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Handbuch für Autographensammler / bearbeitet von Dr. Joh. Günther und Otto Aug. Schulz ; mit Holzschnitten und einer colorierten Tabelle
Entstehung
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III.

Facsimiles.

Wenn man die Aechtheit einer Handschrift ausser Zweifel setzenwill, fehlen oft Stücke zur Vergleichung. Man hat deshalb zahlreicheFacsimiles (nach dem Lateinischen fac simile, mach es ähnlich) oderHandschriftnachbildungenHandschrift-Bilder nach Böttiger,d. h. in Kupferstich, Stahlstich, Lithographie oder Holzschnitt treunachgebildete Kopieen der Handschriften berühmter oder merkwürdi-,ger Persönlichkeiten in besonderen Sammlungen älterer und neuererAutographen reproducirt 1 .

Kein Volk ist in der gewissenhaftesten Sammlung und Aufbewah-rung biographischer Merkwürdigkeiten seiner gefeierten Namen weitergegangen als die Britten. Es geht bis zum lächerlichsten Reliquien-dienst. Die Robertsons und Roscoes sind äusserst selten bei ihnen.Sie haben es in der Regel gar nicht mit dem Auslande zu thun undso wirkt auch hier die isolirte Kraft, auf einzelne einheimische Punktegerichtet, mit grosser Energie. Kein Buchstabe von ihren Worthiesfällt auf die Erde. Daher haben sie auch von jeher eine ganz vorzüg-liche Liebhaberei darin gesetzt, die Schriftzüge dieser Männer mit di-plomatischer Genauigkeit nachzubilden und aufzubewahren. Es wim-melt von Nachstichen derselben in ihren Journalen und in ihren zahl-reichen topographischen und biographischen Sammlungen. Vielen Aus-

1. DieSavoyer Zeitung berichtet, dass eia Physiker zu Nizza das Mittel erfundeu, durchden electrischen Telegraphen Autographen oder Zeitungen mit der Feder oder dem Bleistifte mitder höchsten Genauigkeit fortzupflanzen. Wenn man z. B. zu Turin einen Zettel oder Wechselunterzeichnet, so kann dieser in wenigen Augenblicken zu Wien oder Paris reproducirt sein.Der Mechanismus seiner Erfindung ist noch ein Geheimniss, man begreift aber, dass sie für denWeltverkehr von unberechenbarem Nutzen sein wird.