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Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
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Von Jacob Böhmen»

,-walt in solche bildliche Meinungen/ und hatdie menschen also geblendet / oaß sie auchlew und gut umb einer Meinung willen (diesie doch im gründ nicht verstehen/) lassen/ und einander darumb verfolgen/hassenunvtodten. Ein jeder schreyt / man wolle ihmdie wahre Lehre/ (als den wahren glauben)nehmen / und hat ihn doch nicht/ auch ister nicht in seiner Meinung/ also gar ist diewelt mit Meinungen erfüllt und geblendet.Man meyner / wann man nur Christi Te-stamenta in seines Patronen Meinung brau-,>chet / so sey die ftligkeit darinnen / an«derst könne keine ftligkeit seyn : Und wersich nicht mitten in diese Meinung biide/unoihr anhange / der könne nicht selig wer--,den / auch sey er kein glied der rechten Christenheit. Umb solche bildliche mei-..nungzaneketmanso jämmerlich/ vaßaußden kirchen anders nichts als eitel zanckhau-ser und geistliche mordgruben geworden sind. (z) Ich füge euch Christlich oder brüderlich/ mein geliebter Herr / in gar guter Pflichtund treuen zu wisscn/daß wir m unserer ver- meinten rcligion/ da man doch nur immerzancket/ oder einander lästert umb buchst«-den / noch mitten in Babel stehen / undär- ger nie gewesen ist / da man sich ja rüy-met/ man sey auß Babel außgangen/undhabe die wahre reirgion / welches ich in fti-mm werth lasse. Aber so viel mir im HErrnmeinem GOTT erkannt ist / inmeinermirvon GOtt gegebenen gar edlen tasont , sosagich / daß man hat den Mantel Christimit seiner Purpurfarbe in Christi Blut ein-getaucht / und zur decke umbgmommen / aber damit nur das Antichristische kind deßeigenen willens zugedecket / und hat demAntichristischen hurkinde eine ftembde färbe»; angestrichen, (a)

(z) VvM AbeudMahl Cap.V. §. n. scqq.p. S},S4.

|a) Im xxxi .Seoddrieff/.iz. 14 p. u 8 .

sz. Mit diesen und dergleichen bekant-auffd'essen Nissen / die er ohne ansehen derperson von sichbMllwis. schrieb / hat er freylich nach der Welt ge-sen erfolg-brauch bey derselben/ undsonderlich ihrenob«tefeind, ftindschüfft/schwach und spott ver-

dienet- Gestalt er sechsten bey seinem Lebendavon geklaget / und treulich gewarnct hat/baß man ihn nicht richten / und dem GeistGOttes ins schwerd fallen solle / die hohengeheimnisse nicht in spott und Verachtung zuschmähen / sondern vielmehr seine gäbe indemuth und danckbarkcik zu erkennen / auchnicht auff seine elende person / sondern auffGOttes allmacht / weißheit und gnadezu reüeLircn / re. wovon er hin und Widernachdrücklich schreibet, (b) Meines »st zuverwundern / und höchlich zu bekamen /auchvon Böhmens gcgnern scibsten ernstlichUagütige nrobirt worden / daß so viele / welche sichÄrW LeKrer m seyn unterwunden/ an statt Christ-

Seme

schafft-War,oungcnvor laste,Mg.

'sicher beschewenheit/ sanffrmuth/ liebe undweißheit die ihrigen auff die grausamsten W-

meisten auch unrer den Lutherischen Lehrernentweder bcdenckmgetragen/ ja auchvorun,verantwortlich und unzulässig gehalten/ die-sen mann zu richten / geschweige absolut mverdammen ; so haben doch einige m ih-rer grimmigen und verderbten nakur stehendegemüthcr/ nicht allein dieses in gantzen bu.chern gethan / sondern so vieler k.arm zeug-nisse/der Göttlichen krafft ungeachtet/ ihnund seine suchen außdrücklich dem sachqn selb,sten zugeschrieben/vor kanarisch und arbEsch -

erkläret / und sonst so greulich abgemahlet /daß sie den bösen geist selber nicht abscheuli-cher machen können. Die gelindesten auß-sprüche smo bey solchen elenden iculen gewe-sen/wann ,»e Böhmen einen Narren/ FamMeza»tasten/ tanaricum und Lnrbukiasten / desrUiUNco»sm suchen aber Hlckelhermgs-posten ge,heissen.(c)Alleinvlelgreulicherlauterces/ wannman schrieb : Löhmms soLe wäre war-^.

Haffe rg reuffellsth / und blliich unter dieletzten exrremenra deß höllischen Geistes schrei-'zurechnen/ sie härte den bösen geist/ den düngen»vatter der lügen zu ihrem »rheber / dergruntzeke nur auß ihme; Es wäre eineteuffels-hosterung / Döhme wäre aufffern ernstes gebet »Mb gewrßheit seinesglaubens vonGotc mit »rthunib gejliraf-fee worden/ jemeLehre wäre vom hölli-schen Verführer/ rc. (clyDergleichenurrheilevon andern als eine fünde Wider dmHkiligenGeist angesehen wird/so/ wie sie allezeit vonPhmismn und Schrifftgetehrten begangenworden; zugleichaberauchvorBöhmensson» !derbahre ehre. die er mit Christo und femen jün- $

gerngcmerngchabr/^lattb.iX.Z4.Xi.iS.(e)

(b) vid.bon 3-PiiBcip. c.xxv Z.zz.dreyfach. keb. c.

IV.^js.&c.Y,^ 4-ieqq.X38. Auror.C.XI.J.J.c.xiI.§.u6.Apoi 11. Wider Tilk §.>v8.icqq sc3o8.scqq 326.1cqq &c. (cj Vid Holtzhauskü An-mcrck.überVvhmcns Auiotouiri.2ir.is 20.21.

24 aS.jj./cqq 3JU6 isqq.Calovms Anti-Böhm p«

I.& a.Colberg PtaW.ll Khrist.p ;> 2 . (d) ErasoiusFrarscisei.Joh.Molkr.& jamaominandi.(e)Vid.Jo»

Maitiixü.c. p.338. U.M.E.D. Bcantw. der 4<-»

frß3CI3p.4i.Bi'ek'ingius AiHi-Calov-p.i,trankcn~

bcrg Vita bohrn,fine&c.

5 4. Einen starcken ansang von Diesem mehrals heydnischem tiaLkament vieler Predigeemachre bey lebzeiten Böhmens der oberwehn,le Packorzu Görlitz Gregorius Rlchler/ so/G.Rich, idaß er auch anuo"l62q. ein jusocium. über'"t^/Böhmen in Lateinischen merken drucken ließ /swelches am dose zu Dreßden uno sönsten nicht me«.wenig argerNiß und tinwillen über derglei-chen boßheit und thorheit erweckte / wovonBödmens ^xosogie dargegen mit Verwun-derung zu lesen ist. Zumahl dieser mann > a-nune mit lauter liederlichen scheltworten umbsich geworden / als mit Schustcrprch uuddrccff / mit Sachans-werckzevgen^ nur

neucrrprophekeu/tLuffclodreck/Uudgrau--

same,r irchirmeru und dergleichen. ^ s-Eveir^ öft/wie zuvor anno 1623. ein Lutherischer Pre-dEthö,diger von Böhmens buch von dreyenrichtt ju.