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Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
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tue MDCIXXXVUl

AdELCsnkeKon zugevyau wären / auck dieBibel und die Sacramenta »cimimkrir-ten/nichts desto u-emger das ar me volckin der anst ersten Unwissenheit Gortlickerdinge stetere / und dahero allem aber-glauben / Zauberkünsten und gottlosemleben ergeben sey. Und Zwar drejes allesguten theils aus schuld derer Paltorum,welche von den Edelleuten zu Seelsor-gern gesttzek würden / ob sie gleich nichtdazu geschickt waren, (n) Und dieses wä-re nun auch der zustand der Christlchcn Reli-gion unter denen H.-ydcn: welche an sich selbstnach allenumstanden elend unerbmmtichgnugauchindicftmiecuiogewesen. WirwollcnnunZar kürtzlich auch von denenJuden nach diesenzelten etwaserweynen.

lm> Benzeüusi c. Europäischer Herold. P77». (n)Oieariu; m der Moscowittischeu und Persiani-scheu Reyse-beschrciduag. B>d. u. pag.m. conf.Bahhasar Becker Betöovefde Weercld, Lib, I.Cap. 6,

Der Indenuusiandmdiesem

29. Was nun dieser lenke äußerlichen zu-stand anlanget/ so ist derselbe dem im vorigenie-culo fast gleich gewesen/ indem sie zwar gutenIchrbuu-thllls in ihrer sicherhcit wuchern und schindendert. immer fort gegangen/doch auch vor dem muth-

willen / grimm und haß derer falschen Christen/niemals sicher oder befreyet gewesen. Man hatauch dißmah! pro undconrraciispulirt/obundwie man dieJudenimlande dulden möge oderJbre frey, nicht : Da denn bald von den IbcologlLhcuuud nachaewonheit ihnen alle freyheit und toleranr:druck, ab iesprochcn / theils und zwar sollten dieselbe

auffgewisse bedingungen zuerkannt werden/welches alles hier zu wiederholen nicht thunlichAoffstaud ist. (0) Von offenbahren thatlichkeiten gc-ividerfie gen dieselben nur etwas zu gedencken / soistbe-vompd- 'f annt / daß dasgememevolckofftemit denenryfferigtn predigten und andern Veranlassun-gen aussgebrach t worden/ an denen Jüden allenmWorms/ muthwillen außzuüben- Wie anno 1615.diebürger zuWorms einen auffstand wider dieJu-den machten / undsie alle zur stadt hinaus trie-ben/ ihre Synagogenzugrundverstörten/ ihregräber lxoUrten und abscheulich zurichteten/ jaalso wüteten/ daß der Churfürst vonPfaltz end-lich sich ins Mittel schlagen/ und den tumult stil-lenmuste. (x) Die nachkommen zu Worms hätten vor wenig jähren wol gerne dieIudenbey sich geduldet/ wenn sie nur neben ihnen vorder Frantzösischen tyranney daselbst untereinem dach wohnen dürffcn. Noch zuvoranno 14. machten eben auch die burger zuFranckfurt einen auffstand/ dabey unter andernauch die Juden herhalten/undallemhrenreich-thum im stiche lassen/und die stadträumen mu

sten. (P Anderer solcher gewaltsamen xroce.

üuren wider sie zu geschweigen.

(0) Vid. Consilia ^itreberg.Torn.I.p.' 047 .6er- tionez

bardus Loco de Magistratu p.123. Jul.OfunderP.

V. casuum Conscient. C.4 P.782. seqq. Dispp*Gic-sensesTom.IV. dissn.pag-*f 4 -feqq.Dannhaue-rus P. I. Thcol. Conse. P-I ? Ounre, Kalduinus aliique, mpnmis V.Jch.MulKr MJUdeMthum p. II- C.I. seqq. p. seqq- /0. ^ chc ^ s dc

Ecclesia lud. Lib. III. p- 85 -seqq* (p) Christoph.

Pezelius Mellis. Hift. Lib. III. p.»4. (q> H°, us Orbe Polit. pag.s09.Anh, Mercur.Gallo-BelgGottfried Hlstor.Mon.P.rv. p.i«l.

. Franck'.ftrt/

. snd an*- derswo.

mcn/wie grau'am mit denen JudcnvttfahrcnÄ^Avc.worden/ welchen die Pfaffen etwa eme laste, ungttd&ci ihre Messe oder andere dinge bcygemessengeyavt. In diesem keculo ist es zwar dißfaÜsHefftigeetwas vernunffuger zugegangen / doch findet verfol*man ermge exempeivon lolchergraufamkeit dcrS""^"'verkehrtencyffercr wider dieses volck / an dessen tm * r ^von GOTT . aus gerechtem gerichle verhengterblindheit sie sich zu rächrn/und den muth zu küh-len gesuchet. In Poreugall hat man umcrmPorl-»andern zu Lisbon anno 1642. zwey sehr reichest.Juden / weil sie keine Christen werden wollen/

lebendig verbrannt/4. andere auffgehenckt/ 8o*auff die Galten geschmiedet/ dabey die Königinselbst mit tust zugesehen. Welchen mwernunff- Gmusii>ritzen proccß der Jüdischen bekeheung die ver-mclewcs»ständigen billich verworffen haben / wieder^Em*Scribente dazu setzet, (r) Sonderlich ist diegrarrsamx execunou bedencklich / welche zuW«en mit einem Juden / ohne Miss l auffdcrMönche und Pfaffen außspruch anno 1642.vorgenommen worden. Dieser warein.Rab-bi, kerclinanä Frantz Engklbkrger genannt/ AnElj>welcher etliche jähr zuvor in Polen getauffct gelber,worden / und hemachzu Wien verklaget war/ser».als hätte er zweyen andern Juden anschlage ge-geben /aus des Ertz-Hertzogsschatz-kammer et-liche raufend thaler werth zu stehlen- Diese bey-de wurden darauffgchencket / der Rabbi a t> frsoll bey ankündigungdestodessich wi dcrzumJudenthum bekannt / und das Crucifix mitsöffen getreten / auch die Hostie vom Abend-mal ins heimliche gemach geworffen haben.WorauffderJesuite/ so dabey gewesen/ auseyffer gesagt: Es wärekeinwunder/ daßman die Juden allezu bodensihluge undmit fvssen trete / über welchen werten dasvolck auffdcn gaffen die Juden angesallen/undübel tractrivet / auch ihregewölbergeplünderthat. Da man denn leicht denckcn kan / wasdie Clerisey wider den Rabbi beschlossen ge-habt. Er wurde auff des vier haupt-platzertzder stadt mit glüendcn zangen gerissen / her-nach ihm vier riemen vom halft aue dem leibge-fchnitten / und gerissen / dabey er immerschrie : «B GOTT Arlonai - der du nrsgebshren bist / erbarme dick meiner!ec°

Kmer wurde er auff einer schleiffe hinausan die Richt statt geschleppet / allda ihmdie zunge außgeschnitten / die rechte Handabgehauen / er selbst bey den süßen an dengalgen gehencket / lebendig gebraten / undzuletzt verbrannt wurde, (s) Mit welchemmehr als barbarischen proccß die Cleriseysich gnugsam gerochen zu haben vermeynte/und lieber ein exempel ihres elenden eyffersRate-iren 1 als durch längere verhafftung die-ses menschen dessen erweichung und bckeh-rung erwarten wollen. Dergleichen execu-Mg^tionez aber sind anno 1650. zu Cadan indem»Böhmen / anno 1672. zu Prag an einemJüven-artzt / der die Mariam sollte gelä-stert haben / (r) und anderswo mehr gesche-hen-

(r) Theatrum Europaeum TomoIV. p, 714. ('s)Ibidem pag 976. & Relatio peculiaris annexaSigismundi Gratmanns Visioni 164s. (t) !-bid Tom.vi.pag.uoö. Hmri'ch Roch. Dösi'