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Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
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3 «fyfMDc. Solches alles wird veritugnet gar / zu dieserLXLxvili zeit/alsstysnichrwchr/

' Man hörtin keiner predigt von/siesagLn/esseyein falscher wahn/daß GOkt inunsmäßwohnen.

i)ÄN Valenrinc» Weigelio.

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Man lehrt/man predigt und man schreibt/mitG'walt man diesen gründ vertreibt/

Es muß stracks falsch und unrecht seyn / daßCHRistus in uns muffe seyn/ und wir inihme leben. (cl)

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::»'Sie nahen sich zuGOtt/und ehren ihnmit. den tippen / das ist; ihre Gerechtigkeit und»Frömmigkeitbestehet in der justitia imputa-.'ch tiva, sie lassen ihnen zurechnen CHristi Ver-

ch' ,-dienst/Sterbenunö Aufferstehen/unddan-

cken GOtt dafür Mit dem maule rc. Mit«nsserliche,, dem maule lesen und predigen sie / mit denWrrcke.ohren hören sie / sie seynd hand-ftom und- ,'Maul-srom/ sie gehen mit einander zur pre-«digr/ sie gehen zur beichte / zum facrament/ sie lesen Psalmen / beten für tische und nach«demtische/und bleiben alle ohneverneuerung-u-^Sadr» «deshertzens/ das beweiset ihr hoffartigesle--r-vSGchan»ben/ihrgeitz/fteffen/sauffen/sp!elen/unzucht/

" t>(U .. ists nicht mir huren / so ists mit ehefrauen/

'' : daß sie ihren ehe-stano viehisch halten / dem

eu einfältigen mann predigen sie vom Cate-

chismo/ er sol ihn auswendig können Mit der außlegung/predigen ihm/er sollGottes Wort,, hören / soll im jähre offt zur beichte kommenund zum Sacrament gehen/und soll sich des,;HErm CHRisti trösten / führen ihn abernichtweiter zum inwendigen menschen/und zur vernLuerung des Heil. Geistes / sie hal,ten selber nichts davon/ verwerffen es wolselber, öffentlich / wie ihre predigten und..schriffcen bezeugen / und dieweil sie fast allemiteinander über einem leisten geschlagen».seynd / ist CHRistus gantz und gar gewi,,,chen von ihnen als von den blinden lei,

tern.(e) Dergleichen klagen führet erüber-all/ ..daß die Lutherischen Prediger dielrhrenvonder nachfolge / mwohnung/ krafft undregiemng CHRisti/ vom inwendigen men-schen/von Haltung der gebore / von creu-». tzigMg des fleisches/ von der wesentlichengerechr-gkeir CHRisti/ .. und dergleichenihrem fleisch unangenehmen Puncten verwürf-fest und verkätzerten. (k) Deßwegen unter-andern Schelhammer sich beschweret hat/daßein Weigclianer zu Hamburg in einem brieffgeschrieben: Ich achte Feinen (Prediger)

Jo würdig/ dass ich ihm einen hmrd ver-traueii xcolte/ geschweige denn meistefiele* Item: Ehe ich von ihnen meutert«Klauben lernen wil/wü ich eher meinlebenlang imwissend leiden imd ster-be«; Das ist bey mir versiegele / kattettt anderer (einen (Klau-ben airff einenKoltzenPfaffen ansetzen/ so Fan ichsVielmehr an« denHeil.Geist wagen rc.

(s) Dieses nennet er verfinchre versich-runct/ das he&> Ministerium, LHristmn(welchen er jenem nachsetzet Für wort undSacramenea fahren lassen/ 0) unowilhaben/ daß man zwar andere aus den fruch-ten des lebens erkennen solle / die lehrer aber,

(ä) Append. ad Dialog. dcChrist. p.107. (c) Toft-Sa^MDC,P.i. p.194. ( f) Vidj ibid. p.!7J, 17 s- 2oÄ.^^®P^« 9 - k.u. p. i+D. zsi. Gespräch bom LxxxvurLynstculh. p.j 6. &c. fg) Wiedcrlcg. derPvst. ?.rs.Zr. (h) 1 b. p. 59. (i) Ibid.inpr*t. {. t.

37 .

Verlas.

.-sungDer

k , ^uch sol er darinnen schwerlich irren/ Dondaß er von Mredlmgen/ Bauch, und Lohn-vAn.pre,hicdigern sehr offte geredet/ wie es unter an- digeri?.

' "Wir Bauch-Prediger lassen«CHRlftum gerne unsern HErrn und-"nig seyn /dieweil er uns den bauch füllet mit"gütern der weit / haben ihn gerne /dancken"ihm /daß er uns. solche pfarren-hauser und"äcker bescheret hat/ aber es ist wider ihn/"und will es nicht haben / darum ist er von"uns gewichen/ also daß unser wenig CHri,"stum den gecreutzigten predigen können, (k)

Wir sitzen in unsren dimst-predigten unv in"3kreklcvederring-mauer iy warmen stuben/undVigen um lohn den Maul-Christen/ und ge-»hm nicht auß von solchen unter die/ so wCHRistonichts gehöret haben / wir sollen "die Schafflein CHRisti mitten unter den "wölffm suchen/und nicht ablassen/das ite im*otb«m zu treiben/ biß uns der tod scheidete"durch die Hände der gottlosen / das wäre'»Christum crucikxum geprediget. Dieweil"wir aber im gedinge sitzen / unsers leibes ge-"ttüge/weib/kind mehr lieben/ als das heyl"der schafflein / so mitten unter den wölffen"zristreuet seyn/ so können wir nicht CHrtstum "den Gecreutzigten predigen, (l) DieMied-"linge sind nur ein gegmtheil / alle falsche"

Lehrer / die nicht gut seyn aus CHRisio/»die nicht die schafflein / sondern sich selbsim"lieben/ sich selbst weiden/ die umbs lohn"predigen / und kein gewissen nehmen/ ob man "bekehret werde oder nicht/ solche lieben zeit,"siehe güter/ groß einkommen / haben einen"gefangenen fuß / predigen ums lohn ihres"bauchs halbm / beruhen auff menschen-lehre/"auff menschlichen büchern / wie leider! bey "uns allen geschiehet / daß wir nur uns selber"suchen. Wo viel einkommens ist / da sind"wir gerne/ wir predigen dieweil die schaft"Geitz^ndwolle und milch geben / dieweil die ganßdem hat/ es wird ein Handel gemacht aus"demEvangelio.(m) Johannes war nicht"gekleidet in einem prirster-rock von gutem"luche/von seiden/wie die Priester an den"Fürsten -Höffm/die sich zärtlich halten m der"Wollu-speise und höfflich einhergehen; er atz nichtgekochte oder gebratene priester -speise rc."nicht Überfluß oder hoffatt/wiejetztdie Prie-"ster thun/sie sind wol gekleidct/und milder"küchenwol versorgt, (n)

(k) P.I. Post. p.2i*. ( 1 ) Dialog, dc Christian,

p. So, (m) Postill. P.I 1 . p.42. (n) P.I. p.22,

Z8. Von ihren kirchen und derselben be-Voa derwandniß hat er also geprediget und gsschne-wa^",den: " Es wil eine jede Secte die Kirche« Jrirc * ?e *

tber dergleichen/schwerer auch einen eyd/er»sey die rechteKirche/derZwinglischeHauffe"will es auch seyn / und der Türcke so wenig«des Teuffels seyn als der Pabsi/ Luther/ '

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