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Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
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TH.V.B.XVN.C.XVI. betteuAtheifictt/

StaDtMDC.fcipMDCixxxv in.

Das XVI Sapttel»

Von denen Atheisten/ wie auch denenso genannten Naturalisten/ verstellUNd Latitudinariisinfcjefeitt scculo.

L.

S wird nicht undienlech seyn / bey derHistorie der Religionen auch die jeni-gen ia etwas anzuführen / welche ent-weder gar keine Religion annehmen und er,kennen wollen / oder sonst anderer Ursachenwegen vor Atheisten gehalten worden. Ichwil aber hier die jenigcn personen/welche maneiner und anderer paradoxen Meinung halberalso genennet hat / nicht erzehlen / sondernsie auff die sonderbahre beschreibung verspü-ren / hier aber insgemein einige anmerckun-gen / so dieses leculum nochilluüriren / zumAtheisten beschluß beyfügen. Da denn vor allen dingenvicl un. 11,01 tn sl $ r $ u nehmen ist / daß diese gottloseschuldige und leichtsinnige gcwonheit in diesen zciten sogenennt. wo! als ehemals im schwänge gegangen/ daßman diejenigen/ welche man auff einmal da- :nieder schlagen und verdammen wollen / als

ÜSMgenMgend"einführet / wie durch ver-AE'acbtung der literarumderAthclimux cmlcl)leVsLxxxvai.c^e / welches er gar artig widerlegt unddurch-mmmt. (b)

( a ) MorhofiusLib.I. Polyldst.c, 8.pag. 74. (b)lmman V^eberusGcurthcll derAchkislerey pag,

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94. Jo. Val. Andr. Mcmpp, p. lüb.

2. Und dcßwegenisi vonvcrständigensoofftCnnüe.

erinnert worden/daß man nicht flugs dieamunterdicAtheiflenzehienkLne/MlchkzumvMerempel unter dcnGclchrlcn von GDttcs eigen-schaßten / werckenund dergleichen sondei bahre tWmqedanckmgehabt/ und doch dabey drffmexi.sm kK.ttentz feste geglaubct und behauptet. Noch Mi m *niacr / weiche die andere oder vrittcpcrson derGottheit geleugnet/ oder auch dieBwelnichtvor Gottes Wort / oDcr sonst vor gnugsamerkant- Jngleichem die jenigen / welche die-selbe vor verfälscht gehalten / oder selbst ver-fälschet / oder auch übel lind parrheyisch aus,qeleqet haben. Amallerwenlgsi.n halle manmit gründe die jenigen davor haben können/ diedie Meinungen und ratione-, derer Atheisten el-wann in schrifften wiederholet, um sie Destoqcr zu widerlegcn/und derer gr euel genau zu ent-decken- Und endlich auch die jcnigm / weichebloß geleugnet / daß gewisse gcrsicr Engel o-der Trüffel seyn/ item, daß cmeaufferstehung

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Atheisten aüsgeschricn. Gestalt nicht allein

von den Heydnischen Pfaffen diejenigen wei- I und gerichte zu erwarten / rc. Wohin auchuntcrHey-stn lente/ welche ihre abgotrcrcy / fabeln und über dißdiepersonen zu zehlen sind / welche sich

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den/

satzungen nicht annehmen wollen / dem volckunter diesen namen verhaßt gemacht wurden/

wie V0N Socrate, Diagora, Anaxagora , Epi-

vvd§hri-curo und andern bekannt ist. Sondern es ha-

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Klage

ben auch die ersten Christen gnugsam ersahren / wie leicht es fey/bey verwerffung der ge-meinen Meinungen in das regijter der Athei-sten zu kommen / wovon anderswo aus Ju-

ftino Martyre » Arnobio, Irenseo , Tertul-liano, demente, Akxandrino , Athenago-ra und Lactantio mit mehrern geredet wird.Daß es aber in diesem xvilten seculo mitvielen unschuldigen leuten eben so gegangen /hat noch unlängst ein kluger und gelehrtermann also beklaget: Es ist gar leicht / beyhierüber, unerfahrnen und »»gelehrten auch umder geringsten urfach wcklen in den ver-dacht des Atheismi $» gerathen. wirsehen auch noch alle tage / daß von de-nen dieser üble name gar vielen beygele-get werde / welche in unschuldigen Mei-nungen / darinnen doch der dissensus gantzZulässig ist / alsbald nichts als Ather-sten und Naturalisten im munde haben.Es ist aber nichts greulichers als einesolche calurnnie , so gar leschet sie alleliebe auss einmal bey denen aus / wel-che ihr gehör geben, (a) Welchem einanderer neuerer Scribent also beystimmet :Xilan sollte nicht gleich aus jedem para-doxo eine Atheisterey machen / weil die,beschuldigunggar zu harte/ und nichtsleicDters ist / als einen/der nichts weni-gers als dieses intendirek / durch weitzusammengesuchte/ auch osttübel conne-ctirtc conscquentiett Itt diesen verdacht ZUbringen. Und noch einer / der die unver-

an keine gewisse parrhey hingen oder halten/sondern aus jeder das beste annehmen / oderauch aus menschen-furcht und andirn vcrßh,rungen der vcrnunffr sich bald zu dieser bald zujener§cctegewandhabcn. Dieftshat zu demende hier zuföderst erinnert werden müssen /weilwirsonst in diesem leeulo rinnochcinmalso starckcs register von Atheisten sttzenmüstm /wenn wir denen gemeinen Scribcntm und son-derlich etlichen unvorsichtigen eifferem nachge,hen wollen- Zurprobc dieser schlimmen arthwil ich hier nur etliche anführen / die bloß ausneid und andern bösen affecten der Cleriscy soinfam worden sind.

3. Denn wie im Pabsithum durch diein-ErMquisitores und katzer-mcisterso viel unschuldigeund rechtschaffene leute unter dem namen der^A^Atheisterey ohneeinigerückfrage oder gewissen-hasste Untersuchung hingerichtet worden/so istes auch noch immer überall mit unzchligen sol-chen Personen ergangen. Wir haben imvowgen Buch im X'xilstcn Capitel sehr viel Hand,greiffliche proben fast a us allen theilen der so ge,nandten Christenheitgehabt :Zu diesen gehörennunnochvicleditsonstvon dcnenzwcy dckand,ten Lutherischen Theologis D. Johann Mül-AEhlern und D.Tobia Wagnern unter die Athei-stcn gerechnet werden/ deren dieser in seinem exa-^g^mine Elenehtico Atheismi speculativi üUs )C> Aiiia-

Nks Atheismo gar Vieles genommen/und sich ^Ul-an unterschiedlichen unschuldigen leuten durchöffcntlicheverdammungversündigethat. Wirwerden anderswo von dem b f kanten Auctoredes buchs de Religione Medici Dcttl Thoma ßio ^ ne>Browne ausführlich handeln / welchen gar

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viel Theologi zum Atheisten machen wollen-

Jngleichem von dem auch berühmten üobeüa.^G

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