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Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
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Th.il. B.XVII. C.xvi. Vondenen Atheisten/

Jabk«vc.thum nichts gehalten / undgleichwo wurde er^xxvui.noch wegen semer Hcydnischen emdition qcmhmet und geheget / nach dem er dergleichenMenge Naturalisten ohne dcm mehr als zuvielumsichdcrseldm ^ ttt , Wiewol ci noch in dieftmiahr in einereigenen adrnonition seine schände selbst össent-lich bekennte / abbate/ und zur bcsserung / son-derlich zur keuschheit/ vermahnete/ von welcherihn vornehmlich dieHeydnischen Sau-Poetenund bücher abgezogen gehabt. Jedoch findetman in selbiger schrifft noch keine wahre kennzei,chen von einer gründlichen bckehrungzu Chri-sto / indem er meist bey der vernunfftlichenMorale stehen blieben. Indessen ist gewiß /(u) die Naturalisten wollen immer an allen or,Auch un. tcn den grösten Haussen derer so genannten C hri-JjiJjJL sten und unter denen Orthodoxistm selbst auß-^ ' machen / da ja die erfahrung bezeuget / wieein nach der natürlichen erbarkcit und vernunfftgeführtes leben nicht allein durchgehendsgebil-liget / sondern auch meist vor das wahre Chri-stcnthum und die pietcit gepriesen wird / zu-mahl wenn nur halbweg einige froch-scheinen,de reden oder gebrrden mit uvterlauffen. Ichwill nicht sagen / daß so wol unter Gelehrtenals unter dem gemeinen Haussen / sich offtemancher wider dieersten buchstaben derChristlichen lehre in werten und werckcn übel gnug bezeiget / gleichwol aber bey den vermeyntenSeelsorgern selbst vor Christlich und recht-gläubig passieren kan. wo er nur in allen mit,machet / und der Kirche und ihren dienerndas seinigenachgewonheit beyträgt: daß frey-lich leyder alle lande derer Naturalisten vollsind / wenn sie gleich keine kätzer heissen / son-dern offt andere tapffer zu solchen machenhelffen.

andere auch in diesem seculo erinnert:sey ein anders nicht glauben / wqsderver»"^^nunfft zuwieder ist / ein anders was diever-"^^nunfft nur übersteiget. Jkem: Ein anders«sey nicht glauben / was der schrifft entgegen-'stehet / ein anders solchen menschlichen-"chern nicht glauben / die zwar die Schrifft vcr-"kehrtcr weise anziehen / aber doch in der that"über und neben derselben menschen-satzungcn»lehren.» Dahero die verständigen gerne einesolche Christliche wcißheit und warheitzugege,den / welche einen weder in den Atheilmumnoch in aberglauben und menschen-erhebunggerathen lasse. Nichts destoweniger ists indiesem seculo fast gewöhnlich worden / daßMan Vielmeine solche Theologiam prudentumzugeschrieben / und selbige Grotianamgencnnt/

(y) wovon oben bey Grotü Historie der ent-scheid zu holen seyn möchte. Man hat auch %municht unrecht zu thun vcrmrynet / wenn man^er,solche Gelehrte / dlc sich den gemeinennungen oder auch imhüme rn nichtso gleich un-terwcrssrn wollen / mit unter die Atheisten setz,te. (z) r Gestalt denn bey der Historie der ein,tzelen kätzer in diesem seculo viele solche exempelvorkommen werden. Hier will ich nur zweyberühmte / und hochgelehrte leute aus Sach,sen gedencken / welche dißfalls von einigen frbel angesehen worden.

(x) Vid.Hicron, Kromayeti dillcrt, de Religio-ne Prudentum in Locis Anti-Syncretisticispag.271. v. Johannes Müllerus Ath.devict»pag, 4s9. Hiilsemannus de Auxii, Grati* p,479 . (y) Idem ibid. Spizelius de Athei-smo cradic, pag. ij. (z) Vid. StockmanuiHacrescs pag, zz6.

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(t) Vid. Dn, D. Job.Diecmannus de Naturali

y smoBodiuiat aliorum Lips,Ul4. iamo Ger-

hard. Titius & Frankius disscrtation, pccul,Petrus Chauvin de Relig. Naturali, Roteroc'..i69j.8vo.&Beverlandi deFornicatione caven-da Admonitio £ Adhortatio ad Püdicitiam,Londinii698.8vo, (u) Vid, BmthkMHvbliodischen Kircheu^Skaat. Pan.n. Gap. 4.P a g- 4 sr.

Rciigio -i. Zu dieser gattung rechnet man auch

prüden, fyg Religionem prudentum , vermöge wel-

vm * cher einige sich selbst nach gefallen außlesen sol-len / was sie glauben wollen oder nicht, (x)Und weil keine von allen Religionen und Par-theyen jemals zufrieden gewesen / wenn klu-ge köpffe sich nicht an eines eintzigen hauffensmißsprüche und Meynungen haben bin-den lassen wollen / so ist dieser name auchwol vielen unschuldigen beygeleget worden /wie es in der dosen weltzu gehenpfleget. Da,hero insgemein die klagen vieler Theologo-rum entstanden / man wolle nichts glauben/als was der vernunfft wahrscheinlich vorkom-me : Zugeschweigen/daß dieses der Papistenund Pabstentzrnden vornehmste beschwerun-gen wider die kätzer seyn : Man wollenrchd glauben / was die Lärche (oderClerifty ) glaube : Man wolle sich an kei-ne glaubens-bekanntniffe und auffsatze der al-ten binden lassen/ u-s. w. Von jenen habm

22. Der eine war der berühmte Critici«Thomas Reisebus / über welchen MÜN steh Rdntß.

beschwerte / daß er zwar bey denLuthe-ranern in die Kirche und zum Abend-mahl gtenge / gleichwol aber von dmLutherischen Predigt m und Profeiso-ren sehr tabiose redete / und die Sym-bolismen bücher arger als kem adversa.,rius durchzöge. Er nenntte die jenj-gen / die es mit der Formula ^0^01-

diae hielten / Formularios , DoctorMajorn zu Jehna hiesse er nur Gran-dionem , der nichts wehr gelte / Ari-dere Ardiipcreddas ; Ja er haltt öf-fentlich bekant / daß er bald auß die-ser bald auß jener Religion etwas auß-suche und annehme. Deßwegen man ihneinen Sycophantam oder leut-betrüger nach sei-nem todheisset/ und sagt : Er sey dieser «h*gioni Prudentum ergeben gewesen, (a) Derandere war der auch berühmte EdelmanG-sx-rLarthius, welche» Nach seinem unglaublichen L-tkh».studieren zuletzt die eytelkeit desselben und allermenschlichen wissenschafftcn mit Höchstem Über-druß erkannte / sich dem Umgang der leute gantzentzog / und die übel angewandte zcitstyrschmertzlich beklagte. Er schrieb auch vor sei,nrm ende in 20. buchern die Soliloquia, worin,

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