch wol garBeschösse / Ertz-Bischöffe und andere würck-lich annoch in ihren hertzcn Juden sind / obsiesich gleich als Christen äusserlich anstellen.Biesen Portugiesischen Juden / die ausPortugal ! vertrieben worom / siehet man inHolland / zu Amsterdam / wie auch zuHamburg kein exilium an / indem sie sichvor andern allen am prächtigsten auffführen/auch zuAmsttrdam die kostbarste undgröstc8x-mgoge haben/ da die übrigen Judcn/als Teut-sche / Frantzösische und Italiänische sich vielschlechter halten. Ihr reichthum und Über-fluß / den sie durch ihre Handlungen zu We-ge bringen / machet sie offt auch allzu frechund sicher / so daß sie sich vor nichts weni-ger als gefangene und elende erkennen mögen.Wie denn von einem reichen Juden in Am­ sterdam außgesprenget worden / ck hätte ei-nen saal in seinem Hause / der mit lauterDucatons gepflastert sey. Und ein andererzu Hamburg soll den bekannten Orientali-sten/ voÄor Gutbieren/bey emem prächtigen

gastmabl hönischer weise gefraget haben: wietractament vOfjctfjetlf 2$4bd Cfangenen gefiele? °

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worden / jedoch daß man Mich unter die vor-Etci.nehmlien das ärgerliche wesen derer so genann-ten Christen selbst setzen muß. Wie denn auchdie jenigen / die sonstcu weder du Juden sehrevffrig chlpmirt gehabt/ folgende puncte auff-richtig gestehen : Es haben die judm gar Ursacheschlechte anleitung von den Christen zu^rm.ihrer bekchrung / sie werden nicht unter-'richtet / wer prediget ihnen ? rhre-cher werden wenig durchgelesen / nochviel weniger wiederleget. Man lässetsie in ihrem Unglauben dahin gehen.Man giebet ihnen die Synagogen frey/darinnen mögen sie prüllen / heulen/«runtzen / fluchen / fpcyen / ihre blind-heit und thorheit fortsetzen / dadurch siein ihrem Unglauben gestartet werden.

Es ist auch etlicher Christen leben der-maffn verderbet / daß stcbdie Judendaran ärgern undstossenmusscn. Manrühmet sichdesheiligenbluts / verwun-den / des creutzts Chrrsti / daßwrrda-durch erlöset seyn / derhemgenGacra-menten / dadurch uns Christi wohltha-ten versiegelt und bckrafftiget werden,und schändet doch mitfluchensolchblur,wunden / creuy und Sacramentcn:

Man rühmet sich des gedultigen / sanffe-müthiqen/ keuschen/ demüchigenHey,landes / und lebet doch in Zorn / Hader/feindjchafft/ unzucht, hoffarthundder-rilerchen fünden / daran sich die Judenärgern müssen. Etlichesuchenzwar dieJuden zubekehren / allein sie brauchenundienlichemrttel. ())

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(») Vid. Joh. dEspagnc gcniilne ttrthümer Par-te II, cap. i*. p*g. 128. seqq. Frid, SpanfiemiiControversiarum- Elenchus Hist^Theol. Simon Episcopius de causis incredulitatis Judzoium.Spanhcmius de iisdem. Coccejus Refpons. adQuzstioncs Judaicas , iaprimis Philippi aLim-horch Collatio amica cum erudito Judao deVcrit. Relig. Christ. Goudx 1687, 4to. ac no-viflim£ Martin 3 )tcflcil 6 st$ in Judaro Conver-tendo. Franckof. I 69 S. 410 . (y) : Jvß> MÜI-lerJodcntkvmpraesat.

(u) Vid. Andi, Carolus Memorab. See. XVII,pag. 299 -

32 . Bey diesem ihrem äusserlichen zustandist freylich nickt weniger dißmal / als m denvorigen feculis , ihre bekchrung schwer und fastunmöglich gewesen / ungeacht die Gelehrten

ZZ. Und hiemit stimmen nun sehr vielandere ein / welche die fehler nicht nur inder Jüdischen Halsstarrigkeit / sondern auchin derer Christen / und sonderlichrer Lutheraner bösen unb ärgerlichen"?^"

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exempeln setzen / welche von denlrutenmi't"§^DcckclndeN hertzen angesehen werden. Jnglei-"chen in derselben unfrmndligkeit und unliebbe / da man die ankömlinge als mühe-und''kosicn-macher weit von bannen wünschet/ o-"der mit rauhem brod der gewiesenen diffi "cicntz/versagten unterbringung/zuräefperati.«on und Heimkehr zwinget / die cxempel von"anderer ihrer untreu vorschützet/" u.s. w- (?)Welches von vielen weitlaufftig außgesühretworden / die außdräcklich gestehen / daß dieChristen von denen Juden vor nichts wem,ger als vor GOTTES volck könnten ge-halten werden / in betrachtung sie mehrals Heydnisch und Atheistisch zu leben

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