XII. Rcui'theilung und Werth der Autographen. 203
Am 19. August 1831 fand zu London die merkwürdige Auctionder Original-Manuscripte von Walter Scott’s Meisterwerken Statt. Ob-wohl die Ankündigung davon die Neugierde sowohl der vornehmen alsauch der literarischen Welt ungewöhnlich reizte und eine grosse MengeLiebhaber herbeilockte, wurden jene meist ganz gut gehaltenen undprachtvoll in Saffian gebundenen Werke doch nur für nachstehende,verhältnissmässig billige Preise zugeschlagen-. Das Original-Manuscriptvon
Ivanhoe.* .
. für
12
£,
Abbot .
14
99
Bride of Lammermoor
• »
14
Fortunes of Xigel ....
• 5»
16
99
Kenilworth.
17
99
Monastery.
18
99
Waverley.
18
99
Guy-Mannering ....
* »9
27
9)
Old-Mortality.
* 99
33
99
Antiquary.
42
>9
Peverit of the Peak . .
’ 99
42
’9
Rob Roy .
50
99
Die Gesammtsumme betrug 303 £.
Man sieht hieraus, dass jenes alte „Habent sua fata libelli“ auchauf die Manuscripte der neueren Schriftsteller Anwendung findet, unddass der Preis des Einen und des Andern nicht mit dem mehr oderweniger günstigen Urtheile im Einklänge steht, welches das Publikumüber des schottischen Dichters Werke, ausgesprochen hat. Ist es nichtauffallend, „Rob Roy“ mit 50 £, „Ivanhoe“ dagegen nur mit 12 £ be-zahlt zu sehen? Wahrscheinlich hat hierzu die Beschaffenheit des Manu-scripts beigetragen.
In Holland und Belgien haben in neuerer Zeit öfters Versteige-rungen dieser Art stattgefunden und mitunter fast unglaubliche Resul-tate hervorgebracht. Zu den bedeutenden gehört u. a. die, welche ausder Verlassenschaft des Oberstlieut. A. W. H. Nolthenius de Man inAmsterdam am 24. u. 25. Nov. 1843 abgehalten wurde.
Aber auch Deutschland blieb in dem Betriebe des Autographen-verkehrs in keiner Weise hinter den angeführten Ländern zurück, wieschon oben (S. 19 und 201) näher mitgetheilt wurde.