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Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
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wie auch denen so genannten NLwrMen/ veissen rc.

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Aahk Uvc-nen w Den greuel der Universitäten und de» fal-8xLvui.lchen gelehrsamkeit auffs gründlichsteunernst-lichsie entdecket und bestrafft. Mit allen diesenaber verdiente er bey den unverständigen nichtsanders / als daß man ihn auch dieser religio-ni prudentum , ja offt gar in öffentlichen pre-digten dem ^tbeilmozuzehlte / und diese-cher möglichst unterdrückte / damit seine sehrherrliche bekänntvisse nicht bekannt wurden.

/a) Vid» Andreas CaroiusMemorab. See, XVII,Torao ll. Lib.Vl. c.zr. p.97.

Exeessvie* 2z. Bey diesen und dergleichen begebenhei.lerGe. tcn aber ist freylich nicht zu leugnen / daß mitleprren. solchen conceptibus derer Gelehrten von derReligion sich viel fehler mit eingefunden / zu-mahl wo sie ihre spitzige vernunfft zu einer allge-meinen regul machen wollen /darnach sie Gött-liche dinge abgemessen. Wie denn von demgedachten Reinesio noch vielen bekannt ist/ daßer nicht alleinseinem naturell nachfthr eigensin-nig und hochmüthig gewesen / sondern auchdie edle zeit mit vielem unnützen critttiren übernichtswürdigen/ abgöttischen / Heydnischen/undvonGOttselbstdurchihrenuatergangzurvergesscnheitbestimtendingenverderbet. Wel-ches elend den meisten Welt-Gelehrten gemeinist. Und wenn mancher unter denselben seineshertzens gründ von dieftr oder jener Religionhatte heraus sagen sollen / würden wol unzeh-iiche monstra opinionum an den tag kommenseyn / daran mancher eyfferer sich zu tode hät-te rekutiren müssen. Allein wir schliesscn auchdiese bctrachtung / und fügen noch vondenen so genannten Latitudinariis , die manauch Libertiner genennet / folgendes wenigebey.

24. Dm Ursprung des worts und der facheLatitudi - selber führet mancher von denen LatitudinariisE. jn Engclland / welche also genennet worden/weitste eine latitudinem oderaußgebreitetc frey-heit im Regiment und öerdisciplinpratendi-Derwur.ret gehabt. Nachgehends sind eben daselbstsprrmg. yje Socinianer mit diesen namen belegt wor,den / weil sie die mittet derfeligkeitwetterex-rendiren/und außspannen/ in dem sienicht al-lein denen katzern / sondern auch den Heydenund Juden den weg zur seligkeit eröffnet er-kennet. (b) Man hat aber bißher keinen ge-Urbeber. wissen Urheber dieser Secte angeben können/zumahl dergleichen leute zu allen zeitenundfastan allen orten gewesen seyn. Davon wir obenbcy Uuccio > Postello und andern gesehen ha-ben. Cc) Welches destomehr zu glauben ste-het / wenn man zu diesen auch Die Naturali-sten unö so genannten Rationalisten zehlenwill/ wie einige würcklich thun/ um destomehrAllklagm.auffsehens damit zu machen, (d) Wie dennder neueste autor des Latitudinam orthodoxisich über den Herrn Furien auch hefftig beschwe-ret hat / daß er dem Latitudinikmo mehr ver-dacht und haß zu erwecken ihm erschrecklicheconsequenzen andichte / und alles hervor suchewas sie eraviren könne, (e)

rb) Vid. Frid. Spanhemius Elench Controverl. ad

V finem. Jurieula Religion duLatitudinaireP.I. c.i.

(c) Idem ibid. (d) C.S. Matthis Tbeatr. H.st.Con-tin. p.J9. (e) Vid, Acta, Erud, Lipf, An,XCVII.

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2 j. Wir wollen aber noch kirchlich diest-m-mam ihrer lehre hieher setzen / wie sie vonde-^xxxvuknen Gelehrten zusammen gezogen wo, den. Zu- Ihre leh,'forderst gratuliun sie unserm seculo wegen ab- re.geschaffter Päbstlicher austorität / und erlang-ter völligerfreyheitdesglaubens / sagenauch/daß die jenigen noch alle zu schänden müstenwerden / welche durch Kirchen-versammlun-gen oder glaubenö-bücher die freyheitkränckrnwollen. So dann setzen sie etliche grund-regelnals die ersten buchstaben der natürlichen Reli-gion : Daß das sey in einem jeden genere Derendasvollkommenste / welches mit feiner gruud-.eigenen natur am vollkömmlichsten ein- tzestimme undstch vertragen könne : Dieimuatür.höchste staffel menschlicher glückselig- lichen er.keit und narur sey mit GGTT gemein- $ ntn '*schaffe haben : Das sey die beste Reli-glon / welche die vollkommenste Reli-gion mit Gott lehre.MitGott demva-ter hätten alle die gemeinschasst / welcheGGtt vor den Schöpffer der welk erken»neten/ mit dem Sohn aber nurdieLhri-sten ; weil GGtt absolut vollkommensey/ st musst man auch das allerbeste vonihm glauben: GGtt habe öen geschöpf-ten mit eben der intention die gesttze undihr leben gegeben / auch an ein jedes ge-böte eine eigene Vergnügung angehen-cket. Der Feist erkenne in einem natürli-chen licht / waszuglaubenundzurhunsey , Daraufffttzen sie weiter: Daß die Christ-liche Religion mit nickten aüeinauf demnatürlichen/sondern auch ausdem geostfenbahrten llcht bestehe / unddaherausdem Evangelio müsse erkannt werden.

Diest bestehe aus zweyen stücken / aus Summ»glauben und aus der bekehrung / welche derChnst.zwar von einander unterschieden /dennoch unzertrennlich styn. Der glau- 80lhbewäreauchindernatörlichenReligionals die höchste gerechtigkeit gegen Gort/welche allen feinen Vollkommenheiten dieschuldige ehre gebe/ und in der Religion vomglatzHenochs / Abrahams und tNosis &er bm *gründ gewesen / daher man auch von stvielen straffender unglaubigenlest. Un-ter dem Evangelio aber gehederglaubeüber alle tugenden / und werde durchdie vortrefflichsten belohnungen gerei,tzek / auch allen wercken des gestyesvorgezogen- Durch diestn hätten die er-sten Christen und noch immerihreNach-folger die feinde überwunden / wiewol

jene mehr als diese.

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t allein GGtt gehöre/ einem menschen»messe/theils wenn man das als GGt-z außspruch glaube / was doch nichtn ist. Und weiter in specie , tvennman6 vor nothwendig zu glauben hält /

$9 doch nicht nöthig ist. Die gründ-Qnntö,tief«l müsse man wol vonbemnuntev «Nickel.,e,dett/ die simpliciter wahrseyn. Jeneüssen schlecht emfaltig/auchrnGot-} außstruch deutlichaußgedrucket/und