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III. Facsimiles.
gaben ihrer klassischen Schriftsteller in gebundener und ungebundenerRede pflegen sie schon seit langer Zeit auch diese Ausstattung mitzu-geben L
Seit dem Anfänge dieses Jahrhunderts schien man auch in Deutsch-land an Facsimiles immer mehr Geschmack zu finden. Im Jahre 1804erschien Ch. G. v. Murr’s Chirographenwerk, nachdem er bereits1786—1791 seine Memorabilien veröffentlicht hatte. In einer 1806erschienenen Sammlung aus Schiller’s philosophischen und ästheti-schen Schriften' 1 2 sind am Ende auf drei doppelten Kupfertafeln zweiBriefe des Dichters an seinen alten Freund, den Buchhändler Göschenin Leipzig, in Facsimiles beigelegt, die Schiller’s kräftige, in festenUmrissen männlich und bestimmt gleichsam einherschreitenden Schrift-züge auf’s Lebhafteste vergegenwärtigen. Yon nun an wurden, wieauch in Frankreich und andern Ländern, die „Handschrift-Bilder“ indeutschen Werken immer häufiger, auch erhalten wir sie jetzt vielfachunter Porträts und als eine dankenswerthe Zugabe zu den Berichtendeutscher Gelehrten-Versammlungen.
Vielleicht sind die Facsimiles eine deutsche Erfindung, wenigstenskommen nicht allein in der neuen Sammlung der Reichsabschiede 3 ,sondern auch schon in den kaiserlichen Druckprivilegien, welche denUebersetzungen des Sallust und des plinischen Panegyricus von v. Ple-ningen 4 5 vorgesetzt sind, in Holz geschnittene Unterschriften vor,die so lang für Facsimiles werden gelten müssen, bis erwiesen ist,dass sie den Schriftzügen der Originale nicht nachgebildet sind. Pro-fessor Veesenmeyer schreibt 8 : „In Vdalrici Zasii Epistolae ad uirosaetatis suae doctissimos, quas collegit Jos. Ant. Riegger, Eq. JC. Frib.Ulmae, 1774 stehen auf den Kupfertafeln No. II bis VI Stiche von derHandschrift des Vir. Zasius, Bonif. Amerbach, Joach. Zasius, Beat.Rhenanus, Ge. Spalatinus, Konr. Peutinger, Joach. Vadianus, Joh.Cochläus, Jak. Spiegel, Eob. Hessus, Wilib. Pirkheimer, Joh. Fichar-dus und Jak. Latonus. Vielleicht ist diess der erste und glückliche Ver-such in Teutschland. Denn die Züge sind sehr getreu nachgestochen,wie mich die Vergleichung mit Spalatin’s, Peutinger’s, Cochläus’, Pirk-heimer’s und Fichard’s Autographen überzeugt hat.“
1. Böttiger in Der Freimüthige 1805 Mo. 229 und 230.
2. Geist aus Schiller’s Schriften, gesammelt von Chr. Fr. Michaelis. Lpzg. 1806. 8.
3. Frankf. 1747. Th. 2 S. 241. 242.
4. Landshut 1515.
5. Neuer liter. Anzeiger 1806 No. 27 8. 432.